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Wirtschaft

Langjähriger Aufschwung der deutschen Wirtschaft ist zu Ende

Forscher sehen ein Ende des Wirtschaftsaufschwungs in Deutschland. Die Gefahr einer Rezession gebe es aber nicht. Denn neben Schatten gibt es auch Licht.



Containerumschlag im Hamburger Hafen
Containerumschlag im Hamburger Hafen.   Foto: Axel Heimken

Die deutsche Wirtschaft gerät zunehmend in einen Konjunkturabschwung - aber Arbeitsmarkt und Einkommen der Beschäftigten bleiben stabil, die Inflation moderat.

Das sind Kernergebnisse der Frühjahrsprognose der führenden Wirtschaftsforscher in Deutschland. «Die deutsche Wirtschaft hat sich abgekühlt, aber sie friert noch nicht», sagte Stefan Kooths vom Institut für Weltwirtschaft Kiel in Berlin.

Die Institute senkten ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr deutlich. Sie erwarten nur noch eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 0,8 Prozent. Im Herbst hatten sie mit 1,9 Prozent gerechnet.

Optimistischer sind die Forscher für 2020. Dann rechnen sie mit einem Wachstum von 1,8 Prozent - allerdings hat das kommende Jahr mehr Arbeitstage. Auch die «Wirtschaftsweisen» und die Bundesregierung hatten ihre Prognosen bereits nach unten korrigiert.

Der langjährige Aufschwung der deutschen Wirtschaft sei zu Ende, sagte Oliver Holtemöller vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle. Die Gefahr einer «ausgeprägten Rezession» sei aber gering.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte, es müssten nun die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessert werden, etwa mit einer zügigen Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung für Firmen und weiteren Bürokratieentlastungen. «Gleichzeitig müssen wir die deutsche und europäische Wirtschaft zukunftsfähig machen.»

Der Hauptgrund für die schwächere Konjunktur im laufenden Jahr ist die Abkühlung der Weltwirtschaft. Axel Lindner vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle sagte, die internationale Konjunktur sei in einer Schwächephase.

Hintergrund sind Handelskonflikte sowie ein schwächeres Wachstum in China, dazu kommen Unsicherheiten wegen des unklaren Ausgangs beim geplanten Brexit. Dies belastet vor allem die exportstarke deutsche Industrie.

Dazu passt, dass im Februar der Auftragseingang für die deutsche Industrie im Monatsvergleich um 4,2 Prozent einbrach, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Das ist der stärkste Dämpfer seit mehr als zwei Jahren. Ausschlaggebend war ein starker Rückgang der Nachfrage nach deutschen Produkten aus dem Ausland.

Im Inland dagegen läuft vor allem die Bauwirtschaft weiter auf Hochtouren. Auch die Löhne entwickelten sich kräftig, dies stärke den privaten Konsum, sagte Holtemöller vom IWH Halle. Laut Prognose legen die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte im laufenden Jahr voraussichtlich um 3,1 Prozent und im kommenden Jahr um 3,3 Prozent zu. Holtemöller verwies auch auf Entlastungen etwa bei Abgaben oder der Einkommensteuer.

Verbraucher müssen laut der Prognose ferner keine stark steigenden Preise fürchten: Die Inflationsrate bleibe moderat. Die Institute erwarten im Jahresdurchschnitt eine Preissteigerung von 1,5 Prozent im Jahr 2019 und 1,8 Prozent im Jahr 2020. Auch der Arbeitsmarkt bleibe stabil. Es werden weiter neue Jobs geschaffen - aber in einem geringeren Umfang.

Kritik äußerten die Wirtschaftsforscher am Kurs der Bundesregierung in der Haushaltspolitik. Um einer «Schwarzen Null» willen - also einem Haushalt ohne neue Schulden - sollte der Konjunktur nicht hinterhergespart werden, hieß es. Die Schuldenbremse und europäische Vorgaben ließen konjunkturbedingte Defizite ausdrücklich zu.

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Veröffentlicht am:
04. 04. 2019
14:12 Uhr

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04. 04. 2019
14:12 Uhr



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