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Wirtschaft

Reisemobile werden in Deutschland immer beliebter

Beim Urlaub im fahrbaren Heim wollen die Bundesbürger immer seltener auf Komfort verzichten. Das hat Folgen: Durchschnittlich kostete ein neues Reisemobil in diesem Jahr rund 73 500 Euro - 2000 Euro mehr als noch 2018.



Reisemobile
Reisemobile wie diese von von Hymer werden in Deutschland immer beliebter.   Foto: Rolf Vennenbernd

Reisemobile und Caravans sind in Deutschland so beliebt wie noch nie.

Allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres seien mehr als 61 000 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen worden, teilte der Caravaning Industrie Verband (CIVD) in Ratingen mit.

Die Verkaufszahlen hätten damit eine Rekordhöhe erreicht und das Vorjahresniveau noch einmal um gut 13 Prozent übertroffen.

Auch für das Gesamtjahr rechnet die Branche mit einem neuen Zulassungsrekord von rund 78.000 neuen Freizeitfahrzeugen. Die Zahl der neu gekauften Reisemobile werde voraussichtlich im Gesamtjahr um 12 Prozent, die der Wohnanhänger um 8 Prozent zulegen, prognostizierte CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso.

Vor allem die Nachfrage nach kompakten Reisemobilen, den sogenannten Kastenwagen, boomt. Sie machen einen immer größeren Teil der Reisemobilproduktion aus. Die Kunden schätzten vor allem, dass sie leichter zu bewegen und daher besser für Städtetrips und den Alltag geeignet seien als größere Wohnmobile, sagte Onggowinarso.

Dabei greifen die Caravaning-Freunde für ihre neuen Gefährte immer tiefer in die Tasche. Der Durchschnittspreis für neue Reisemobile stieg in den vergangenen 12 Monaten um rund 2000 Euro auf 73.500 Euro. Für neue Wohnanhänger gaben die Käufer im Schnitt knapp 21.000 Euro aus, fast 1000 Euro mehr als im Vorjahr.

Denn die Käufer legen immer mehr Wert auf Komfort und elektronische Helfer im fahrbaren Heim. Das gelte etwa für Rückfahrkameras bei Reisemobilen und Rangiersysteme, die das Einparken von Caravans erleichtern. Inzwischen seien fast alle Geräte im Freizeitfahrzeug über ein zentrales Bedienpanel intuitiv steuerbar und die Füllstände von Batterie, Wassertanks und Gasflasche per Smartphone abrufbar, sagte Onggowinarso. Und immer öfter seien auch Flachbildschirme und Audiosysteme in das Wohnmobil integriert.

Allerdings hat die Sache einen Haken. Die vielen Extras bringen ein Mehr an Gewicht mit sich. Dabei dürfen wegen der EU-Führerschein-Reform seit 1999 mit dem Pkw-Führerschein nur noch Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen bewegt werden. Um die Wagen trotzdem unter dieser Gewichtsgrenze zu halten, setzen die Hersteller immer öfter innovative Leichtbauweisen ein. «Immer mehr Hersteller gehen dazu über, den herkömmlichen Aufbau und die Konstruktion von Freizeitfahrzeugen komplett neu zu denken»», sagte Onggowinarso.

Caravaning-Tourismus hat sich inzwischen zum Milliardengeschäft entwickelt. Nach einer aktuellen Studie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr bescherten Urlauber mit Reisemobil, Caravan oder Zelt der deutschen Wirtschaft 2018 einen Gesamtumsatz von 14 Milliarden Euro. Das sind 11,5 Prozent mehr als vor zwei Jahren. «Caravaning-Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsmotor und Jobgarant vor allem für den ländlichen Raum und strukturschwache Regionen», betonte Onggowinarso.

Caravaning-Touristen geben der Studie zufolge rund 50 Euro pro Urlaubstag aus. Rund 50,5 Millionen Übernachtungen gab es im vergangenen Jahr auf deutschen Campingplätzen. Mehr als 1,2 Million Freizeitfahrzeuge waren im vergangenen Jahr in der Bundesrepublik zugelassen.

Zusätzliche Impulse erwarten die Reisemobil- und Caravan-Hersteller von der weltgrößten Branchenmesse, dem Caravan Salon in Düsseldorf, der am 31. August seine Tore für das breite Publikum öffnet. Dort präsentieren mehr als 600 Aussteller ihre Neuheiten vom Faltcaravan bis zum millionenteueren Luxus-Reisemobil. Mehr als 200 000 Besucher werden auf dem Düsseldorfer Messegelände erwartet.

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dpa

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21. 08. 2019
14:56 Uhr

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21. 08. 2019
14:56 Uhr



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