Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Wirtschaft

VW: Keine unzulässige Abschaltsoftware in neueren Dieseln

Volkswagen hat nach eigener Darstellung in neueren Diesel-Autos keine unzulässigen Abschaltvorrichtungen zur Manipulation der Abgaswerte eingebaut.



VW-Logo
Das Logo von Volkswagen auf dem Markenhochhaus des Konzerns in Wolfsburg.   Foto: Julian Stratenschulte

Nach aktuellem Stand sei «nichts illegales passiert», sagte ein VW-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Er reagierte damit auf einen Bericht des SWR, nach dem auch in neuere Diesel-Motoren mit der Abgasnorm Euro 6 eine Software eingebaut sei, die erkenne, ob sich das Fahrzeug auf einem Prüfstand befindet, eine so genannte «Zykluserkennung». Konkret geht es dem SWR-Bericht zufolge um den Nachfolger des Skandalmotors EA189, EA288.

Ein VW-Sprecher erklärte, es sei nicht verboten, so genannte «Fahrkurven» festzulegen. Dabei werden bestimmte Eigenschaften eines Autos so eingestellt, dass prinzipiell auch erkannt werden kann, ob es sich gerade in einem Prüfstandstest befindet. Diese Einstellungen dürften von Entwicklern aber nicht dazu genutzt werden, etwa die Abgassteuerung zu beeinflussen. Hinweise darauf, dass so etwas geschehen sein könnte, habe man nicht.

Auch auf SWR-Nachfrage bestritt der VW-Konzern den Vorwurf: Fahrzeuge mit dem Dieselmotor EA288 enthielten «keine Zykluserkennung» und demnach auch keine unzulässige Abschalteinrichtung.

Bereits im Herbst 2015 kurz nach dem Bekanntwerden des VW-Abgasskandals mit dem Motor EA189 im Zentrum war der Verdacht aufgekommen, auch das neuere Aggregat EA288 könne von Manipulationen betroffen sein. Schon damals kam VW «nach gründlicher Prüfung» zu dem Ergebnis, dass in beiden EA288-Varianten - mit Euro 6 und der früheren Abgasnorm Euro 5 - «keine Software verbaut ist, die eine unzulässige Abschalteinrichtung im Sinne der Gesetzgebung darstellt». Der SWR beruft sich nun auf interne VW-Unterlagen von Ende 2015, in denen detailliert beschrieben werde, wie eine «Zykluserkennung» im EA288 funktioniere.

Bei der vor vier Jahren in den USA aufgedeckten Abgasaffäre, die den VW-Konzern bereits viele Milliarden Euro gekostet hat, geht es rein technisch darum, dass eine VW-Software erkennt, dass das Auto auf Abgas-Prüfständen getestet wird. Die Einstellungen werden dann so geändert, dass die Richtwerte erreicht werden. Draußen auf der Straße im Alltag sind die Werte dann höher, und die Angaben aus der Laborsituation werden deutlich überschritten.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 09. 2019
09:48 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Abgasnormen Abgasskandale Abgaswerte und Abgasstandards Auto Deutsche Presseagentur Diesel Dieselmotoren Fahrzeuge und Verkehrsmittel Motoren Südwestrundfunk VW Volkswagen AG
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
VW-Umrüstung

12.09.2019

Ministerium: Keine neue Abschalteinrichtung bei VW gefunden

Der Motor mit der Bezeichnung EA 189 brockte VW die Abgasaffäre und schwerste Krise der Firmengeschichte ein. Gab es auch beim Nachfolger EA 288 Manipulationen? Konzern und Behörden weisen das zurück. » mehr

Volkswagen

04.09.2020

VW will Diesel-Einzelkläger mit Einmalzahlungen entschädigen

Etwa eine Viertelmillion Dieselkunden aus dem Musterverfahren haben von Volkswagen inzwischen Schadenersatz bekommen. Manche Verbraucher setzten aber auf eigene Klagen, einige landeten am Bundesgerichtshof. Wie sieht es ... » mehr

Volkswagen

28.07.2020

Dieselskandal nicht mitbekommen? - Wenig Hoffnung für Kläger

Das Grundsatz-Urteil gegen Volkswagen ist gesprochen, aber damit sind nicht alle Diesel-Fälle entschieden. Mehrere Tausend Kläger haben ihr Auto erst nach Auffliegen des Abgasbetrugs im Herbst 2015 gekauft. » mehr

«Dieselgate»-Affäre jährt sich zum fünften Mal

14.09.2020

Bewährung vorbei: US-Aufseher sieht VW in der Spur

Drei Jahre lang kontrollierte er als «Aufpasser» der US-Regierung, ob Volkswagen nach der Abgasaffäre interne Regeln hinreichend verschärfte. Das Zeugnis von Larry Thompson fällt insgesamt gut aus. Aber der Jurist richte... » mehr

Martin Winterkorn

09.09.2020

Ex-VW-Chef Winterkorn muss auf die Anklagebank

Kommt er vor Gericht - oder gibt es einen Deal? Ein Prozessbeginn im Betrugsverfahren um Ex-VW-Chef Winterkorn war lange in der Schwebe. Nun steht fest: Der über «Dieselgate» gestürzte Manager muss sich öffentlich stelle... » mehr

Investorenprozess zur Dieselaffäre

07.09.2020

Dieselaffäre: VW und Anleger streiten weiter

Zum Dieselskandal bei VW gibt es mittlerweile Urteile vom Bundesgerichtshof. Viele betroffene Kunden haben durch einen Vergleich aus dem Musterverfahren Schadenersatz bekommen. Das bedeutet aber nicht, dass auch der Anle... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Schaeffler Aktionstag in Eltmann Eltmann

Schaeffler Aktionstag in Eltmann | 16.09.2020 Eltmann
» 7 Bilder ansehen

WG: Totschlags-Prozess Coburg

Gerichtsprozess in Coburg | 14.09.2020 Coburg
» 16 Bilder ansehen

Schwerer Unfall auf der A 70 Wonfurt

Sattelzug rammt Pannenfahrzeug von Autobahn | 10.09.2020 Wonfurt
» 14 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 09. 2019
09:48 Uhr



^