Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 30 Jahre WiedervereinigungCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Wirtschaft

Lieber Abfindung als Wechsel: 1340 Arbeiter verlassen Opel

Der Wechsel zu einem französischen Dienstleister ist für die meisten Opel-Ingenieure offenbar immer noch extrem unattraktiv. Vor die Wahl gestellt, nehmen viele lieber Abfindungen.



Opel Eisenach
Opel-Autos stehen vor dem Opelwerk in Eisenach.   Foto: Martin Schutt

Die geplante Auslagerung von 2000 Opel- Arbeitsplätzen an den Dienstleister Segula wollen viele Beschäftigte nicht mitmachen.

Insgesamt haben sich 1340 Mitarbeiter des Entwicklungszentrums in Rüsselsheim entschieden, das Unternehmen freiwillig zu verlassen, wie Unternehmen und Betriebsrat mitteilten.

Die gezielt angesprochenen Ingenieure und Facharbeiter nehmen Abfindungen, Altersteilzeit oder Vorruhestand in Anspruch, wie es im März mit dem Betriebsrat vereinbart worden war. Zuerst hatte die «Wirtschaftswoche» berichtet. Bereits im vergangenen Jahr hatte Opel nach der Übernahme durch den PSA-Konzern in seinen deutschen Werken 3700 Mitarbeiter mit Geld zum Gehen bewegt. Damit sinkt die Zahl der Beschäftigten bei dem Autobauer perspektivisch auf etwa 14 000.

Zusätzlich haben sich 140 Beschäftigte bereit erklärt, zu Segula zu wechseln, so dass nun noch rund 550 Mitarbeiter für den geplanten Betriebsübergang zu Segula ausgewählt werden, wie Opel mitteilte. Für diese Beschäftigten besteht nun keine Möglichkeit des finanziellen Ausgleichs mehr. Mit der Partnerschaft zu Segula sichere man langfristig hoch qualifizierte Arbeitsplätze am Standort, erklärte ein Unternehmenssprecher.

Die IG Metall im Betriebsrat wertete das Ergebnis als klares Votum der Belegschaft gegen einen Teilverkauf des Zentrums mit zuletzt rund 6400 Beschäftigten an Segula. Zudem sei der Personalüberhang mit den 1340 Austritten komplett abgebaut, hieß es in einem Flugblatt. Im Sinne des Betriebsfriedens müssten die Verkaufsverhandlungen mit Segula daher sofort gestoppt werden.

Diese Forderung wies der Opel-Sprecher umgehend zurück und verwies auf die im März getroffenen Vereinbarungen. «Die Zahl von rund 2000 in Frage kommenden Stellen wurde in der Einigungsstelle ebenso fest vereinbart wie das dreistufige Vorgehen. Das Unternehmen hält sich an den Fahrplan der Einigungsstelle, und wir erwarten dies auch vom Betriebsrat».

Die beteiligten Unternehmen planen somit weiter mit dem Betriebsübergang. Segula sieht sich gut aufgestellt, den Betrieb Anfang August mit rund 1000 Mitarbeitern aufzunehmen. Bislang lägen 380 Bewerbungen aus den Reihen der Opel-Beschäftigten sowie 691 von externen Arbeitskräften vor, hatte der Dienstleister am Dienstag berichtet.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
22. 05. 2019
16:19 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Altersteilzeit Arbeiter Autofirmen Facharbeiter Firmenmitarbeiter IG Metall Mitarbeiter und Personal Opel Opel-Mitarbeiter Unternehmenssprecher
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Kürzungspläne in der deutschen Autobranche

05.10.2020

Die Kürzungspläne in der deutschen Autobranche

Corona hat die angespannte Lage bei Autoherstellern und -zulieferern verschärft. Vor allem in kleineren Firmen wurde aus den Problemen des Strukturwandels eine existenzielle Krise. Aber auch die Großen müssen sparen - un... » mehr

Jahreszahlen PSA

26.02.2020

Opel-Mutter PSA mit Rekordgewinn

PSA-Chef Carlos Tavares will dank der geplanten Ehe mit Fiat Chrysler bei den ganz Großen mitspielen. Sein Konzern zeigt sich kostenmäßig gut in Form - aber gilt das auch für den erwählten Partner? » mehr

Tönnies-Schlachtbetrieb

20.07.2020

Tönnies-Vorschlag: 1000 Einstellungen bis September

Nach dem Skandal um einen Corona-Ausbruch und schlechte Arbeitsbedingungen konkretisiert der Fleischkonzern Tönnies seine Vorschläge. 1000 Arbeiter mit Werksverträgen könnten direkt angestellt werden. » mehr

Opel-Werk Eisenach

14.01.2020

Opel schrumpft deutsche Werke weiter

Nach der Übernahme durch den französischen PSA-Konzern schreibt Opel zwar wieder Gewinne, doch der rigide Sparkurs kostet etliche Jobs. Durch die geplante Fusion von PSA mit Fiat-Chrysler steigt der Druck auf die Beschäf... » mehr

Traton - MAN

23.09.2020

Streit über Stellenabbau bei MAN eskaliert

MAN will sein Geld künftig mit vernetzten Elektro-Lastwagen verdienen. Dem radikale Umbau soll jede vierte Stelle zum Opfer fallen. Wie schnell Kündigungen kommen könnten, treibt die Arbeitnehmer auf die Barrikaden. » mehr

Ein Mercedesstern

25.09.2020

Daimler will Berliner Werk trotz Sparkurses nicht schließen

In Berlin steht das älteste produzierende Werk von Daimler. Ihm könnte im Zuge des Sparkurses das endgültige Aus drohen, befürchten Arbeitnehmer. Aktuell gebe es dafür aber keinen Plan, betont der Konzern. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Flensburg - HSC 2000 Coburg

Flensburg - HSC 2000 Coburg | 25.10.2020 Flensburg
» 114 Bilder ansehen

BBC vs. Oberhaching

BBC - Oberhaching | 25.10.2020 Coburg
» 32 Bilder ansehen

Tödlicher Bahnunfall in Kronach Kronach

Tödlicher Bahnunfall in Kronach | 24.10.2020 Kronach
» 4 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
22. 05. 2019
16:19 Uhr



^