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Wirtschaft

Wirecard: Philippinische Behörden überprüfen 57 Verdächtige

57 Personen und Unternehmen stehen im Wirecard-Fall im Visier der Ermittlungsbehörden auf den Philippinen. Für eine Anklabe benötigen sie allerdings Beweise aus Deutschland.



Wirecard
Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Wirecard seit 2015 Scheingewinne auswies, und ermittelt wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs.   Foto: Peter Kneffel/dpa

Im milliardenschweren Bilanzskandal beim insolventen Ex-Dax-Konzern Wirecard ermitteln die Behörden auf den Philippinen derzeit gegen 57 verdächtige Personen und Unternehmen.

Strafanzeigen seien jedoch noch nicht eingereicht worden, sagte der Chef der Antigeldwäsche-Agentur AMLC, Mel Gergie Racela, am Freitag bei einer Online-Pressekonferenz. Die Behörde ermittelt wegen inländischer Verstöße gegen das Anti-Geldwäsche-Gesetz und wartet auf Beweise aus Deutschland, um Anklage gegen Verdächtige zu erheben.

Ermittelt werde unter anderem gegen Angestellte von zwei örtlichen Banken sowie gegen zwei philippinische Einwanderungsbeamte, die Reiseunterlagen des flüchtigen Ex-Wirecard-Vertriebsvorstands Jan Marsalek gefälscht haben sollen. Gleichzeitig betonte Racela erneut, dass die von dem Zahlungsdienstleister vermissten 1,9 Milliarden Euro nicht ins philippinische Finanzsystem gelangt seien und es auch keine Berichte über verdächtige Transaktionen gebe. Deshalb sei der Fall für das Land «nicht so riesengroß».

Beim gescheiterten Payment-Anbieter Wirecard fehlen insgesamt 1,9 Milliarden Euro, die der Konzern in seiner Jahresbilanz 2019 auf der Habenseite verbuchen wollte - das Ergebnis wahrscheinlich nicht existierender Luftgeschäfte mit Subunternehmern in Südostasien und im Mittleren Osten. Das vermisste Geld sollte sich eigentlich auf philippinischen Treuhandkonten befinden. Im Juni stellte sich dann heraus, dass weder die Milliarden noch die Treuhandkonten existierten.

Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Wirecard seit 2015 Scheingewinne auswies, und ermittelt wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs. Der Schaden für die kreditgebenden Banken und Investoren könnte sich auf 3,2 Milliarden Euro summieren. Im Bundestag soll ein Untersuchungsausschuss die Frage untersuchen, warum der Milliardenbetrug nicht bemerkt wurde.

© dpa-infocom, dpa:200911-99-518850/2

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dpa

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Veröffentlicht am:
11. 09. 2020
11:44 Uhr

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11. 09. 2020
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