Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: CoronavirusVideosCotubeBlitzerwarner

Wirtschaft

Müller will Abfall-Zusammenarbeit mit Russland ausbauen

In Deutschland gibt es Mülltrennung schon länger. Russland will nun mit deutscher Expertise dieses schwierige Thema angehen. Denn die Müllkippen im ganzen Land sorgen viele Bürger.



Bundestag
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller im Bundestag.   Foto: Sven Braun/dpa

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller will die Zusammenarbeit bei der Abfallwirtschaft in Russland zwischen beiden Ländern deutlich ausbauen.

«Das wird ein langfristiger Prozess, bei dem auch die Bevölkerung mitgenommen werden muss», sagte der CSU-Politiker bei der deutsch-russischen Rohstoffkonferenz in St. Petersburg.

Auch die gesetzlichen Grundlagen fehlten, die würden noch erarbeitet. Es gebe schon Pilotprojekte, bei denen mit deutscher Expertise und technischem Know-how Mülltrennung eingeführt werden soll - zum Beispiel in der Provinzstadt Woronesch.

Die russische Regierung und Kremlchef Wladimir Putin haben für das kommende Jahr eine landesweite Reform der Müllwirtschaft angekündigt. So soll es erstmals verpflichtend werden, Müll zu trennen. Dutzende neue und moderne Müllverbrennungsanlagen werden gebaut, Abfall soll sortiert und auch weiterverarbeitet werden. Russland will dafür mehr als 300 Milliarden Rubel (4,26 M rd Euro) aufbringen - sowohl der Staat als auch private Investoren sollen die Kosten übernehmen.

Vize-Regierungschef Alexej Gordejew betonte, dass Russland in seiner Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft erst am Anfang stehe. «Viele Regionen in Russland sind finanziell und technisch nicht gut ausgestattet», sagte er. Die Kosten könnten viele Bürger nicht tragen. Zudem gebe es auch viel Misstrauen der Bevölkerung bei der Umsetzung der Reform.

Die jährliche Rohstoff-Konferenz findet bereits zum 12. Mal statt. An dem Forum nahm auch der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), teil. Er betonte zu Beginn der Konferenz, dass sich beide Länder im Energiebereich auf wissenschaftlicher Ebene mehr austauschen sollten.

Vor den Toren der Hauptstadt Moskau mit offiziell zwölf Millionen Einwohnern gibt es zahlreiche Abfalldeponien. Im ganzen Land gibt es mehr als 30 000 derartiger Müllhalden, viele davon existieren illegal. Immer wieder regt sich Protest, weil die Regierung aus Sicht der Bewohner zu wenig dagegen unternimmt. Pläne für eine gigantische Deponie für den Moskauer Müll im Gebiet Archangelsk im Norden Russlands stoßen auf Widerstand der lokalen Bevölkerung.

«Ich sehe es sehr positiv, dass das jetzt ein zentrales Thema geworden ist», sagte Müller der Deutschen Presse-Agentur. Müll werde nicht mehr deponiert und wild verbrannt. «Das haben wir bis zum Ende der 1960er Jahre auch in Deutschland gemacht.» Russland müsse im Bereich der Kreislaufwirtschaft ähnlich wie in Deutschland umdenken.

Die Folgen des Klimawandels seien in den vergangenen Jahren auch in Russland immer deutlicher geworden und würden hohe wirtschaftliche Schäden verursachen, sagte Müller. Im Sommer zerstörten wochenlang Brände Wälder in der für das Weltklima wichtigen Taiga. Die Behörden schätzten, dass mehr als neun Millionen Hektar Wald abgebrannt sind - eine Fläche mehr als doppelt so groß wie Nordrhein-Westfalen. Zudem taut der Permafrost im Norden Sibirien auf. Dies führt dazu, dass Mikroorganismen Kohlenstoff freisetzen, der als Treibhausgas in die Atmosphäre entweicht.

Deswegen unterstütze er sehr, dass Moskau im Herbst auch das Pariser Klimaabkommen ratifizierte, sagte der Minister. Das Abkommen von 2015 sieht vor, den Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 zu verringern und die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
28. 11. 2019
16:32 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Abfall Abfallbeseitigungs-Branche Bevölkerung Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung CDU Deutsche Presseagentur Erderwärmung Gerd Müller Klima-Abkommen Minister Regierungen und Regierungseinrichtungen Reiner Haseloff Rubel Russische Regierung Treibhausgase Weltklima Wladimir Wladimirowitsch Putin
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Textilindustrie in Bangladesch

23.03.2020

Corona-Krise: Textilfirmen rufen Milliarden-Aufträge zurück

Weltweit führende Textilfirmen haben bei mehr als 1000 Fabriken in Bangladesch Aufträge im Wert von rund 1,5 Milliarden US-Dollar (1,4 Mrd Euro) ausgesetzt oder storniert. » mehr

30. Jahrestag der Eröffnung des ersten McDonald's in Russland

30.01.2020

McDonald's boomt in Russland - jedes Jahr Neueröffnungen

Mit dem Aufbruch kam der Burger: Vor drei Jahrzehnten wurde in Moskau die erste McDonald's-Filiale eröffnet. Anfangs standen die Menschen vor der US-Fastfoodkette Schlange, gegen den Konzern kommt heute kein russisches U... » mehr

Deutsche Bank

30.06.2020

Banken verpflichten sich zu mehr Klimaschutz

Klimaschutz wird auch für den Finanzsektor wichtiger. Per Selbstverpflichtung wollen viele Banken das Thema voranbringen. Doch es gibt Zweifel, ob es nicht verbindliche Vorgaben geben müsste. » mehr

VW-Werk bei Port Elizabeth

05.05.2020

VW baut in Südafrika altes Werk zu Corona-Klinik um

Seit Ende letzten Jahres bleibt eine 66.000 Quadratmeter große VW-Fabrik in Südafrika ungenutzt. Nun wird sie in eine Corona-Klinik umgebaut. » mehr

Hafen von Buenos Aires

19.09.2019

Parlament in Wien stimmt gegen EU-Mercosur-Abkommen

Das EU-Mercosur-Abkommen steht unter keinem guten Stern, obwohl der Vertragstext noch gar nicht fertig ist. Nun gibt es aus dem österreichischen Parlament ein Votum gegen das Abkommen - und das wenige Tage vor der dortig... » mehr

Australien-Pläne

25.02.2020

Norwegischer Ölkonzern gibt Australien-Pläne auf

Equinor wird nach heftigen Umweltprotesten nicht an der Südküste Australiens nach Öl bohren. Das Projekt sei «kommerziell nicht wettbewerbsfähig». Die Regierung zeigt sich enttäuscht. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Lkw bleibt in Unterführung stecken

Lkw bleibt in Unterführung stecken | 09.07.2020 Coburg
» 13 Bilder ansehen

Lagerhalle in Geiselwind brennt völlig aus Geiselwind

Lagerhalle brennt völlig aus | 23.06.2020 Geiselwind
» 31 Bilder ansehen

BMW und Motorrad stoßen auf der B 173 zusammen Redwitz an der Rodach

BMW und Motorrad stoßen auf der B 173 zusammen | 23.06.2020 Redwitz an der Rodach
» 8 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
28. 11. 2019
16:32 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.