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Wirtschaft

Renault will Untersuchungen zu Ghosn bald abschließen

Der einst schillernde Automanager Carlos Ghosn ist als Konzernchef zurückgetreten. Doch Renault kann die Ära Ghosn nicht einfach abhaken. Wie das Auto-Bündnis mit dem japanischen Hersteller Nissan weitergeführt wird, bleibt unklar.



Carlos Ghosn
Der seit drei Monaten in Japan in Untersuchungshaft sitzende Ghosn soll unter anderem gegen Börsenauflagen verstoßen haben.   Foto: Ng Han Guan/AP/dpa

Nach dem spektakulären Rücktritt des inhaftierten Carlos Ghosn will Renault Untersuchungen zu möglichen Unregelmäßigkeiten bis zum Frühjahr abschließen.

Eine Ermittlung zur niederländischen Tochtergesellschaft mit dem japanischen Partner Nissan werde noch Wochen oder «einige kurze Monate» dauern, kündigte Generaldirektor Thierry Bolloré am Donnerstag in Boulogne-Billancourt bei Paris an.

Bisher gebe es einen Vorwurf, der «Versailles betrifft». Renault hatte bereits berichtet, dass der einstige Konzernchef Ghosn persönlich von einem Sponsoring-Vertrag mit dem historischen Barockschloss profitiert habe. Es gehe dabei um eine Summe von 50 000 Euro.

Der Manager war Mitte November in Tokio festgenommen worden und wurde dann in Haft genommen. Vor drei Wochen trat er bei Renault zurück. Ghosn soll gegen Börsenauflagen verstoßen haben, er wurde deshalb in Japan angeklagt. Der 64-Jährige beteuerte vor Gericht seine Unschuld.

Wie es mit der von Ghosn entworfenen Allianz mit Nissan und Mitsubishi im Detail weitergehen soll, blieb bei der Vorlage der Jahreszahlen für 2018 unklar. «Wir wollen es unumkehrbar machen», sagte der nun für das operative Geschäft verantwortliche Bolloré mit Blick auf das Auto-Bündnis.

Auf die Frage, ob das eine Fusion der Hersteller einschließe, sagte Bolloré lediglich: «Es ist zu früh, darüber zu sprechen.» Der Staat ist bei Renault mit 15 Prozent beteiligt und hat deshalb ein gehöriges Wort mitzureden.

Keine Antwort gab es auch auf die Frage, wie lange Ghosn seine Posten in dem Konzern noch behalten kann. Der gebürtige Brasilianer sitzt weiter im Verwaltungsrat und hat noch Mandate bei Tochtergesellschaften.

Der neue Präsident von Renault, Jean-Dominique Senard, traf unterdessen zu zweitägigen Gesprächen mit Nissan-Chef Hiroto Saikawa in Japan ein, wie örtliche Medien berichteten. Senard ist bei Renault für die Allianz verantwortlich. Es wird erwartet, dass er am 8. April bei einer außerordentlichen Aktionärsversammlung in den Vorstand von Nissan berufen wird. Bolloré sagte, sein Unternehmen habe zusammen drei Vertreter in dem Topgremium.

Nach wiederholt gescheiterten Anträgen auf Freilassung gegen Kaution wechselte Ghosn seinen japanischen Anwalt aus und soll künftig von dem Juristen Junichiro Hironaka verteidigt werden. Dieser hat schon mehrmals prominente Angeklagte vertreten und häufig Freisprüche erreicht. Ein Termin für einen Prozess gegen Ghosn in Japan gibt es noch nicht. Bolloré sagte, die Ereignisse um Ghosn hätten bei Renault zu Betroffenheit und Unruhe geführt. Es gehe nun darum, «das Werk weiterzuführen».

Renault verdiente im letzten Jahr unter Ghosn weniger als zuvor. Das Betriebsergebnis sank 2018 um knapp 22 Prozent auf 2,99 Milliarden Euro, unter anderem wegen der Wirtschaftskrise in Argentinien. Zudem schlugen Rückstellungen für ein Programm zum Vorruhestand in Frankreich zu Buche.

Der Umsatz der Gruppe sank um 2,3 Prozent auf 57,42 Milliarden Euro. Wegen eines deutlich gesunkenen, aber immer noch milliardenschweren Beitrags von Nissan sank der Jahresüberschuss um rund 35 Prozent auf 3,45 Milliarden Euro. Renault hält 43,4 Prozent der Anteile an dem japanischen Partner.

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dpa

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Veröffentlicht am:
14. 02. 2019
13:18 Uhr

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14. 02. 2019
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