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Wirtschaft

Inflation schwächt sich im August ab

Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich im August verlangsamt. Für Nahrungsmittel müssen Verbraucher allerdings deutlich tiefer ins Portemonnaie greifen als ein Jahr zuvor. Das liegt auch am Wetter.



Euro-Münzen
Dämpfend wirkten im August die Energiepreise, die nur schwach zulegten. Deutlich mehr als im Vorjahresmonat mussten Verbraucher aber für Nahrungsmittel zahlen.   Foto: Nicolas Armer

Die Entwicklung der Energiepreise hat die Inflation in Deutschland im August gedämpft. Die Jahresteuerungsrate lag bei 1,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden anhand vorläufiger Daten mitteilte.

In den Vormonaten Juni und Juli hatte die Rate noch 1,6 beziehungsweise 1,7 Prozent betragen. Dämpfend wirkten im August die Energiepreise, die nur noch um 0,6 Prozent stiegen. Deutlich mehr als im Vorjahresmonat mussten Verbraucher dagegen für Nahrungsmittel zahlen (plus 2,7 Prozent).

Vor allem Gemüse wurde teurer, wie aus Daten der Statistischen Landesämter hervorgeht. Es kostete beispielsweise in Nordrhein-Westfalen 13,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In Bayern waren es 14,6 Prozent und in Hessen 12,0 Prozent mehr.

«Dafür gibt vielfältige Gründe. Die Preise werden unter anderem durch die Nachfrage und das Wetter beeinflusst», erklärte Hans-Dieter Stallknecht, Referent beim Deutschen Bauernverband auf Anfrage. Deutlich teurer geworden sind den Angaben zufolge Tomaten und Paprika, die zum Großteil aus Spanien und den Niederlanden stammen. «Dabei dürfte vor allem die wegen der Hitze gestiegene Nachfrage eine Rolle gespielt haben. Weiß- und Rotkohl sind bei den Temperaturen dagegen eher ein Ladenhüter», sagte Stallknecht.

Bei den vor allem in Deutschland angebauten Gemüsearten sei insbesondere der hitzeempfindliche Blumenkohl teurer geworden. «Grundsätzlich sind die Unterschiede bei den Verbraucherpreisen aber größer als bei den Erzeugerpreisen. Die Preise für den Verbraucher macht letztlich der Lebensmittelhandel.»

Gegenüber dem Vormonat sanken die Verbraucherpreise nach den vorläufigen Daten insgesamt um 0,2 Prozent.

Die Inflationsrate ist ein wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt für den Euroraum insgesamt mittelfristig eine Jahresteuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Dauerhaft niedrige oder auf breiter Front sinkende Preise können Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das bremst die Wirtschaft.

Der für europäische Vergleichszwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland lag im August um 1,0 Prozent über dem Stand des Vorjahresmonats.

Im Euroraum insgesamt hatte sich der Preisauftrieb zuletzt spürbar abgeschwächt. Nach jüngsten Angaben des Statistikamts Eurostat sank die Jahresinflationsrate im Juli auf 1,0 Prozent. Die Teuerung ist damit so gering wie seit November 2016 nicht mehr.

Angesichts düsterer Wirtschaftsaussichten und schwacher Inflation hatten Europas Währungshüter jüngst eine weitere Lockerung der Geldpolitik angedeutet. Erste Entscheidungen dürfte die EZB bei der Ratssitzung im September treffen, wenn aktuelle Konjunktur- und Inflationsprognosen für den Euroraum vorliegen.

Um die Kreditvergabe und damit die Inflation im Euroraum anzukurbeln, könnte die EZB den Strafzins für Banken verschärfen. Derzeit müssen Kreditinstitute 0,4 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken. Eine weitere Option könnte der Kauf frischer Anleihen durch die EZB sein.

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dpa

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Veröffentlicht am:
29. 08. 2019
15:41 Uhr

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29. 08. 2019
15:41 Uhr



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