Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Wirtschaft

Preise für Wohnungen und Häuser steigen erneut kräftig

Der Boom auf dem Immobilienmarkt setzt sich Zahlen des Statistischen Bundesamts zufolge auch 2020 fort. Im ersten Quartal gab es einen kräftigen Preisanstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch auf dem Land verteuerten sich Wohnungen.



Immobilienmarkt
Altbauwohnungen im Hamburger Grindelviertel.   Foto: Markus Scholz/dpa

Wohnungen und Häuser in Deutschland haben sich zu Jahresbeginn ungebremst verteuert. Sowohl in der Stadt als auch auf dem Land mussten Immobilienkäufer mehr Geld bezahlen.

Die Preise für Wohnimmobilien (Häuserpreisindex) lagen im ersten Quartal durchschnittlich 6,8 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum, teilte das Statistische Bundesamt mit. Die Corona-Krise, die sich ab März immer stärker in Deutschland bemerkbar machte, schlug sich zum Jahresauftakt noch nicht in den Preisen nieder.

In den sieben größten Metropolen - Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf - schossen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser im Schnitt um 9,5 Prozent hoch. Eigentumswohnungen verteuerten sich binnen Jahresfrist um 7,4 Prozent, so die Wiesbadener Statistiker. In den anderen Großstädten ab 100.000 Einwohnern kletterten die Häuserpreise um 8,3 Prozent und jene für Eigentumswohnungen um 9,3 Prozent. Auch in dünn besiedelten ländlichen Kreisen wurden Wohnimmobilien teurer: Dort stiegen die Preise für Häuser um 6,1 Prozent und für Wohnungen um 4,9 Prozent.

Zugleich revidierte das Statistische Bundesamt das Ausmaß des Preisanstiegs im vergangenen Jahr: 2019 sei der Häuserpreisindex um 5,8 Prozent gestiegen und damit 0,5 Prozentpunkte stärker als nach vorläufigen Daten angenommen. Grund seien nachträgliche Meldungen von Transaktionen vor allem auf dem Land.

Ob der Boom nun mit der Corona-Krise endet, ist umstritten. Dem Immobilienspezialisten F+B zufolge haben sich die Mieten und Kaufpreise für Wohnungen in der Corona-Krise zuletzt kaum geändert. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) glaubt, dass sich selbstgenutztes Wohneigentum dieses Jahr weiter um knapp fünf Prozent verteuert.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erwartet moderate Folgen der Corona-Krise für die Mieten. Während die Pandemie zu Mietstundungen bei Büros und Geschäften führe, reagierten Wohnungsmieten meist kaum auf Konjunktureinbrüche, sagte IW-Experte Michael Voigtländer. «Wohnungen in großen Städten sind nach wie vor knapp, weswegen dieses Segment wohl glimpflich aus der Krise kommen wird». Nur wenige Immobilienfirmen erlebten hohe Mietausfälle.

Die Immobilienmärkte in Deutschland erleben seit gut zehn Jahren einen Boom. Die lange Zeit starke Konjunktur, steigende Einkommen und die Wohnungsknappheit in Städten treiben die Preise. Obwohl in den vergangenen Jahren immer mehr Wohnungen errichtet wurden, hinkt das Angebot dem Bedarf hinterher. Zudem machen niedrige Zinsen die Finanzierung von Immobilien günstig. Weil Großanleger in Zeiten der Nullzinsen kaum noch renditeträchtige Anlagen finden, stecken sie viel Geld in Immobilien, die als relativ krisensicher gelten.

© dpa-infocom, dpa:200625-99-557053/4

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 06. 2020
13:47 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Eigentumswohnungen Hauspreise Häuser Immobilien Immobilienfirmen Immobilienmarkt Institut der deutschen Wirtschaft Statistisches Bundesamt Wohnimmobilien Wohnungen Wohnungen und Häuser Wohnungsknappheit
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Mieten und Kaufpreise

03.08.2020

Analyse: Immobilien trotzen Corona-Krise

Seit Jahren schon steigen die Mieten und Immobilienpreise in Deutschland. Endet nun mit der Corona-Krise der Boom? Neue Daten geben wenig Hoffnung für Mieter und Wohnungskäufer. » mehr

Wohnungen in Hannover

26.08.2020

Immobilienpreise steigen trotz Corona-Krise weiter

Der Immobilienboom hält an. Wohnungen und Häuser werden weiterhin immer teurer verkauft - und das, obwohl es wirtschaftlich sonst fast überall schlecht aussieht. » mehr

Zwangsversteigerung

05.03.2020

Weniger Immobilien per Zwangsversteigerung unterm Hammer

Seit einem Jahrzehnt boomt der Immobilienmarkt. Die hohe Nachfrage nach Wohnungen hat die Zahl der Zwangsversteigerungen immer weiter sinken lassen. Dreht sich nun mit der Konjunktur die Lage? » mehr

Immobilien

04.12.2019

Immobilienpreise in 10 Jahren um fast 50 Prozent gestiegen

Die Mieten in Städten steigen, die Immobilienpreise auch und die Kommunen kommen mit dem Bau neuer Wohnungen nicht hinterher: Die Probleme sind bekannt. Die genauen Entwicklungen und Zahlen hat nun das Statistische Bunde... » mehr

Immobilien

30.12.2019

Immobilien verteuern sich weiter rasant

Ein Ende des Immobilienbooms ist nicht in Sicht. Bundesbürger müssen immer tiefer in die Tasche greifen, um ein Eigenheim oder Eigentumswohnung zu finanzieren. » mehr

Immobilien verteuern sich weiter rasant

06.01.2020

Zehn Jahre Immobilienboom: Preisanstieg geht weiter

Seit zehn Jahren steigen die Immobilienpreise in Deutschland. Viele warnen vor einer Blase in Städten und kräftigen Preiseinbrüchen. Doch so einfach ist es nicht. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Parking Day in Coburg

Parking Day in Coburg | 18.09.2020 Coburg
» 23 Bilder ansehen

Schaeffler Aktionstag in Eltmann Eltmann

Schaeffler Aktionstag in Eltmann | 16.09.2020 Eltmann
» 7 Bilder ansehen

WG: Totschlags-Prozess Coburg

Gerichtsprozess in Coburg | 14.09.2020 Coburg
» 16 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 06. 2020
13:47 Uhr



^