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Wirtschaft

IFA will Umsatzflaute in der Unterhaltungselektronik trotzen

Mit einer Fülle von Innovationen lockt die IFA wieder auf das Messegelände in Berlin. Die Branche erhofft sich vor allem Schwung für das Weihnachtsgeschäft. Denn sinkende Konjunkturerwartungen drücken auch auf das Geschäft der Unterhaltungselektronik.



8K-Fernseher
QLED-8KFernseher von Samsung auf der IFA. Der Markt für Unterhaltungselektronik verzeichnet weiter teils kräftige Umsatzrückgänge.   Foto: Jörg Carstensen/Archiv

Die Technikmesse IFA will sich in Zeiten sinkender Umsätze in der Unterhaltungselektronik als Wachstums- und Innovationsmotor der Branche unter Beweis stellen.

Sowohl das Gelände unter dem Funkturm, als auch die Station Berlin als Austragungsort des Fachbesucher-Treffs IFA Global Markets seien in der kommenden Woche vollständig belegt, teilten die Ausrichter mit.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die IFA sind eher unfreundlich: Die Branche verzeichnete zuletzt weiter teils kräftige Umsatzrückgänge. Im ersten Halbjahr 2019 ging dem Hemix-Index zufolge der Umsatz mit klassischer Unterhaltungselektronik um 7,1 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro zurück. Während der Absatz halbwegs stabil ist, leidet die Branche unter einem schnellen Preisverfall ihrer Produkte.

Zu den großen Trends in der Unterhaltungselektronik und bei Hausgeräten gehören in diesem Jahr Künstliche Intelligenz etwa für die Sprachsteuerung sowie der neue Mobilfunkstandard 5G. Auch TV-Geräte mit Displays in besonders hoher 8K-Auflösung sind die Aushängeschilder der Hersteller. Die IFA wolle Ausblicke auf Produkte und Technologien geben, «die künftig unseren Lebensstil beeinflussen werden», sagte Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der Branchengesellschaft und IFA-Veranstalterin gfu.

Gleichzeitig sei die IFA stets Treffpunkt aller Beteiligten im Markt, sagte Kamp. Dazu gehörten Industrie und Handel, Fachbesucher, Medien und das breite Publikum - «für die alle Produkte letztendlich entwickelt und produziert werden». Anders als die CES in Las Vegas, die sich als reine Fachmesse versteht, hat die IFA stets an dem Konzept der Publikumsmesse festgehalten. Zudem erweiterten die Veranstalter das Produkt-Portfolio vor gut einem Jahrzehnt mit Elektro-Klein- und Großgeräten wie Waschmaschinen und Haartrockner. «Mit diesem Konzept, alles auf einer Messe zu vereinen, ist die IFA die weltweit bedeutendste Plattform ihrer Art», sagte Kamp.

Trotz der Umsatzrückgänge gehe die Branche in Summe mit einer positiv gestimmten Prognose ins zweite Halbjahr, sagte Kamp. Über alle Produktgruppen hinweg sehe es «nicht ganz so schlecht aus».

Wie auch in den vergangenen Jahren gehört das smarte, vernetzte Zuhause zu den großen Themen auf der IFA. Sicherheit, Bequemlichkeit und Energieeffizienz seien die Impulse für die Konsumenten dabei, sagte Kamp. 79 Prozent waren sich demnach in einer Umfrage der gfu sicher, dass die intelligente Vernetzung von Hausgeräten ein bequemeres Leben ermögliche.

Dahinter werde Künstliche Intelligenz weiter eine «kleine, stille Revolution» in der Unterhaltungselektronik und bei Hausgeräten wie Waschmaschinen und Trocknern auslösen, sagte IFA-Direktor Jens Heithecker. «KI wird künftig in jedem Gerät drin sein, aber wir werden nicht darüber nachdenken, sondern für selbstverständlich halten.» Bei den Lösungen für das Smart Home müsse die Branche es allerdings schaffen, ihre Produkte auch zu skalieren, also einen Massenmarkt zu adressieren, schätzt Roman Friedrich, Analyst der Boston Consulting Group.

Die Verbände der Elektrobranche wollen die IFA dazu nutzen, um ringend benötigten Nachwuchs zu werben. Unter dem Motto «Fit für die digitale Welt» wollen die Verbände VDE, ZVEH und ZVEI gemeinsam zum Beispiel auf der Messe zeigen, wie der Alltag durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz komfortabler und sicherer werden kann. Was heute schon möglich ist, soll in einem 100 Quadratmeter großen «House of Smart Living» demonstriert werden.

Die IFA öffnet für alle Besucher in diesem Jahr vom 6. bis zum 11. September in Berlin. Die IFA Global Market in der Station Berlin richtet sich speziell an Fachbesucher. Japan ist in diesem Jahr Partner für die IFA Next, ein Format speziell für technische Innovation. Ab Sonntag will Digitalstaatssekretärin Dorothee Bär (CSU) ihr Büro auf dem Messegelände aufschlagen und für Gespräche mit Besuchern und Branche zur Verfügung stehen.

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dpa

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29. 08. 2019
13:41 Uhr

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29. 08. 2019
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