Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Wirtschaft

Inflation zieht im Juli leicht an

Die Menschen in Deutschland müssen im Juli mehr für Energie und Lebensmittel zahlen. Das treibt die Teuerungsrate insgesamt an. Für Europas Währungshüter ist das allerdings kein Entspannungssignal.



Einkauf
Die Inflationsrate lag im Juli bei 1,7 Prozent. Vor allem Nahrungsmittel und Energie wurden teurer.    Foto: Marcel Kusch

Gestiegene Energie- und Nahrungsmittelpreise haben die Inflation in Deutschland im Juli angetrieben. Die Verbraucherpreise lagen um 1,7 Prozent über dem Vorjahresmonat. Das Statistische Bundesamt bestätigte damit vorläufige Daten.

In den Vormonaten hatte die jährliche Teuerungsrate 1,6 und 1,4 Prozent betragen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im Juli um 0,5 Prozent.

Mehr mussten die Menschen in Deutschland für Energie zahlen, die sich binnen Jahresfrist um 2,4 Prozent verteuerte. Fernwärme, Erdgas und Strom kosteten deutlich mehr. Sprit wurde hingegen kaum teurer, leichtes Heizöl im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar geringfügig billiger. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate nur bei 1,5 Prozent gelegen.

Auch für Nahrungsmittel mussten Verbraucher tiefer ins Portemonnaie greifen (plus 2,1 Prozent). Deutlich teurer als ein Jahr zuvor war vor allem Gemüse (plus 11,0 Prozent). Weitere überdurchschnittliche Preiserhöhungen gab es bei Fleisch und Fleischwaren sowie bei Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchten (jeweils: plus 3,6 Prozent).

Die Inflationsrate ist ein wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt für den Euroraum insgesamt mittelfristig eine Jahresteuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Dauerhaft niedrige oder auf breiter Front sinkende Preise können Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das bremst die Wirtschaft.

Der für europäische Vergleichszwecke berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland lag im Juli lediglich um 1,1 Prozent über dem Stand des Vorjahresmonats.

Im Euroraum insgesamt hatte sich der Preisauftrieb im Juli spürbar abgeschwächt. Nach Angaben des Statistikamts Eurostat lagen die Verbraucherpreise 1,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das ist der schwächste Anstieg seit Februar 2018, also seit knapp eineinhalb Jahren.

Angesichts düsterer Wirtschaftsaussichten und schwacher Inflation hatten Europas Währungshüter jüngst eine weitere Lockerung der Geldpolitik angedeutet. Erste Entscheidungen dürfte die EZB bei der Ratssitzung im September treffen, wenn aktuelle Konjunktur- und Inflationsprognosen für den Euroraum vorliegen.

Um die Kreditvergabe und damit die Inflation im Euroraum anzukurbeln, könnte die EZB den Strafzins für Banken verschärfen. Derzeit müssen Kreditinstitute 0,4 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken. Eine weitere Option könnte der Kauf frischer Anleihen durch die EZB sein.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 08. 2019
10:59 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Banken Europäische Zentralbank Eurostat Eurozone Fischprodukte Inflation Inflationsrate Kreditinstitute Statistisches Bundesamt Verbraucherpreise Verbraucherpreise-Indizes Zentralbanken
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Euro-Münzen

29.08.2019

Inflation schwächt sich im August ab

Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich im August verlangsamt. Für Nahrungsmittel müssen Verbraucher allerdings deutlich tiefer ins Portemonnaie greifen als ein Jahr zuvor. Das liegt auch am Wetter. » mehr

Inflation steigt im Juni auf 1,6 Prozent

11.07.2019

Preisauftrieb zieht im Juni an - Inflation bei 1,6 Prozent

Im Pfingstreisemonat müssen Verbraucher mehr für Pauschalreisen zahlen als ein Jahr zuvor. Gute Nachrichten gibt es bei den Energiekosten - die Preise steigen nicht mehr so stark. » mehr

Preisschilder

12.09.2019

Verbraucherpreise im August nicht mehr so stark gestiegen

Gute Nachrichten für Verbraucher: Die Preise in Deutschland sind zuletzt nicht mehr so stark gestiegen. Günstiger ist das Leben in Deutschland aber auch im August nicht geworden. » mehr

Europäische Zentralbank

25.07.2019

Die EZB ebnet den Weg für Lockerung der Geldpolitik

Die Konjunkturabkühlung und schwache Inflation zwingen Europas Währungshüter zum Handeln. Eine weitere Lockerung der Geldpolitik steht im Raum. Zinserhöhungen im Euroraum sind damit für absehbare Zeit vom Tisch. » mehr

Markus Söder

21.08.2019

Söder will Strafzinsen für Kleinsparer verbieten lassen

Bislang erheben nur einige Kreditinstitute Negativzinsen auf große Summen auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto. CSU-Chef Söder will nun Verbote - was für Verbraucherschützer eher Symbolcharakter hätte. » mehr

Im Reisebüro

14.05.2019

Teuerungsrate steigt auf 2,0 Prozent im April

Pauschalreisen verteuern sich im Osterreisemonat April deutlich. Auch für Sprit und Heizöl müssen Verbraucher mehr zahlen. Das treibt die Inflation an. In den kommenden Monaten dürfte sich die Teuerung aber wieder abschw... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Kirchweih in Ebern

Kirchweih in Ebern | 16.09.2019 Ebern
» 13 Bilder ansehen

Run of Hope in Kronach

Run of Hope in Kronach | 15.09.2019 Kronach
» 28 Bilder ansehen

Theaterfest-Nachmittag

Theaterfest-Nachmittag | 15.09.2019 Coburg
» 22 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 08. 2019
10:59 Uhr



^