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Wirtschaft

Uber-Konkurrent Lyft stellt Verluste in Aussicht

Die Aktien von Lyft waren zum Börsengang sehr gefragt - und stürzten kurz nach dem Debüt ab. Nun weisen frische Quartalszahlen einen Milliardenverlust aus. Aber Lyft wächst weiter schnell und spricht von Investitionen in die Zukunft.



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Lyft ist deutlich kleiner als Uber und bisher nur in Nordamerika aktiv. Zugleich zeigt das Unternehmen schnelleres Wachstum als der Marktführer.   Foto: Gene J. Puskar/AP

Der Uber-Rivale Lyft stimmt Investoren gut einen Monat nach seinem Börsengang auf tiefrote Zahlen ein.

Dieses Jahr werde das verlustreichste in der Lyft-Geschichte, unter anderem weil die Firma massiv in Service-Stationen sowie neues Geschäft mit elektrischen Fahrrädern und Tretrollern investiere, kündigte der Fahrdienst an. Bei den ersten Quartalszahlen seit dem Börsengang meldete Lyft einen Verlust von 1,1 Milliarden Dollar. Er geht allerdings vor allem auf Kosten für die Vergütung mit Aktien im Zuge des Börsengangs in Höhe von 859 Millionen Dollar zurück.

Der bereinigte Verlust sank im Jahresvergleich dagegen von 228,4 auf 211,5 Millionen Dollar. Analysten hatten mit einem höheren Minus bei über 270 Millionen Dollar gerechnet. Zugleich wächst Lyft weiterhin schnell: Der Fahrdienst-Vermittler verbuchte im ersten Vierteljahr Erlöse von 775 Millionen Dollar. Das war fast doppelt so viel wie im Vorjahresquartal - und mehr als viele Analysten erwartet hatten.

Lyft ist deutlich kleiner als Uber und bisher nur in Nordamerika aktiv. Zugleich zeigt das Unternehmen schnelleres Wachstum als der inzwischen weniger aggressiv als früher auftretende Marktführer. Für das laufende Quartal rechnet Lyft mit einem Umsatzplus von 60 Prozent auf mindestens 800 Millionen Dollar.

Die Aktie verlor im nachbörslichen US-Handel nach anfänglichen Zuwächsen rund drei Prozent und rutschte unter die Marke von 58 Dollar. Ende März hatte Lyft den Ausgabepreis beim Börsengang noch auf 72 Dollar festgesetzt. Bei Anlegern gibt es nach wie vor Zweifel, ob Fahrdienst-Vermittler am Ende profitabel wirtschaften können.

In einer Partnerschaft, die auf die Zukunft zielt, wird die Google-Schwesterfirma Waymo in den kommenden Monaten zunächst zehn ihrer selbstfahrenden Autos auf die Lyft-Plattform in der Stadt Phoenix bringen. Lyft kündigte schon länger an, den Dienst für Roboterwagen verschiedener Anbieter öffnen zu wollen. Uber arbeitet unterdessen weiter an eigener Technologie für selbstfahrende Autos.

Auch der Marktführer, der voraussichtlich zum Ende dieser Woche ebenfalls an die Börse geht, schreibt hohe Verluste. Das liegt unter anderem daran, dass die Anbieter mit hohen Rabatten um Kunden kämpfen. Zugleich wird Uber und Lyft zugetraut, mit ihren Plattformen die Transportbranche umzukrempeln. Deshalb dürfte Uber mit einer Gesamtbewertung von rund 90 Milliarden Dollar an die Börse gehen.

Allerdings gerät Uber durch Streikaufrufe unter Druck. In Australien und Großbritannien protestierten Fahrer gegen schlechte Arbeitsbedingungen und schalteten zeitweise ihre Apps ab, in den USA waren ebenfalls Streiks geplant. In den sozialen Medien solidarisierten sich Nutzer durch den Hashtag #UberShutDown. «Es ist an der Zeit, die Ausbeutung zu beenden», twitterte Australiens Gewerkschaft der Transportarbeiter. Der britischen Gewerkschaft IWGB zufolge ist den Fahrern speziell der milliardenschwere Börsengang ein Dorn im Auge, der Investoren enorme Einnahmen beschere, während ihre eigene Bezahlung weiter sinke.

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dpa

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Veröffentlicht am:
08. 05. 2019
15:40 Uhr

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08. 05. 2019
15:40 Uhr



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