Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: CoronavirusVideosCotubeBlitzerwarner

Wirtschaft

Ökonomen: Deutschland steht vor «hartem Konjunktureinbruch»

Mit dem Coronavirus droht Europas größter Volkswirtschaft ein Wirtschaftseinbruch. Eine Rezession - erstmals seit der Finanzkrise 2009 - wird nicht mehr ausgeschlossen.



Unternehmenspleite
«Wir schließen!» - die Corona-Krise sorgt auch in Deutschland für einen Konjunktureinbruch.   Foto: Martin Gerten/dpa

Die Warnungen vor einem deutlichen Einbruch der deutschen Wirtschaft als Folge der weltweiten Coronavirus-Epidemie nehmen zu. Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) rechnet für die größte Volkswirtschaft Europas mit einem «harten Konjunktureinbruch».

Für das laufende Jahr senkten die Forscher ihre Konjunkturprognose und erwarten nun, dass die Wirtschaftleistung Deutschlands um 0,1 Prozent schrumpft. Zuletzt war das Bruttoinlandsprodukt 2009 infolge der globalen Finanzkrise zurückgegangen, allerdings mit mehr als 5 Prozent sehr heftig.

Im kommenden Jahr sei dann allerdings wieder mit einem kräftigen Aufschwung zu rechnen, hieß es nun vom IfW. Die Ökonomen des IWH in Halle (Saale) gehen für 2020 von einer Rezession aus, sollte die Ausbreitung des Coronavirus «nicht drastisch reduziert» werden können. Anders sehe es bei einer kurzfristigen Eindämmung der Infektionen aus.

IfW-Präsident Gabriel Felbermayr sagte, maßgeblich für die wirtschaftlichen Einbußen seien Vorsichtsmaßnahmen, «die Teile des Wirtschaftslebens ebenso hemmen wie die hohe Unsicherheit über Dauer und Schwere der Pandemie und ihrer Folgen». Hinzu kämen Produktionsrückgänge, weil Vorprodukte aus Asien nicht oder zu spät geliefert werden. Die Folgen der Coronavirus-Pandemie unterbrechen laut IfW die sich abzeichnende zaghafte Belebung der deutschen Konjunktur. Für 2021 rechnet das IfW mit einer Zunahme der Wirtschaftsleistung um 2,3 Prozent.

Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) warnte, sollte ein kurzfristiges Eindämmen der Infektionen nicht gelingen, sei für 2020 von einem Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung zwischen 1,7 und 2,4 Prozent zu rechnen.

Anders sieht es laut IWH aus, sollten Infektionen kurzfristig eingedämmt werden. Sollte die Epidemie in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften «noch zeitnah eingedämmt werden» können, sei im laufenden Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent zu rechnen, hieß es. Unter dieser Annahme dürfte die Weltkonjunktur im ersten Halbjahr 2020 sehr schwach bleiben, sich aber vom Sommer an erholen.

«Die Corona-Epidemie blockiert die konjunkturelle Erholung in Deutschland», schreiben die IWH-Experten. Aus dem Ausland falle Nachfrage weg, im Inland gebe es weniger Konsum, und Investitionen würden aufgeschoben. Die Epidemie habe die deutsche Konjunktur zu einem Zeitpunkt getroffen, als eine längere Schwächephase zu Ende zu gehen schien. «Nun ist jedoch mit einem Einbruch des Welthandels in der ersten Jahreshälfte 2020 zu rechnen. Zudem dürfte die mit der Epidemie einhergehende Verunsicherung wirtschaftliche Aktivitäten dämpfen», heißt es in dem IWH-Bericht.

Bei einer Verzögerung weiterer Infektionen in- und außerhalb Deutschlands in der zweiten Jahreshälfte dürfte die Konjunktur im kommenden Winterhalbjahr jedoch kräftig anziehen. Nach einem Plus von 0,6 Prozent im laufenden Jahr ist dann für 2021 aus Sicht des IWH mit einem Zuwachs von 2,0 Prozent zu rechnen. Auf die Beschäftigung dürfte der vorübergehende Rückgang nur wenig durchschlagen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 03. 2020
15:35 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bruttoinlandsprodukt Epidemien Finanzkrisen Institut für Weltwirtschaft Weltfinanzkrisen Welthandel Weltwirtschaft Wirtschaftsforschung Wirtschaftsprognosen Wirtschaftswissenschaftler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Hamburger Hafen

16.05.2020

Corona-Krise trifft Deutschland mit Wucht

Ausgangsbeschränkungen, geschlossene Grenzen und Geschäfte bringen das Wirtschaftsleben weitgehend zum Erliegen. Die Folgen für die Konjunktur sind heftig. Und es könnte noch schlimmer kommen. » mehr

Containerterminal

12.12.2019

Experten: Deutsche Wirtschaft kriecht ins neue Jahr

Es geht wieder aufwärts, jedoch nur langsam. Das legen die Prognosen mehrerer Institute nahe. Besonders die Industrie hat zu kämpfen. » mehr

Dunkle Wolken über Frankfurt

18.03.2020

Experten befürchten deutlichen Konjunktureinbruch

Die Coronavirusepidemie belastet das Wirtschaftsleben. Ökonomen rechnen mit einem Konjunktureinbruch. Wie hart könnte es Deutschland treffen? » mehr

Deutsche Wirtschaft bricht ein

19.05.2020

DIHK rechnet mit schwerem Wirtschaftseinbruch

Die Nachfrage bricht weltweit ein, Lieferketten sind unterbrochen, der private Konsum springt nicht an: Die Corona-Krise sorgt für eine schwere Wirtschaftskrise. Der DIHK ist deutlich pessimistischer als die Bundesregier... » mehr

Wirtschaft erholt sich 2021 wieder

05.06.2020

Bundesbank: Nach Konjunktureinbruch deutliche Erholung

Der Absturz 2020 wird heftig. Volkswirte trauen der deutschen Wirtschaft jedoch eine rasche Erholung zu. Allerdings waren Prognosen selten so unsicher wie in der Corona-Krise. » mehr

Cargo-Abfertigung

05.06.2020

«Wirtschaftsweise» korrigieren Konjunkturprognose nach unten

Im März hatten die «Wirtschaftsweisen» Szenarien vorgelegt, wonach die Wirtschaftsleistung bei einer negativen Entwicklung um 5,4 Prozent sinkt. Die damalige Prognose muss nun korrigiert werden. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Lastwagen auf Staatsstraße umgestürzt

Lastwagen auf Staatsstraße umgestürzt | 05.06.2020 Neustadt
» 15 Bilder ansehen

Graffiti-Serie im Coburger Stadtgebiet

Graffiti-Serie im Coburger Stadtgebiet | 04.06.2020 Coburg
» 5 Bilder ansehen

Segelflieger muss notlanden Coburg

Segelflieger muss notlanden | 01.06.2020 Coburg
» 21 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 03. 2020
15:35 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.