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Wirtschaft

Hoher Gewinn: Munich Re übertrifft Prognose

Der Rückversicherer hatte in den vergangenen Jahren mit vielen Problemen zu ringen - natürlichen und menschengemachten: Hurrikans, Preiskampf in der Branche, Nullzinspolitik. Doch 2018 lief besser als von Analysten erwartet.



Munich Re
Ein Segelboot liegt nach dem Hurrikan "Florence" in den USA vor einem Wohnhaus.   Foto: Steve Helber/AP/dpa

Erstmals seit Jahren hat der weltgrößte Rückversicherer Munich Re die Erwartungen der Börse mit einem unverhofft hohen Milliardengewinn übertroffen.

Der Gewinn lag 2018 bei rund 2,3 Milliarden Euro, wie das Münchner Traditionsunternehmen am Mittwoch mitteilte. Das war fast sechsmal so viel wie im Vorjahr (392 Mio), in dem eine Serie von Naturkatastrophen die Munich Re teuer zu stehen gekommen war.

Zu dem guten Ergebnis trug auch die Düsseldorfer Erstversicherung Ergo bei, die 412 Millionen Euro Nettogewinn beisteuerte. Da war erheblich mehr als die ursprünglich anvisierten 250 bis 300 Millionen Euro.

Im Hauptgeschäft mit der Rückversicherung - Versicherungsverträge für andere Versicherer - verfünfzehnfachte sich der Gewinn sogar von 120 auf knapp 1,9 Milliarden Euro. Davon sollen nun auch die Aktionäre profitieren: Die Dividende soll von 8,60 Euro auf 9,25 Euro je Papier kräftig steigen.

Konzernchef Joachim Wenning kann damit erst einmal aufatmen. Denn zuvor hatte die Munich Re vier Jahre in Folge schrumpfende Gewinne hinnehmen müssen. 2017 war besonders bitter, als nach einer Serie verheerender Hurrikans in den USA und der Karibik unter dem Strich weniger als 400 Millionen übrig blieben. Zudem leidet das 1880 gegründete Unternehmen sowohl unter dem jahrelangen Preiskampf in der Rückversicherungsbranche als auch der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank, die die Erträge der Kapitalanlagen drückt.

Von einstigen goldenen Zeiten ist der Münchner Rückversicherer nach wie vor weit entfernt - 2013 hatte das Unternehmen 3,3 Milliarden Euro verdient. Wenning will bis 2020 auf 2,8 Milliarden kommen.

Den Gewinnsprung im vergangenen Jahr verdankt die Munich Re aber nicht gestiegenen Einnahmen, sondern gesunkenen Ausgaben. In den beiden Geschäftsbereichen Rück- und Erstversicherung sank die Schaden-Kosten-Quote - das bezeichnet das Verhältnis der Ausgaben für Schäden und Verwaltung zu den Beitragseinnahmen. Je niedriger diese Quote, desto profitabler arbeitet eine Versicherung.

Im Vorjahr hatte Munich Re in der Rückversicherungssparte wegen der teurer Naturkatastrophen erheblich mehr ausgegeben als eingenommen. Wenning verordnete dem Unternehmen ein Sparprogramm, das die Kosten in der Verwaltung um etwa 200 Millionen Euro pro Jahr senken soll. 

Weniger erfreulich für den Vorstand ist, dass der seit Jahren erhoffte Preisanstieg im Rückversicherungsgeschäft weiter auf sich warten lässt. Rückversicherungschef Torsten Jeworrek hofft nun, dass dieses Jahr die ersehnte Wende bringt. Hauptrisiko für das Unternehmen aber bleibt ein «Superhurrikan», wie der Manager sagte.

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dpa

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Veröffentlicht am:
06. 02. 2019
14:51 Uhr

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06. 02. 2019
14:51 Uhr



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