Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Wirtschaft

Verkauf von Dicamba in den USA vorerst untersagt

Mit der Monsanto-Übernahme hat sich Bayer viele Probleme eingebrockt. Dabei geht es nicht nur um den Unkrautvernichter Glyphosat. Auch das Mittel Dicamba führt zu Streit vor Gericht, jetzt wurde ihm in den USA vorerst die Zulassung entzogen. Auch BASF ist betroffen - und viele Bauern.



Bayer
Logo von Bayer.   Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Rückschlag für Bayer und BASF: Ein US-Gericht hat eine 2018 erteilte Zulassung des Unkrautvernichters Dicamba aufgehoben.

Die US-Umweltbehörde EPA habe die Risiken des Produkts falsch eingeschätzt, hieß es in der Begründung des Gerichts vom Mittwoch (Ortszeit) in San Francisco. Unter Abwägung der Fehler der EPA bei der Zulassung einerseits und der Folgen einer Aufhebung andererseits werde dem Mittel die Registrierung entzogen.

Die Entscheidung betrifft damit neben dem auf Dicamba basierten Unkrautvernichter XtendiMax von Bayer auch Engenia von BASF sowie FeXapan des US-Konzerns Corteva. Bayer und BASF stimmen mit dem Urteil nicht überein und prüfen jeweils die nächsten Schritte, wie Sprecher beider Dax-Konzerne der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX sagten.

Abhängig von den Maßnahmen der EPA und davon, ob das Urteil erfolgreich angefochten werde, gehe es nun darum, die Auswirkungen auf die Kunden in den USA in dieser Saison so gering wie möglich zu halten, betonte der Bayer-Sprecher weiter. Über finanzielle Auswirkungen lasse sich derzeit noch nichts sagen.

So dürfen Landwirte die Herbizide nicht länger verwenden, wenngleich sie womöglich bereits viel Geld für Saatgut ausgegeben haben, das dagegen resistent ist. Agrarkonzerne verdienen neben dem Verkauf der Unkrautvernichter auch Geld etwa mit Soja-, Baumwoll- und Maissaat, die gegen die Herbizide resistent sind, also etwa auf mit Dicamba oder auch Glyphosat behandelten Feldern ausgebracht werden können.

So hatte die EPA die Zulassung für die betreffenden Dicamba-Produkte erst gegen Ende 2018 kurz vor dem Auslaufen der alten Genehmigung mit Einschränkungen verlängert. Dicamba sorgte damals insbesondere für negative Schlagzeilen, weil der Wind das Mittel auf Felder wehte, auf denen nicht-immune Pflanzen angebaut wurden. Wegen der Schäden auf Nachbarfeldern fordern zahlreiche Bauern Schadenersatz.

Erst im Februar 2020 hatte eine US-Jury Bayer und BASF in einem solchen Rechtsstreit zu millionenschwerem Schadenersatz verurteilt. Insgesamt sollen die beiden Unternehmen einem Pfirsichbauern aus Missouri 265 Millionen US-Dollar zahlen. Er beschuldigt die Konzerne, dass er durch den Einsatz von Dicamba auf benachbarten Feldern Ernteverluste erlitten habe, da Teile des Unkrautvernichters auf seine Plantagen geweht worden sein sollen. Sowohl Bayer als auch BASF kündigten Rechtsmittel gegen das Urteil an.

Dicamba ist schon länger im Einsatz und wurde von dem mittlerweile von Bayer geschluckten US-Saatgutkonzern Monsanto vertrieben, auch da der Verkaufsschlager Glyphosat bei der Bekämpfung bestimmter Unkräuter wegen entstandener Resistenzen teils weniger wirksam wurde. Die Zulassung der nun vom Verbot betroffenen Dicamba-Variante endet derweil ohnehin im Dezember 2020. Aktuell läuft ein Zulassungsverfahren für die folgenden Jahre. Bayer hofft auf eine Zulassungsentscheidung im Herbst.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
04. 06. 2020
11:29 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Agrarkonzerne BASF AG Dax-Konzerne Glyphosat Konzerne Kunden Landwirte und Bauern Monsanto Schäden und Verluste Streitereien US-Konzerne
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Bayer-Kreuz

16.02.2020

Bayer und BASF sollen Millionen an Pfirsichbauer zahlen

Eine US-Jury hat den Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer sowie den Chemiekonzern BASF im Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Dicamba zu millionenschwerem Schadenersatz verurteilt. » mehr

Glyphosat-Streit

25.06.2020

Bayer will Glyphosat-Klagen hinter sich lassen

Mit mehr als zehn Milliarden Euro will Bayer reinen Tisch machen: Die meisten der US-Klagen, mit denen sich der Konzern herumschlägt, sollen mit einem Vergleich abgehakt werden. Nach dem Durchbruch überwiegt zunächst der... » mehr

Bayer

28.04.2020

Hauptversammlung im Internet: Bayer trotzt der Corona-Krise

Als erster Dax-Konzern führte das Traditionsunternehmen sein Aktionärstreffen komplett online durch. Das schützte zwar die Teilnehmer vor Ansteckung mit dem Virus. Aktionärsschützer hatten dennoch einiges zu mäkeln. » mehr

Bayer

31.03.2020

Bayer akzeptiert Vergleich um Unkrautvernichter

Mit der milliardenschweren Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto hat sich Bayer enorme Rechtsrisiken aufgehalst. In einem Fall gibt es nun eine Einigung mit US-Sammelklägern. Die größte juristische Baustelle des Leverk... » mehr

Bayer

24.06.2020

Bayer erzielt Milliardenvergleich mit US-Glyphosat-Klägern

Teurer Befreiungsschlag: Bayer will reinen Tisch machen bei den meisten der US-Klagen, die der Konzern sich 2018 mit der umstrittenen Monsanto-Übernahme aufgehalst hat. Dafür akzeptieren die Leverkusener jetzt einen mill... » mehr

Das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Roundup

31.01.2020

US-Umweltbehörde stützt Bayer weiter im Glyphosat-Konflikt

Mit der Übernahme von Monsanto hatte sich Bayer 2018 immense Rechtsrisiken ins Haus geholt. Im Streit um Gesundheitsgefahren durch das Pestizid Glyphosat stärkt nun eine Behörde in den USA dem Unternehmen den Rücken. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Muggendorfer Gebirgslauf

Muggendorfer Gebirgslauf | 05.08.2020
» 24 Bilder ansehen

Der Coburger Bahnhof der Zukunft Coburg

Der Coburger Bahnhof der Zukunft | 03.08.2020 Coburg
» 21 Bilder ansehen

Fridays for Future und Critical Mass in Coburg Coburg

Fridays for Future und Critical Mass in Coburg | Coburg
» 32 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
04. 06. 2020
11:29 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.