Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: CoronavirusVideosCotubeBlitzerwarner

Wirtschaft

Umwelthilfe will Genehmigung von Nord Stream 2 prüfen lassen

Die Pipeline Nord Stream 2 ist heftig umstritten. Die Umwelthilfe legt nun noch einmal nach. Die Betreibergesellschaft weist Kritik zurück.



Nord Steream 2
Ein Schiff verlegt in der Ostsee Rohre für die Gaspipeline Nord Stream 2.   Foto: Bernd Wüstneck/dpa/Archivbild

Die Deutsche Umwelthilfe will die Genehmigung der umstrittenen Ostseepipeline Nord Stream 2 prüfen lassen. Ein entsprechender Antrag sei beim zuständigen Bergamt Stralsund gestellt worden, teilte die Umwelthilfe am Donnerstag mit.

Hintergrund ist ein Rechtsgutachten, das von der TU Berlin in Auftrag gegeben wurde. Demnach gibt es angesichts aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse «mindestens erhebliche Hinweise» darauf, dass die Methanemissionen der Gasförderung in Europa und Russland tatsächlich deutlich höher seien, als bislang angenommen. Methan sei Hauptbestandteil von Erdgas. Es sei um ein Vielfaches klimawirksamer als CO2.

Daraus folge eine «relevante Wahrscheinlichkeit» dafür, dass auch die in Zusammenhang mit dem Betrieb von Nord Stream 2 sowie der notwendigen Anschlusspipeline möglichen Methanemissionen heute anders zu bewerten seien, als es in den für die Vorhaben durchgeführten Genehmigungsverfahren erfolgt sei, heißt es im Gutachten. Die vom Bergamt Stralsund erteilte Genehmigung sehe ausdrücklich Handlungsmöglichkeiten für den Fall zuvor nicht absehbarer nachteiliger Auswirkungen von Nord Stream 2 auf die Umwelt vor.

Das Energieministerium in Mecklenburg-Vorpommern bestätigte, dass im Bergamt Stralsund ein Antrag der Deutschen Umwelthilfe eingegangen sei. Dieser werde nun geprüft.

Die Betreibergesellschaft von Nord Stream 2 erklärte zum Antrag der Umwelthilfe, das Projekt sei auf der Basis «umfassender Umweltverträglichkeitsprüfungen» von kompetenten Behörden aus fünf Ländern genehmigt worden und sei weitgehend realisiert. «Die Umsetzung erfolgte und erfolgt in strikter Übereinstimmung mit geltendem nationalen, internationalen und EU-Recht.» Weiter hieß es:

«Wir sehen keinen Grund für die von der Deutschen Umwelthilfe geforderte Überprüfung erteilter Genehmigungen.»

Nord Stream 2 soll Gas von Russland nach Deutschland transportieren. Die Gesellschaft bezeichnete die Pipeline und die in Russland kürzlich gebaute Infrastruktur zur Anbindung der neuen Lagerstätten im Norden Sibiriens als das «weltweit modernste und umweltfreundlichste System» zu Produktion und Transport von Erdgas. Die Erreichung der Klimaziele im Kontext des Ausstiegs aus Atomenergie und Kohleverstromung sei kurz- und mittelfristig nur mit mehr Gas im Energiemix möglich.

Die USA dagegen warnen seit langem vor einer zu großen Abhängigkeit der EU von russischem Gas und wollen das Projekt verhindern. Deshalb haben sie zuletzt Sanktionen gegen Firmen verhängt, die an der Pipeline mitbauen. Gleichzeitig bieten sich die Vereinigten Staaten den Staaten in Europa als Lieferant von Flüssiggas an, das in den USA zum Teil mit dem umstrittenen Fracking-Verfahren gewonnen wird. Deutschland, wo Nord Stream 2 anlanden soll, befürwortet den Bau der Pipeline und kritisierte die Sanktionen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
05. 03. 2020
17:41 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Atomenergie Bau Deutsche Umwelthilfe Erdgasförderung Europäische Union Staaten Umweltverträglichkeitsprüfungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Verbot von Einweg-Plastik

24.06.2020

Verbot für Einweg-Plastik kommt Mitte 2021

Imbissbuden ohne Plastik-Gabel, Partys ohne Plastik-Trinkhalme, der Kaffee auf die Hand ohne Plastik-Rührstäbchen: Das soll in der EU ab Sommer 2021 Alltag werden. Das Verbot ist in Brüssel längst besiegelt. An der Umset... » mehr

Dieselfahrverbot

09.06.2020

Dieselabgase belasten Luft weniger: 25 Städte über Grenzwert

Monatelang bestimmte NO2 aus dem Auspuff von Dieselautos die Schlagzeilen, vom VW-Skandal über den Streit um Nachrüstungen bis zu Fahrverboten. Nun hat das Umweltbundesamt gute Nachrichten für Stadtbewohner. » mehr

Energieverbrauch und CO2-Ausstoß

29.04.2020

Corona lässt Energieverbrauch und CO2-Ausstoß sinken

Eine Wirtschaft auf Sparflamme wegen der Corona-Pandemie bedeutet weniger Energiebedarf, bei Erdöl merken Verbraucher den Preiseffekt schon deutlich. Auch für das Klima ist der Rückgang der Nachfrage positiv. Die Frage i... » mehr

Antrag auf Kurzarbeitergeld

vor 19 Stunden

Bald erste EU-Hilfen für Kurzarbeiter in der Corona-Krise

100 Milliarden Euro aus Brüssel sollen den EU-Staaten helfen, Kurzarbeit zu finanzieren. Nach wochenlangem Vorlauf könnte bald das erste Geld fließen. » mehr

Hamburger Hafen

09.07.2020

Viel Schatten und ein wenig Licht für deutschen Export

Der deutsche Export scheint in der Corona-Krise das Schlimmste überstanden zu haben. Es geht wieder etwas aufwärts. Von Normalität kann allerdings noch keine Rede sein. » mehr

Paschal Donohoe

09.07.2020

Paschal Donohoe wird Chef der Eurogruppe

Mit erst 45 Jahren übernimmt der irische Finanzminister Paschal Donohoe einen der mächtigsten Posten in Brüssel. Mitten in der Corona-Krise wartet viel Arbeit auf ihn. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Lkw bleibt in Unterführung stecken

Lkw bleibt in Unterführung stecken | 09.07.2020 Coburg
» 13 Bilder ansehen

Lagerhalle in Geiselwind brennt völlig aus Geiselwind

Lagerhalle brennt völlig aus | 23.06.2020 Geiselwind
» 31 Bilder ansehen

BMW und Motorrad stoßen auf der B 173 zusammen Redwitz an der Rodach

BMW und Motorrad stoßen auf der B 173 zusammen | 23.06.2020 Redwitz an der Rodach
» 8 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
05. 03. 2020
17:41 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.