Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 30 Jahre WiedervereinigungCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Wirtschaft

Siemens Gamesa soll Senvion-Teile übernehmen

Die Zukunft des insolventen Windkraftunternehmens Senvion ist seit Monaten unklar. Nun ist der Name des möglichen Investors offiziell bekannt. Doch noch ist nichts unterschrieben, und Hunderte Arbeitsplätze fallen weg.



Senvion
Senvion hatte im April Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet.   Foto: Daniel Bockwoldt

Nach Tagen und Wochen der Unsicherheit lichten sich langsam die Nebel um die Zukunft des insolventen Windanlagenbauers Senvion. Von den zuletzt noch 1400 Arbeitsplätzen in Deutschland werden voraussichtlich 900 wegfallen, und auch die übrigen 500 sind noch nicht gesichert.

Der deutsch-spanische Anlagenbauer Siemens Gamesa soll Teile des Unternehmens übernehmen, wie Senvion am Montag in Hamburg mitteilte.

Dabei handele es sich um ausgewählte europäische Service- und Onshore-Bereiche. Der Gläubigerausschuss habe einer entsprechenden Exklusiv-Vereinbarung zugestimmt. Damit würden die Parteien nunmehr in die Schlussphase der Verhandlungen eintreten, die bis Ende September dauern könne.

Der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) nannte den 26. September als geplanten Termin für die Unterzeichnung der Verträge. «Noch ist nichts unterschrieben, die Unsicherheit bleibt noch bestehen», sagte Buchholz in Kiel. Unter den gegebenen Umständen habe der Insolvenzverwalter keine andere Möglichkeit gehabt. In der Senvion-Mitteilung heißt es, für die übrigen Geschäftsfelder prüfe das Unternehmen weiterhin Optionen und setze die Verhandlungen mit Investoren fort. Buchholz machte jedoch deutlich, dass er keine weiteren Verkäufe von Unternehmensteilen mehr erwarte, auch wenn man die Hoffnung nie aufgeben solle.

Wenn der Einstieg von Siemens Gamesa umgesetzt würde, könnten in Schleswig-Holstein 300 Mitarbeiter ihren Job behalten, 280 Arbeitsplätze fielen sofort und weitere 200 etwas später weg. Die Gewerkschaft IG Metall geht davon aus, dass rund 900 von den gegenwärtig noch 1400 Senvion-Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren werden.

«Mit dem geplanten Verkauf von Teilen des Unternehmens an Siemens Gamesa zeichnet sich nur für 500 der einstmals 1800 Beschäftigten in Deutschland eine Übernahme durch den neuen Investor ab», sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Weder die Gewerkschaft noch Buchholz konnten sagen, welche Standorte in welchem Umfang betroffen sein werden. Das hänge auch von den bislang nicht bekannten Planungen des Investors ab.

Die IG Metall sei froh über jeden Beschäftigen, der übernommen werde, sagte Geiken. «Wir haben aber bis zuletzt gehofft, dass auch bei einer Zerschlagung mehr Beschäftigte eine langfristige Perspektive bekommen.» Für die betroffenen Arbeitnehmer wurde eine Transfergesellschaft für vier Monate vereinbart, falls Siemens Gamesa einsteigt. Buchholz sagte, der Verlust von fast 500 Industrie-Arbeitsplätzen sei besonders bitter für das Land, weil es nicht über viel Industrie verfüge.

Senvion hatte im April Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet und sich auf die Suche nach Investoren begeben. Seit drei Wochen ist klar, dass Senvion aufgeteilt wird und Teile seines Geschäftsbetriebs stilllegen muss. Die Turbinenfertigung in Bremerhaven mit 200 Mitarbeitern steht zum Jahresende vor der Schließung. Bereits in diesem Monat werden die ersten Kündigungen ausgesprochen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
16. 09. 2019
15:01 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitsplätze Bernd Klaus Buchholz FDP Finanzinvestoren und Anleger Gamesa Corporación Tecnológica Gewerkschaften IG Metall Insolvenzen Metalle Mitarbeiter und Personal Nebel Siemens AG Unternehmen Wirtschaftsminister
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Siemens Energy will Standorte abbauen

28.08.2020

Siemens Energy will Zahl der Standorte reduzieren

Noch ist Siemens Energy nicht vom Mutterkonzern abgespalten, und schon gibt es Uneinigkeiten um mögliche Standortschließungen. Das Unternehmen will dadurch Kosten sparen. Die IG Metall ist vor den Kopf gestoßen. » mehr

Fahne der IG Metall

23.07.2020

IG Metall: 300.000 Arbeitsplätze stehen im Feuer

Die IG Metall erwartet angesichts drohender Stellenstreichungen in der Corona-Krise einen heißen Herbst. Zudem warnt sie vor Folgen bei der nächsten Bundestagswahl. » mehr

Motorenhersteller MAN

22.07.2020

Motorenhersteller MAN will 3000 Jobs in Deutschland abbauen

Kreuzfahrten sind in der Corona-Krise gerade nicht gefragt. Darunter leidet auch der Schiffsdieselhersteller MAN Energy Solutions. Das bedeutet für viele Mitarbeiter nun, dass sie ihren Job verlieren. » mehr

Wirecard-Logo an der Firmenzentrale in Bayern

25.08.2020

Amtsgericht München eröffnet Wirecard-Insolvenzverfahren

Nach dem großen Wirecard-Skandal ist nun das Insolvenzverfahren über das Unternehmen eröffnet. Hunderte Mitarbeiter sollen gekündigt werden. Der Zahlungsabwickler steht aber noch nicht vor dem kompletten Aus. » mehr

Windrad von Siemens

23.09.2020

Siemens schickt Energiesparte an die Börse

Siemens entlässt sein Energiegeschäft in die Eigenständigkeit. Am Montag startet Siemens Energy an der Börse. Das neue Unternehmen steht vor großen Herausforderungen. Helfen soll Konzentration auf sich selbst. » mehr

Windrad-Hersteller Senvion

28.08.2019

Senvion wird zerlegt - Fertigung in Bremerhaven vor dem Ende

Nach monatelanger Zitterpartie ist endgültig klar, dass der Windanlagenbauer Senvion sein Insolvenzverfahren nur stark geschrumpft überstehen wird. Wichtige Entscheidungen sind immer noch nicht getroffen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Bilder Lemgo

Lemgo Lippe gegen HSC 2000 Coburg | 01.10.2020 Lemgo
» 102 Bilder ansehen

Coburg

Auto macht sich selbstständig | 30.09.2020 Coburg
» 7 Bilder ansehen

"It'z Jazz around the Globe" in Coburg

"It'z Jazz around the Globe" in Coburg | 26.09.2020 Coburg
» 111 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
16. 09. 2019
15:01 Uhr



^