Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Wirtschaft

Trump fordert Reform des Welthandels

Schelte für China, Streicheleinheiten für Großbritannien: Der US-Präsident stellt vor den Vereinten Nationen seine Vision für den Welthandel vor. Im Konflikt mit Peking bleibt er hart.



Generaldebatte der UN-Vollversammlung
Boris Johnson (l), Premierminister von Großbritannien, und Donald Trump, Präsident der USA, unterhalten sich am Rande des UN-Generalversammlung.   Foto: Evan Vucci/AP

New York (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat eine Reform des internationalen Handelssystem gefordert und China erneut unfaires Wirtschaften vorgeworfen.

Seine Regierung werde eine «ehrgeizige Kampagne» zur Reform des Welthandels vorantreiben, sagte Trump am Dienstag der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York. Die Welthandelsorganisation (WTO) brauche «drastischen Wandel». Es könne zum Beispiel nicht sein, dass China als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt bei den Handelsbeziehungen nach WTO-Regeln die Vorteile eines Entwicklungslandes für sich geltend machen könne, so Trump.

China habe das System seit seinem WTO-Beitritt vor knapp 20 Jahren systematisch ausgenutzt, klagte Trump. Anstatt versprochene Reformen hin zu einer Öffnung seiner Wirtschaft durchzuführen, habe China ein Wirtschaftsmodell aufgebaut, dass sich auf «massive staatliche Subventionen, Währungsmanipulation ... eine Verletzung von Eigentumsrechten sowie den Diebstahl von Handelsgeheimnissen im großen Maßstab» stütze, erklärte Trump. Deswegen strebe er mit Hilfe der auf chinesische Importe verhängten «massiven Strafzölle» ein neues Handelsabkommen an, erklärte Trump.

Der von Trump vor mehr als einem Jahr angezettelte Handelskrieg der beiden größten Volkswirtschaften war zuletzt eskaliert und lastet auf der globalen Konjunktur. Der Konflikt könne nur mit einem umfassenden Abkommen gelöst werden, erklärte Trump. «Ich werde keinen schlechten Deal für die Menschen in Amerika akzeptieren», sagte er. Die USA strebten unter ihm «ausgeglichenen Handel, der sowohl fair als auch gegenseitig ist» an, sagte Trump.

Trump hatte bereits beim G7-Gipfeltreffen wichtiger Industrienationen im französischen Biarritz Ende August Reformen der WTO gefordert. Der Handelskrieg mit Peking wiederum begann ursprünglich, weil es Trump missfiel, dass China sehr viel mehr in die USA exportierte als umgekehrt. Trump sieht solche Handelsbilanzdefizite trotz anderslautender Meinung der meisten Ökonomen als Schwäche.

Die US-Regierung hat inzwischen Strafzölle auf fast alle Importe aus China - Waren im Wert von rund 500 Milliarden US-Dollar - angekündigt oder bereits verhängt. Damit will Trump Peking auch zu weitgehenden Zugeständnissen inklusive Strukturreformen bewegen. Er fordert auch einen neuen Kontrollmechanismus zur Einhaltung des Abkommens. Im Oktober soll es in Washington erneut Verhandlungen zu dem Handelsabkommen auf Ministerebene geben. Experten rechnen angesichts der weitgehenden Forderungen Trumps nicht mit einer raschen Einigung.

In seiner Rede versprach Trump Großbritannien mit Blick auf den bevorstehenden Austritt aus der Europäischen Union erneut den Abschluss eines Handelsabkommens. Die USA stünden bereit, ein «wunderbares» Abkommen abzuschließen. Der Handel mit Großbritannien könne vervierfacht werden. Trump wollte sich am Dienstag noch mit dem britischen Premierminister Boris Johnson treffen.

Experten sehen Trumps Versprechen eines rasch zu erreichenden Handelsabkommens skeptisch. Solche Abkommen werden typischerweise nur nach langen Verhandlungen abgeschlossen. Zudem hätten die USA als größte Volkswirtschaft der Welt in Verhandlungen mit Großbritannien definitiv die Oberhand. Für die Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist Brüssel für das Aushandeln von Handelsabkommen zuständig.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
24. 09. 2019
18:40 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Boris Johnson Britische Premierminister Deutsche Presseagentur Donald Trump Entwicklungsländer Europäische Union Globale Konjunktur Handelsabkommen Handelskriege Industrieländer Präsidenten der USA Strafzölle UNO US-Regierung Welthandel Welthandelsorganisation
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Juncker erwartet keine Autozölle von Trump

08.11.2019

Entspannung im Streit um Autozölle mit USA?

US-Präsident Trump droht seit Monaten mit Strafzöllen auf Autoimporte aus der EU. Vor allem deutsche Hersteller würde das heftig treffen. In wenigen Tagen fällt die Entscheidung - ein «vollinformierter Mann» ist gelassen... » mehr

Handelsstreit USA-China

10.10.2019

USA und China führen neue Gespräche zu Handelsabkommen

Seit mehr als einem Jahr eskaliert der Handelskrieg zwischen den USA und China. Nun unternehmen beide Seiten einen neuen Anlauf für ein Abkommen. Die Erwartungen sind gedämpft. » mehr

Donald Trump

27.07.2019

Trump droht Frankreich und umgarnt Großbritannien

Donald Trump macht einmal mehr klar, wen in Europa er für einen Freund hält und wen nicht. Die neue Regierung in London umgarnt er, die Franzosen warnt er. Und ausgerechnet französischer Wein könnte Opfer dieses Konflikt... » mehr

US-Präsident Trump

12.10.2019

USA verkünden Einigung auf Handels-Teilabkommen mit China

Donald Trump wollte einen großen Deal, jetzt gibt er sich erst einmal auch mit einem kleinen zufrieden. Der Handelskonflikt zwischen China und den USA dürfte sich damit fürs Erste entschärfen. Oder grätscht der US-Präsid... » mehr

Qingdao

21.09.2019

Trump dämpft Hoffnungen: Keine Eile bei Abkommen mit China

Die Aussichten für eine baldige Lösung im Handelskrieg zwischen den USA und China erscheinen düster. Nach Arbeitsgesprächen in Washington gibt sich Trump unnachgiebig. Die Chinesen sorgen für Irritationen. » mehr

Chinas Außenhandel

08.11.2019

Chinas Außenhandel geht im Oktober erneut zurück

China und die USA machen Fortschritte bei ihren Handelsgesprächen. Doch vorerst belasten die bereits verhängten Zölle weiter. Der Handel beider Staaten brach im Oktober weiter ein. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Schwerer Unfall bei Ebensfeld Ebensfeld

Schwerer Unfall in Ebensfeld | 14.11.2019 Ebensfeld
» 9 Bilder ansehen

Festakt 30 Jahre Mauerfall in Ludwigsstadt

Festakt 30 Jahre Mauerfall | 13.11.2019 Probstzella
» 25 Bilder ansehen

Neugestaltung Bahnhof Coburg

Neugestaltung Bahnhof Coburg | 13.11.2019 Coburg
» 6 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
24. 09. 2019
18:40 Uhr



^