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Wirtschaft

Zukunft der Luftfahrtmesse ILA ist offen

Sie ist die größte deutsche Flugzeugschau, ein wichtiger Branchentreff. Doch es ist unklar, wie es weitergeht. Das Problem ist das Geld. Und dann ist da auch noch der BER.



Luftfahrtmesse ILA
Besucher der ILA 2018 vor einem Transportflugzeug Antonow An-225.   Foto: Patrick Pleul/ZB

Wagemutige Flugschauen, Selfies in Cockpits und Milliarden-Geschäfte: Alle zwei Jahre lockt die Luftfahrtmesse ILA Zehntausende Besucher, Geschäftsleute und Regierungsvertreter nach Schönefeld bei Berlin.

Doch es ist ungewiss, ob und wie es mit der defizitären Messe weitergeht nach der nächsten Ausgabe 2020. Die Berliner Messegesellschaft macht nun Druck auf die Beteiligten.

«Was ab 2022 sein wird, ist vollkommen unklar», sagte Messechef Christian Göke der Deutschen Presse-Agentur. In diesem Jahr müsse eine Lösung gefunden werden - bevor die Gäste zur letzten geplanten Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) im Mai nächsten Jahres kommen. «Man muss allerspätestens 2020 die Zukunft präsentieren können.»

Doch dafür müssen sich eine Reihe von Partnern einig werden, die teils unterschiedliche Ziele haben: der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), die Länder Berlin und Brandenburg, die Messegesellschaft und der Flughafen.

Mehrere hochrangig besetzte Gespräche brachten bislang keine Verständigung. Die strittigste Frage: Wer kommt für die Verluste der Messe auf? «Es kann nicht sein, dass wir als Messe für die Industrie in Brandenburg eine Messe ausrichten, aber dafür die Verluste tragen», sagte Göke, dessen Unternehmen dem Land Berlin gehört. Es müsse ein «Burden Sharing» geben, eine Verteilung der Last.

Die Staatskanzleien in Berlin und Brandenburg bekräftigten, die ILA in der Region halten zu wollen. «Die ILA ist die wichtigste Industriemesse im Land und zeigt auch positive Effekte für den Flughafen», hieß es in Potsdam. Regierungssprecher Florian Engels versicherte: «Brandenburg wird die ILA auch zukünftig mit aller Kraft unterstützen.» Berlins Senatssprecherin Claudia Sünder sagte: «Wichtig wird sein, dass man ein vernünftiges gemeinsames Konzept der Finanzierung entwickelt.»

Auch die Luft- und Raumfahrtindustrie will die Schau auf jeden Fall am Leben erhalten, wie der BDLI deutlich machte. «Mit der ILA Berlin verfügt Deutschland heute über ein weltweites Ausrufezeichen für Hochtechnologie «Made in Germany».» Die ILA bringe Schub für die weltweite Luft- und Raumfahrt.

Bei der Frage nach Geld hält sich der Branchenverband aber zurück. Die Frage sei an die Messe zu richten, denn sie trage die wirtschaftliche Verantwortung. Schönefeld zu verlassen und die Messe anderswo auszurichten, kommt für den Verband jedenfalls nicht infrage. Man sei mit allen Partnern im konstruktiven Dialog.

Sollte im Herbst 2020 mit neun Jahren Verspätung tatsächlich der neue Hauptstadtflughafen in Betrieb gehen, dürfte die ILA bei einer Fortsetzung ein neues Gesicht bekommen. Denn das Ausstellungsgelände liegt am Rand des BER-Areals direkt an der neuen Start- und Landebahn. Sei sie erst in Betrieb, könnten dort nicht mehr so viele Flugzeuge zur Schau gestellt werden, auch die Möglichkeiten für Flugschauen seien dann eingeschränkt, sagte ein Flughafensprecher. «Die ILA wäre weiter möglich, aber sie darf den Flugbetrieb nicht stören.»

Die Flughafengesellschaft hat einen Blick auf das ILA-Gelände geworfen. Sie will es von der Messegesellschaft und der Zukunftsagentur Brandenburg kaufen. Denn die Hallen könnte sie zwischen den Messen gut nutzen, etwa für Fracht, und die Freiflächen als Parkplätze.

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dpa

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Veröffentlicht am:
30. 03. 2019
08:57 Uhr

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30. 03. 2019
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