Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Wirtschaft

Regierungschef Woidke bittet Tesla-Kritiker um Geduld

Der US-Elektroautobauer Tesla will seine Fabrik für Europa in Brandenburg ansiedeln - das stößt auch auf Bedenken und Protest. Die Landesregierung sagt zu, dass offene Fragen beantwortet werden - aber nicht sofort.



Dietmar Woidke
Brandenburg Ministerpräsident Dietmar Woidke: «Es gibt gute Fortschritte, aber vor allen Beteiligten liegt noch sehr viel Arbeit.».   Foto: Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa » zu den Bildern

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat angesichts von Bedenken und Protesten gegen die geplante Fabrik von US-Elektroautobauer Tesla zu Geduld aufgerufen.

«Die Fragen nach dem Infrastrukturausbau, nach der Wasserversorgung und nach vielem anderen werden beantwortet, aber das braucht auch eine gewisse Zeit», sagte Woidke der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. «Dafür bitte ich um Verständnis.» Der Regierungschef betonte: «Die Entscheidung von Tesla ist gerade elf Wochen alt. Wenn man sieht, was in der Zwischenzeit schon passiert ist, dann ist das gut.»

Tesla will in Grünheide (Kreis Oder-Spree) bei Berlin eine Fabrik bauen, in der ab Juli 2021 bis zu 500.000 Fahrzeuge der Typen Model 3 und Y sowie künftiger Modelle im Jahr vom Band rollen. Das umweltrechtliche Genehmigungsverfahren läuft derzeit. Der Wald auf dem Gelände muss noch gerodet werden. Bedenken gibt es bei Bürgern, Verbänden und in der Politik auch wegen des erwarteten Gütertransports und der Wasserversorgung. Tesla braucht den Plänen zufolge bis zu 372.000 Liter pro Stunde für das Werk. Tesla-Vertreter hatten bei einer Infoveranstaltung für Bürger laut Teilnehmerangaben erklärt, den Verbrauch senken zu wollen.

Der Ministerpräsident zeigte sich zuversichtlich, dass offene Probleme gelöst werden können, sieht aber Herausforderungen für alle Seiten. «Es gibt gute Fortschritte, aber vor allen Beteiligten liegt noch sehr viel Arbeit», sagte Woidke. Er betonte zugleich: «Wir sind in guten Gesprächen mit Tesla.» Am vergangenen Mittwoch habe sich die Task Force, eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Landesregierung, von Tesla und von Kommunen, unter anderem zur notariellen Beurkundung des Kaufvertrags für das Fabrikgelände getroffen.

«Wir sind alle mit gutem Tempo dran», sagte der Regierungschef. Er geht davon aus, dass die E-Auto-Fabrik von Tesla positive Effekte auf das ganze Bundesland haben kann: «Wenn alles klappt, dann entsteht in Grünheide eine Geschichte, von der ganz Brandenburg profitieren wird.» Das Projekt werde auch dem Thema einer klimaneutralen Produktion durch erneuerbare Energien einen Schub geben, sagte er. Woidke sieht großes Interesse in der Industrie, klimaneutral zu produzieren und Öko-Energien von vor Ort direkt zu verbrauchen.

Tesla-Chef Elon Musk hatte sich vor rund einer Woche bei Twitter in die Diskussion um Umweltschutzbedenken eingeschaltet. Er erklärte dort, die Fabrik werde unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit und der Umwelt entwickelt. Der Ministerpräsident beurteilte die Äußerungen positiv. «Es ist durchaus ungewöhnlich, dass sich Tesla-Chef Elon Musk per Twitter zu einer Debatte äußert, die im Land Brandenburg läuft», sagte Woidke. «Das war eine wichtige Klarstellung. Aber das ändert nichts daran, dass alle Beteiligten ihre ganz konkrete Arbeit machen müssen.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
01. 02. 2020
12:11 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Alternative Energien Brandenburgische Ministerpräsidenten Debatten Deutsche Presseagentur Dietmar Woidke Elon Musk Fabriken Ministerpräsidenten Notare Regierungschefs SPD Tesla Motors Twitter Umweltrecht Umweltverträglichkeit Wirtschaftsbranche Wassergewinnung und Wasserversorgung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Baugelände Tesla Giga-Factory

14.07.2020

Tesla kann Rohbau für Fabrik bei Berlin vorzeitig starten

Auf der Baustelle für die erste Fabrik von Tesla in Europa kann es mit den Arbeiten weitergehen. Die abschließende Genehmigung für die Fabrik fehlt noch, aber das Land Brandenburg hat weitere vorzeitige Arbeiten genehmig... » mehr

Tesla

14.07.2020

Gericht: Tesla darf nicht mit «Autopilot» werben

Tesla und sein Chef Elon Musk sind nicht für Zurückhaltung bekannt. Bei der Werbung für seine Fahrerassistenzsysteme hat das Unternehmen aber nach Ansicht eines Gerichts übertrieben. Die Richter untersagten ihm unter and... » mehr

Baugelände der Tesla Gigafactory

vor 13 Stunden

Tesla-Gigafactory: Weniger Pfähle im Grundwasser

Die neue Gigafactory des US-Elektroautobauers Tesla in Grünheide bei Berlin wird mit deutlich weniger Betonpfählen im Grundwasser auskommen als bislang geplant. » mehr

Geplante Tesla-Fabrik bei Berlin

15.07.2020

Tesla-Chef twittert Bild von geplanter Fabrik bei Berlin

In einem Jahr sollen in der ersten Tesla-Fabrik in Europa schon Elektroautos produziert werden. Wer sich ein Bild machen will, was Elon Musk da plant, wird in einer Twitter-Nachricht bei ihm fündig. » mehr

Vorbehalte

25.01.2020

Tesla-Gegner wehren sich gegen rechte Instrumentalisierung

Zu dem in Grünheide geplanten Tesla-Autowerk gibt es viele Fragen von Anwohnern. Die Politik und das Unternehmen wollen Bedenken ausräumen. Gegner haben Angst vor einer Instrumentalisierung durch rechte Kräfte. » mehr

Baugelände

20.07.2020

Streit um geplanten Einsatz von Pfählen für Tesla-Fabrik

Tesla baut bereits an seiner Fabrik bei Berlin. Geplant ist, dass in dem sandigen Untergrund an einigen Stellen auch Pfähle in den Boden kommen sollen. Der Einsatz wird geprüft - es gibt Bedenken. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

HSC Coburg: Training und Media Day

HSC Coburg: Training und Media Day | 12.08.2020 Coburg
» 25 Bilder ansehen

WG: HSC - mögliche Aufmacher

WG: HSC - mögliche Aufmacher | 12.08.2020 Coburg
» 26 Bilder ansehen

Großbrand in Tettau auf Bauernhof

Großbrand auf Tettauer Bauernhof | 09.08.2020 Tettau
» 50 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
01. 02. 2020
12:11 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.