Lade Login-Box.
Topthemen: BlitzerwarnerGlobe-TheaterStromtrasseHSC 2000 Coburg

Wirtschaft

Höhere Verluste für Tui im Winter

Der weltgrößte Reisekonzern startet mit einem satten Minus - für die Branche ist das aber im Winter nicht unnormal. Wichtiger für Tui-Chef Joussen: die Wachstumstrends seien intakt.



Hauptversammlung Tui
Der Vorstandsvorsitzende der Tui Group, Friedrich Joussen, spricht bei der Hauptversammlung der Tui AG. Foto:Peter Steffen   Foto: dpa

Unerwartet starke Buchungen für die Urlaubsziele Türkei und Nordafrika haben den weltgrößten Reisekonzern Tui tiefer in die roten Zahlen rutschen lassen.

Weil in der Folge Betten auf den Kanarischen Inseln frei blieben, musste Tui im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember einen höheren Verlust verkraften als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen vor seiner Hauptversammlung in Hannover mitteilte.

Auch der lange Sommer in Nordeuropa und die Schwäche des britischen Pfunds bremsten die Nachfrage im ohnehin schwachen ersten Quartal. Tui-Chef Fritz Joussen hatte sein Gewinnziel deshalb bereits in der vergangenen Woche gekappt. Dennoch betonte er: «Ich glaube, dass wir sehr gut aufgestellt sind.»

In den Monaten Oktober bis Dezember 2018 erhöhte Tui den Umsatz zwar um gut vier Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Der saisontypische Quartalsverlust stieg aber um fast 28 Prozent auf 139 Millionen Euro, der operative Verlust (bereinigtes Ebita) fiel mit 84 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch aus wie ein Jahr zuvor.

Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September erwartet Joussen nun ein operatives Ergebnis etwa auf Vorjahreshöhe - und damit bei knapp 1,2 Milliarden Euro. Reiseveranstalter schreiben im Winter meist rote Zahlen. Ihre Gewinne fahren sie in der Hauptreisezeit im Sommer ein.

Mit Blick auf den derzeitigen Umbruch der Reisebranche betonte Joussen: «Wir sind in einer sehr starken Position, um von der anstehenden Konsolidierung zu profitieren.» Etwa ein Jahr nach der Air-Berlin-Pleite wurde die Insolvenz der Fluglinie Germania bekannt, wenig später stellte Europas zweitgrößter Reisekonzern Thomas Cook seine Airline-Sparte samt der deutschen Condor zum Verkauf. Joussen betonte allerdings, dass es keine Gespräche mit Thomas Cook gebe.

Der Tui-Chef hält die Wachstumstrends im Segment der konzerneigenen Hotels und Kreuzfahrtschiffe, das für 70 Prozent des Konzernergebnisse steht, für intakt. Anfälliger für Krisen sind aus seiner Sicht klassische Reiseveranstalter und Fluggesellschaften. «Die Kunden reisen, aber sie akzeptieren keine Preiserhöhungen», sagte Joussen.

Das Problem: der Trend zum Last-Minute-Urlaub drückt auf die Gewinnspannen des Veranstalters, der die Reisen billiger verkaufen muss als geplant. Denn bevor er auf bereits eingekauften Hotelkapazitäten und Flugtickets sitzenbleibt, verkauft er sie in der Regel für weniger Geld. Zudem zieht es Urlauber wieder häufiger in die Türkei und nach Nordafrika, wo der Urlaub nach langen Krisen in den vergangenen Jahren billig geworden war.

Auf den Kanarischen Inseln, wo die Preise immer weiter gestiegen waren, hielt die Nachfrage hingegen mit dem Angebot nicht mit: Überkapazitäten sind die Folge. Besonders heftig wurde für Veranstalter der Preiskampf bei britischen Urlaubern. Wegen des bevorstehenden Brexits und der Schwäche des Pfunds sind britische Kunden besonders preisempfindlich.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 02. 2019
11:33 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Hauptversammlungen Krisen Reisekonzerne Reiseveranstalter Schäden und Verluste Thomas Cook AG Winter
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Thomas Cook hofft auf Kapitalspritze

12.07.2019

Chinesen greifen nach Thomas Cook - Condor-Verkauf auf Eis

Der älteste Reiseveranstalter der Welt könnte bald mehrheitlich einem chinesischen Mischkonzern gehören. Die Folgen für die deutsche Airline Condor sind noch unklar. » mehr

Thomas Cook Logo

16.05.2019

Thomas Cook mit Milliardenverlust vor Airline-Verkauf

Das Brexit-Chaos und ein schwieriges Sommergeschäft setzen den Reiseveranstalter Thomas Cook vor dem Verkauf seiner Fluggesellschaften heftig unter Druck. » mehr

Tui Boeing 737 Max 8

13.08.2019

Flugverbot und Last-Minute-Trend fordern Tui heraus

Für den US-Flugzeugbauer ist das Debakel mit dem Verkaufsschlager 737 Max ein Riesenproblem - für Kunden wie Tui allerdings auch. Denn noch weiß niemand, wann die Flugzeuge nach zwei Abstürzen mit hunderten Todesopfern w... » mehr

Passagierflugzeug Condor

07.02.2019

Thomas Cook will Condor verkaufen

Braucht ein Reiseveranstalter eigene Flugzeuge? Aus Geldnot hat der Thomas-Cook-Konzern diese Frage nun mit «Nein» beantwortet. Die Briten suchen für ihre Airline-Gruppe um Condor einen Käufer. » mehr

Lufthansa und Condor

24.06.2019

Lufthansa zerstreut Traum vom Condor-Deal

Der Preiskampf im europäischen Luftverkehr durchkreuzt Gewinnpläne der Lufthansa. Während das Geschäft auf der Langstrecke weiter gut läuft, bereitet die Billigtochter Eurowings Kopfschmerzen. Um das zu ändern, wird die ... » mehr

Tourismus auf Mallorca

27.09.2018

Reisekonzern Tui trotzt Hitze und Last-Minute-Preiskampf

Im Sommer verbrachten viele Menschen den Urlaub im eigenen Land - die Hitze gab wenig Anlass zu Fernreisen. Der weltgrößte Reisekonzern kann dem Trend standhalten. Sorgen bereitet TUI aber der Brexit. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Freizeitsportler verunglücken Landkreis Lichtenfels

Freizeitsportler verunglücken | 16.08.2019 Landkreis Lichtenfels
» 5 Bilder ansehen

Pur beim HUK Coburg Open-Air-Sommer 2019

Pur beim HUK Coburg Open-Air-Sommer 2019 | 16.08.2019 Coburg
» 48 Bilder ansehen

eröffnung biergarten zeilberg

Biergarten-Eröffnung Zeilberg | 16.08.2019 Zeilberg
» 8 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 02. 2019
11:33 Uhr



^