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Wirtschaft

Strukturwandel: Bundesagentur reagiert mit Beratung im Job

Nicht nur das Elektroauto wird die Industrie verändern. Das wird nicht ohne Folgen für die Beschäftigten bleiben, ist man bei der Bundesagentur für Arbeit überzeugt. Wer seinen Job behalten wolle, müsse sich fortbilden. Dabei wollen die Jobvermittler künftig helfen.



Strukturwandel in der Autoindustrie
Vor allem in der Autoindustrie vollzieht sich ein tiefgreifender Strukturwandel.   Foto: Jörg Sarbach

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will künftig Beschäftigte bereits in den Betrieben mit berufsbegleitender Beratung für den Strukturwandel - etwa in der Auto-Industrie - fit machen.

«Wir haben dafür rund 1,1 Milliarden Euro in den Haushalt eingestellt. Wir entwickeln die Bundesagentur gerade dafür weiter und beginnen damit, die Mitarbeiter für diese Aufgabe zu qualifizieren», sagte BA-Vorstandschef Detlef Scheele in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Die notwendigen gesetzlichen Weichen hatte die Bundesregierung zum Jahresanfang mit dem Qualifizierungschancengesetz gestellt.

Nach Scheeles Worten sieht sich die Bundesagentur nicht nur wegen der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt gefordert. Auch mit der anstehenden Umrüstung der Automobilbranche auf die Produktion von E-Autos stehe die Bundesagentur vor neuen Herausforderungen. Viele Beschäftigte der Branche würden nicht umhinkommen, sich mit Fortbildungsmaßnahmen darauf einzustellen. «Ich möchte, dass die Bundesagentur nicht nur eine Behörde bleibt, an die man sich wendet, wenn man bereits arbeitslos geworden ist, sondern sie soll auch zu einer Institution werden, die auch Beschäftigte berät und begleitet, wenn sie unsicher sind, wie sich ihr Arbeitsplatz entwickelt», sagte Scheele.

Erste Erfahrung mit der künftig bundesweiten berufsbegleitenden Beratung habe die Bundesagentur bereits mit Modellprojekten bei einigen deutschen Großbetrieben gesammelt, etwa beim Autozulieferer Conti. Dort sei man in Kooperation mit der Unternehmensführung dabei, Beschäftigte in Sachen Fortbildung zu beraten, denen ansonsten der Jobverlust drohe. «Wir haben als Bundesagentur einen Teil des Entgelts und die Fortbildungskosten übernommen», berichtete Scheele. Die Umschulung selbst sei hingegen Aufgabe der Unternehmen.

Das Problem sei allerdings, dass viele Unternehmen die Folgen und das Tempo des Strukturwandels für ihren Betrieb und folglich auch für ihre Beschäftigten oft nicht ausreichend konkret abschätzen könnten. Da seien vor allem die Sozialpartner gefordert, Arbeitgeber und Gewerkschaften. Denn nur, wenn man wisse, welche Fortbildung Mitarbeiter benötigten, könnten die Arbeitsagenturen sinnvoll berufsbegleitend beraten. «Wir sind jetzt in verschiedenen Gesprächsrunden mit Unternehmensvertretern zusammen. Wir reden mit lokalen Wirtschaftsförderungsgesellschaften, mit Industrie- und Handelskammern, um herauszufinden, was die Betriebe brauchen», sagte Scheele.

Ein anderes Problem sei, dass auch manche Beschäftigte mit Blick auf den Strukturwandel den Ernst der Lage offenbar noch nicht erkannt hätten. Nach Scheeles Erfahrung sagten sich einige: «Wir haben diverse Krisen überstanden. warum soll es dieses Mal schief gehen?» Dies ist in Scheeles Augen eine riskante Fehleinschätzung. «Da ist es gut, wenn die Tarifpartner zusammen mit dem Berater der örtlichen Arbeitsagentur deutlich machten: Dieses Mal kann es schief gehen», wenn von Jobverlust bedrohte Beschäftigte nicht zu einer Fortbildung oder Umschulung bereit seien, so der BA-Chef.

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dpa

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Veröffentlicht am:
29. 07. 2019
09:19 Uhr

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29. 07. 2019
09:19 Uhr



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