Lade Login-Box.
Topthemen: Coronavirus in BayernDie Videos der WocheDer BachelorCotubeBlitzerwarner

Wirtschaft

Vermieter warnen vor Mietendeckel: «Es geht klüger»

Wohnungen sind vielerorts knapp, und die Mieten steigen. Der Berliner Senat berät nun darüber, die Mieten für fünf Jahre einzufrieren. Die großen Vermieter warnen davor - und verweisen aufs Ausland.



Wohnungssuche in Berlin
«Suche Wohnung» steht auf dem Zettel an einer Laterne unweit des Gleimtunnels. Der Berliner Senat berät über einen Mietendeckel - die Immobilienbranche ist dagegen.   Foto: Paul Zinken

Ohne Mieterhöhungen fehlt aus Sicht der Wohnungswirtschaft Geld für Neubau, Instandhaltung und Modernisierung. Einen Mietendeckel, wie ihn Berlins Senat an diesem Dienstag diskutiert, lehnt der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) deshalb ab.

«Es geht wesentlich klüger», sagte Verbandspräsident Axel Gedaschko am Montag und verwies auf Portugal. Dort erhalten nach seinen Angaben Vermieter von Juli an Steuervorteile, wenn sie örtliche Mietobergrenzen akzeptieren. Profitieren sollen demnach Mieter mit niedrigen Einkommen. «Damit könnte ich mich deutlich eher anfreunden als mit dem Berliner Mietendeckel.»

Über Eckpunkte für das neue Gesetz will der rot-rot-grüne Berliner Senat an diesem Dienstag beraten. Erwogen wird, die Mieten in der Hauptstadt für fünf Jahre einzufrieren.

In fünf Jahren könnten Baukosten der Erfahrung nach um 20 Prozent steigen, Personalkosten um 13 Prozent, sagte der Verbandschef. «Unsere Unternehmen haben extrem wenig Spielraum, solche höheren Kosten aufzufangen.»

Gedaschko übte deutliche Kritik am Senat. In den vergangenen zwölf Jahren habe Berlin nur 12.900 Sozialwohnungen geschaffen, das nur halb so große Hamburg dagegen 28.500. «Sie haben es komplett versemmelt», sagte Gedaschko.

Zu den 3000 Mitgliedern der GdW-Landesverbände zählen auch private Branchenriesen wie Vonovia und Deutsche Wohnen, vor allem aber Genossenschaften und städtische Wohnungsunternehmen, auch in Berlin.

Bundesweit sinkt die Zahl der Sozialwohnungen. Denn noch immer fallen mehr Wohnungen aus der Förderung als neue gebaut werden. Zuletzt lag die Lücke bei rund 16.000 Wohnungen.

Die GdW-Unternehmen haben im vergangenen Jahr mehr neue Wohnungen gebaut, aber nicht so viele wie erhofft. Die Baufirmen seien hoch ausgelastet, Grundstücke teuer und wenig verfügbar, begründete Gedaschko dies. «Die Dynamik ist ein wenig verschwunden.»

Der Verband legte ein Vorschlagsbündel für bezahlbares Wohnen vor. Es sieht neben Lockerungen im Baurecht vor, dass der Staat Ausgaben erhöht und auf Einnahmen verzichtet. Sie reichen von eine Genehmigungspflicht für Zweitwohnungen über zusätzliche Milliarden für Sozialwohnungen bis hin zu verbilligten Grundstücken aus Bundeshand.

Anderswo müssen Vermieter wieder Wohnungen abreißen verdeutlichte Gedaschko. In weiten Teilen Ostdeutschlands und in einigen westdeutschen Gegenden steige der Leerstand wieder. Standen 2017 nach jahrelangem Rückgang im Durchschnitt noch 8 Prozent der Wohnungen ostdeutscher GdW-Mitglieder leer, waren es vergangenes Jahr 8,3 Prozent. Für dieses Jahr rechnet der Verband mit 8,5 Prozent im Osten und 1,4 Prozent im Westen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
17. 06. 2019
15:34 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Axel Gedaschko Baukosten Bauunternehmen Immobilienfirmen Leerstände Löhne und Einkommen Mieten Personalkosten Senat von Berlin Vonovia Wohnen Wohnungsbranche Wohnungsunternehmen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Baugenossenschaften in Berlin

03.02.2020

Mieten im eigenen Haus: Baugenossenschaften sind gefragt

75 Quadratmeter in guter Lage für 600 Euro warm? Das klingt für viele Städter nach einem Traum, wird durch Genossenschaften aber möglich. Niedrigzinsen und Wohnungsmangel gehen jedoch nicht spurlos an ihnen vorbei. » mehr

Vonovia

05.11.2019

Vonovia sieht Berliner Mietendeckel gelassen

Der Berliner Mietendeckel ist heiß umstritten. Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia bleibt jedoch gelassen. Für ihn wird das Ausland immer wichtiger. » mehr

Grunderwerbsteuer

03.02.2020

Immobilienwirtschaft kritisiert hohe Grunderwerbsteuern

Baukindergeld hier, immer höhere Grunderwerbsteuern dort - diesen Widerspruch kritisiert die Immobilienwirtschaft nicht zum ersten Mal. Adressat: die Bundesländer, die binnen eines Jahres 12 Prozent mehr Einnahmen von de... » mehr

Wohnungsbau

15.08.2019

Weniger Baugenehmigungen für Wohnungen im ersten Halbjahr

Weniger Wohnungen für mehr Menschen: Es werden weniger Baugenehmigungen erteilt, obwohl Experten schätzen, dass jährlich bis zu 400.000 Einheiten gebaut werden müssten, um den Bedarf zu decken. » mehr

Katrin Lompscher

30.08.2019

Berlin schwächt Pläne für Mietendeckel ab

Acht Euro Höchstmiete - dieses Ziel des Berliner Senats hatte heftige Kritik ausgelöst. Nun will Rot-Rot-Grün die Grenze bei 9,80 Euro ziehen. Und längst nicht alle Mieter können sich auf sie berufen. » mehr

Vonovia

07.05.2019

Vonovia macht bei steigenden Mieten mehr Gewinn

Die Mieten in Deutschland steigen weiter. Gerade in Großstädten geraten deshalb Wohnungsunternehmen wie Vonovia in die Kritik, Forderungen nach Enteignung werden laut. Bei der Vorlage seiner guten Quartalszahlen geht der... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Faschingszug in Sand Sand

Faschingszug in Sand | 23.02.2020 Sand
» 10 Bilder ansehen

Faschingszug in Zeil Zeil

Faschingszug in Zeil | 23.02.2020 Zeil
» 10 Bilder ansehen

Faschingszug in Burgpreppach Burgpreppach

Faschingszug in Burgpreppach | 23.02.2020 Burgpreppach
» 12 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
17. 06. 2019
15:34 Uhr



^