Lade Login-Box.
Topthemen: Loewe-InsolvenzNP-FirmenlaufGlobe-TheaterMordfall OttingerHSC 2000 CoburgStromtrasse

Wirtschaft

Mobilfunkstandard 5G: Bund will Auflagen verschärfen

Während mancherorts noch über langsames Internet oder gar Funklöcher geflucht wird in Deutschland, steht ein neuer Mobilfunkstandard in den Startlöchern: 5G soll ultraschnelle Datenströme ermöglichen. Die Vergaberegeln nehmen nun Konturen an - nicht jeder ist begeistert.



Mobilfunkmast
Sendemast für das Mobilfunknetz. Beim neuen digitalen Mobilfunknetz 5G sieht Bundesverkehrsminister Scheuer (CSU) Fortschritte in den Verhandlungen über Nachbesserungen zu den Ausschreibungsregeln.   Foto: Matthias Balk

Der Bund will Netzbetreiber bei Lizenzen für das ultraschnelle Mobilfunk-Internet 5G stärker in die Pflicht nehmen als bisher geplant. Nicht nur an Bundesstraßen, sondern auch an Landstraßen sollen die Betreiber künftig das schnelle Internet ermöglichen.

Das erklärte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, nachdem er sich am Vorabend mit dem Chef der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, getroffen hatte.

«Nicht nur die Metropolen sollen von der Digitalisierung profitieren, sondern gerade auch die ländlichen Regionen», sagte Scheuer. Nur so erreiche man gleichwertige Lebensverhältnisse. Bei einer Veranstaltung des Auto-Branchenverbands VDA am Dienstagabend in Berlin sagte Scheuer, man sei ein großes Stück vorangekommen. Es gehe auch um Menschen, die nicht nur in Großstädten lebten. Möglich gemacht werden sollten bei 5G auch lokale Netze - dies ist eine Forderung etwa von Wirtschaftsverbänden.

Ende November will die Bundesnetzagentur die Vergaberegeln festlegen, auf deren Basis im nächsten Jahr 5G-Frequenzen versteigert werden sollen. In einem früheren Entwurf der Vergaberegeln waren die Landstraßen von der 5G-Ausbaupflicht explizit ausgenommen, da dies unverhältnismäßig teuer wäre. 5G-Masten bieten eine immens schnelle Datenübertragung, ihre Reichweite ist aber gering - für eine Flächenabdeckung müssten also deutlich mehr 5G-Masten installiert werden als mit Anlagen im bisherigen 4G-Standard.

Aus der Telekommunikationsbranche kam daher Kritik an der neuen Kursrichtung des Bundes. Da drohe ein «Mastenwald» zu entstehen, der schier unbezahlbar sei, hieß es aus der Branche.

Zweite Änderung der bisherigen Vergaberegeln: Künftig sollen nicht nur ICE-Strecken, sondern auch die anderen Zugstrecken an das schnelle Mobilfunknetz angeschlossen werden.

Im Vergleich zur bisher schnellsten, weit verbreiteten Technologie 4G ist die 5. Mobilfunkgeneration (5G) um ein Vielfaches schneller. Besonders für die Industrie ist der Standard wichtig, weil sie eine Grundlage ist für autonomes Fahren oder Telemedizin-Anwendungen. Für Privatkunden dürfte 5G nach Einschätzung von Fachleuten hingegen wenig relevant sein - zum Streaming von Videos in normaler Auflösung zum Beispiel dürfte 4G ausreichen.

Ein Sprecher der Bundesnetzagentur wollte sich nicht zu den Einzelheiten der Grundsatz-Einigung bei den Vergaberegeln äußern. Er bestätigte aber, dass ein finaler Entwurf in Vorbereitung sei. Bei der Frequenzversteigerung hat der Bundesverkehrsministerium die Aufsicht über die Bundesnetzagentur, normalerweise ist die Behörde dem Bundesverkehrsministerium unterstellt.

Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hatte an dem Treffen am Montagabend teilgenommen. Der CDU-Politiker sagte der «Bild»-Zeitung, dass beim Ausbau superschneller Funknetze Netzbetreiber notfalls zur Kooperation verpflichtet werden sollten. «Die Funklöcher entlang von Landstraßen und Autobahnen nerven - zu Recht - viele Menschen.»

Bei der Versteigerung der neuen Frequenzen für den Mobilfunkstandard 5G müsse von Anfang an garantiert werden, dass der Netzausbau im geplanten Zeitrahmen erfolge und der schnelle Mobilfunk in Echtzeit in nächster Zeit verfügbar sei: «Wir brauchen da mehr Marktwirtschaft und politischen Druck, mehr Konkurrenz, damit neue Anbieter eine Chance haben.»

FDP-Chef Christian Lindner betonte, dass superschnelle Funknetze auch ein Stück Daseinsvorsorge seien. Er gab zu bedenken, dass bei der Versteigerung vielleicht die Anbieter bevorzugt werden sollten, die am schnellsten und mit den geringsten öffentlichen Fördergeldern ein Netz im ländlichen Raum aufbauen wollten.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
06. 11. 2018
19:18 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Andreas Scheuer Auktionen und Versteigerungen Bundesnetzagentur CSU Christian Lindner Deutsche Presseagentur Friedrich Merz Funklöcher Funknetze Landstraßen Mobilfunkstandards Peter Altmaier Wirtschaftsbranche Telekommunikation
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
5G-Mobilfunkauktion

12.06.2019

Milliarden für den Staat: 5G-Mobilfunkauktion abgeschlossen

Es war ein zähes Ringen, bei dem niemand nachgeben wollte. Etwa drei Monate dauert die Auktion von 5G-Frequenzblöcken. Nun ist Schluss. Ein Gewinner: Der Bund - der bekommt mehr Geld als gedacht. » mehr

5G-Mobilfunkstation

02.01.2019

Bundesregierung will Entwurf für lokales Roaming vorlegen

Das Bundeskartellamt hält die Kritik an den umstrittenen Vergaberegeln für die neuen 5G-Mobilfunknetze für unangebracht. «Die Bundesnetzagentur hat unter den gegebenen Umständen einen guten Vorschlag für die Vergabelizen... » mehr

Peter Altmaier

02.01.2019

Altmaier droht Mobilfunk-Anbietern mit Konsequenzen

Für die Technologien der Zukunft braucht es sehr viel schnelleres Internet als heute. Aber die Regeln, nach denen das Netz ausgebaut werden soll, sind umstritten - auch, weil dünn besiedelte Regionen zu kurz kommen könnt... » mehr

Ende der 5G-Auktion

13.06.2019

Vorbereitungen für 5G-Netze laufen an

Es ist eine Art Startschuss für den Netzausbau: Vier Telekommunikationskonzerne haben sich bei einer Versteigerung wertvolles Spektrum gesichert, mit dem sie ultraschnelles mobiles Internet anbieten wollen. Doch es gibt ... » mehr

Mobilfunkmast

14.06.2019

Union und SPD: Der Bund soll eigene Mobilfunkmasten bauen

Handynutzer kämpfen in großen Teilen Deutschlands immer noch mit Funklöchern. Der Bund soll helfen, weiße Flecken zu beseitigen. Ob die Mobilfunkanbieter mit den Plänen einverstanden sind? » mehr

Mobilfunkausbau

13.02.2019

Mobilfunkausbau: Koalition streitet über strengere Auflagen

Wie können «weiße Flecken» beim schnellen Mobilfunk auf dem Land am besten und schnellsten verschwinden? Die Koalition hat dazu immer noch keine gemeinsame Linie gefunden - ganz im Gegenteil. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Demo Loewe Kronach

Demo Loewe Kronach | 25.06.2019 Kronach
» 64 Bilder ansehen

Burgfest in Lauenstein Lauenstein

Burgfest in Lauenstein | 23.06.2019 Lauenstein
» 59 Bilder ansehen

Picknick im Schlossgarten Rosenau

Picknick im Schlossgarten Rosenau | 23.06.2019 Unterwohlsbach
» 14 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
06. 11. 2018
19:18 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".