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Wirtschaft

US-Autolobby will Handelspakt mit Europa

Die deutschen Autobauer fürchten Autozölle von US-Präsident Donald Trump. Dessen eigene Autoindustrie hat davor aber genauso viel Angst - denn es käme mit Sicherheit zur Vergeltung. Jetzt haben die US-Autobauer die Notwendigkeit eines Freihandelsabkommens betont.



Autoproduktion in den USA
Autoproduktion im Volkswagen-Werk in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee.   Foto: Erik Schelzig/AP

Vertreter der US-Autoindustrie haben sich bei einer Anhörung des US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer vehement für ein Handelsabkommen mit der EU und für eine Umkehr in der Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump stark gemacht.

«Ein Handelsabkommen wäre eine einzigartige Möglichkeit, Schranken zu beseitigen», sagte Jennifer Thomas von der Alliance of Automobile Manufacturers, die zwölf große Hersteller vertritt, darunter auch die US-Ableger deutscher Marken wie BMW, Volkswagen oder Mercedes-Benz.

Die Autovertreter erklärten, die bereits verhängten Strafzölle auf Stahl und Aluminium schadeten der US-Autoindustrie. Die Einkaufspreise für Stahl im US-Inland seien teils um 30 Prozent nach oben gegangen. Weitere Zölle auf Autos müssten unbedingt vermieden werden. Eine Begründung für eine Gefährdung der Nationalen Sicherheit durch den transatlantischen Autohandel sei nicht zu erkennen.

Die Lobbyisten machten die Wichtigkeit einer Harmonisierung bei der technischen Regulierung der Autos deutlich. Die Anpassung verschlinge Millionen Dollar jährlich, sagte Charles Uthus vom American Automotive Policy Council.

US-Präsident Donald Trump hatte die EU-Staaten sowie viele weitere Länder weltweit mit Einfuhrzöllen auf Stahl- und Aluminiumprodukte überzogen. Jetzt drohen auch Zölle auf Autoeinfuhren in die USA in Höhe von 25 Prozent. Unter anderem die deutschen Autobauer versuchen sich dagegen zu wehren und haben Trump im Gegenzug Investitionen in den USA angeboten.

Ein Handelsabkommen zwischen Europa und den USA für Industrieprodukte ist im Sinne der EU - die EU-Handelsbeauftragte Cecilia Malmström möchte die Verhandlungen dazu vorantreiben. Andere US-Branchen, etwa aus der Landwirtschaft, würden jedoch auch gerne Teil eines solchen Abkommens werden. Dass die EU die Gespräche für Agrarprodukte öffnet, ist nach den Erfahrungen bei den inzwischen auf Eis gelegten TTIP-Verhandlungen zunächst unwahrscheinlich.

Nach Angaben der Alliance of Automotive Manufacturers leistet die US-Automobilbranche einen Beitrag in Höhe von 953 Milliarden Dollar jährlich zum Bruttoinlandsprodukt. Im vergangenen Jahr wurden 950.000 Autos aus den USA exportiert. Autobauer, darunter auch viele ausländische aus Europa und Japan, haben 82 Milliarden Dollar in den USA investiert. 60 Prozent ihrer Produkte gehen in den Export, unter anderem nach China.

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dpa

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17. 12. 2018
10:05 Uhr

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17. 12. 2018
10:05 Uhr



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