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Wirtschaft

VW erwartet «gravierend rückläufiges Ergebnis»

Nachfrageeinbruch, gekappte Lieferketten, geschlossene Werke: Die Corona-Pandemie drückt beim weltgrößten Autobauer erheblich aufs Geschäft. Inzwischen läuft die Produktion wieder an. Für den weiteren Jahresverlauf herrscht bei VW aber große Unsicherheit.



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VW erwartet ein «gravierend rückläufiges» Ergebnis.   Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Der VW-Konzern stellt sich wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf deutlich schlechtere Geschäftszahlen im laufenden Jahr ein. Man erwarte ein «im Vorjahresvergleich gravierend rückläufiges» operatives Ergebnis, das aber noch im positiven Bereich landen werde.

Für das zweite Quartal rechnet Volkswagen sogar mit roten Zahlen im Tagesgeschäft. Dies teilte das Unternehmen am Mittwoch in Wolfsburg mit. Auch der Umsatz dürfte «voraussichtlich deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen», hieß es.

Der größte Autokonzern der Welt gab zudem die detaillierten Zahlen zum ersten Quartal bekannt. Demnach sackte der auf die Hauptanteilseigner entfallende Nettogewinn im Vergleich zum ersten Jahresviertel 2019 um mehr als 86 Prozent auf 405 Millionen Euro ab. Der Gewinn vor Steuern sank von 4,1 auf 0,7 Milliarden Euro.

Vorläufige Daten hatte Volkswagen bereits Mitte April genannt. Diese wurden nun bestätigt: Der Umsatz nahm zwischen Januar und März von 60,0 auf 55,1 Milliarden Euro ab, der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen von 4,8 auf 0,9 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatten etwa zusätzliche Kosten aus der Dieselkrise das Ergebnis noch mit 1,0 Milliarden Euro belastet.

«Die weltweite Covid-19-Pandemie hat unser Geschäft im ersten Quartal erheblich beeinträchtigt», sagte Finanzvorstand Frank Witter. Der Konzern erlebe eine «beispiellose Krise». So schrammte die Konzerntochter Audi knapp an den roten Zahlen vorbei: Das operative Ergebnis von 15 Millionen Euro lag im ersten Quartal deutlich unter dem Vorjahreswert von 1,1 Milliarden Euro.

Bei der Hauptmarke VW Pkw halbierte sich das Ergebnis im laufenden Geschäft im Vergleich zum Vorjahr fast, es sank von 821 auf 481 Millionen Euro. Nicht viel besser sieht es bei Porsche aus, wo der Betriebsgewinn mit 529 Millionen Euro im ersten Quartal über ein Drittel (36 Prozent) geringer ausfiel als im Vorjahreszeitraum.

Konzernweit gingen die Auslieferungen um 23 Prozent auf rund 2 Millionen Fahrzeuge zurück. Das Verkaufsminus erstreckte sich dabei über fast alle Marken, lediglich Bentley konnte leicht zulegen.

Die Nettoliquidität im Auto-Kerngeschäft sank in den ersten drei Monaten um 3,5 auf 17,8 Milliarden Euro - Ende Dezember 2019 hatte sie noch bei 21,3 Milliarden Euro gelegen. Damit sei die Zahlungsfähigkeit «weiter solide», teilte VW mit. Konzernchef Herbert Diess hatte jüngst geschätzt, dass während des Corona-Lockdowns bis zu 2 Milliarden Euro pro Woche an Liquidität verloren gingen.

Finanzchef Witter erklärte, man werde wohl nicht in allen Märkten gleichermaßen zum Vorkrisen-Niveau zurückkehren können. Es sei aber schon möglich, von einer «gewissen Erholung» zu sprechen. «Wir werden um jeden Kunden kämpfen. Wir werden das Jahr nicht abschreiben.»

Für das zweite Quartal rechnet VW jedoch mit einem Verlust im Tagesgeschäft, wie Witter sagte: «Das operative Ergebnis im zweiten Quartal wird negativ sein.» Die Zeit zwischen April und Ende Juni dürfte dem Finanzchef zufolge die schwierigste im Jahresverlauf sein.

Wegen der Corona-Krise hatte VW seine genaue Jahresprognose für 2020 vor zwei Wochen kassiert. Wie viele andere Hersteller hatte der Konzern den Betrieb in Werken und Autohäusern wegen Ansteckungsrisiken und fehlenden Nachschubs durch unterbrochene Lieferketten einstellen müssen. Zudem drückten Turbulenzen auf den Rohstoff- und Kapitalmärkten aufs Geschäft.

Das Unternehmen fährt nun nach knapp eineinhalb Monaten Stillstand die Produktion auch in Deutschland langsam wieder hoch. Nachdem vergangene Woche der Standort Zwickau neu anlief, kamen in dieser Woche der Stammsitz Wolfsburg und andere Werke hinzu - allerdings mit zunächst geringerer Kapazität und erhöhten Sicherheitsstandards. Anfang Mai sollen Fabriken in den USA, Lateinamerika und Südafrika den Betrieb aufnehmen. In China, dem Ursprungsland der Pandemie, waren zuletzt fast alle Standorte zurück am Netz.

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dpa

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Veröffentlicht am:
29. 04. 2020
14:51 Uhr

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29. 04. 2020
14:51 Uhr



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