Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Wissenschaft

4000 Hammerschläge auf dem Roten Planeten

Vier Stunden lang hämmerte sich der Marsmaulwurf bei seinem ersten Einsatz in den Boden. Der Roboter gelangte nicht allzuweit in die Tiefe. Wahrscheinliche Ursache: ein Stein.



Roboter-Maulwurf gräbt auf dem Mars
Der kniehohe Maulwurf soll die Temperatur im Marsboden bis auf ein Tausendstel Grad Celsius genau messen.   Foto: NASA/JPL-Caltech/AP

Auf dem Mars hat sich ein in Deutschland entwickelter Roboter erstmals vollautomatisch in den Boden gehämmert. Der Marsmaulwurf mit dem offiziellen Namen HP3 soll helfen, einige Geheimnisse des Roten Planeten zu lüften.

Er sei bei seinem ersten, vier Stunden dauernden Einsatz mit 4000 Hammerschlägen etwa 18 bis 50 Zentimeter tief in den Marsboden vorgedrungen, teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit. Ziel des Experiments sei die Messung des Wärmestroms aus dem Marsinneren.

«Bei seinem Weg in die Tiefe ist der Maulwurf anscheinend auf einen Stein getroffen, hat sich um etwa 15 Grad geneigt und diesen beiseitegedrückt oder sich an ihm vorbeigeschoben», sagte der wissenschaftliche Leiter des HP3-Experiments, Tilman Spohn. Nach einer Abkühlpause wollen die Forscher den «Maulwurf» in einer zweiten Phase für erneut vier Stunden weiterhämmern lassen. In den kommenden Wochen soll der Roboter dann - bei ausreichend porösem Untergrund - in drei bis fünf Meter Tiefe vordringen.

Der kniehohe künstliche Maulwurf soll die Temperatur bis auf ein Tausendstel Grad Celsius genau messen. Daraus lässt sich zum Beispiel schließen, wie sich das Innere des Roten Planeten entwickelt hat und ob er noch immer über einen heißen flüssigen Kern verfügt. Der Roboter ist am DLR entwickelt worden. Er sieht aus wie ein großer Nagel, der über einen eingebauten Hammer verfügt. Er zieht ein Kabel hinter sich her, das mit Temperatursensoren bestückt ist.

HP3 («Heat Flow and Physical Properties Package») war im Rahmen der Nasa-Mission «InSight» Ende November auf dem Mars gelandet - nach einer rund 485 Millionen Kilometer lange Reise. Der Landeplatz liegt in einer Region, die weitgehend eben und frei von größeren Steinen und Felsen ist, der Ebene Elysium Planitia nördlich des Mars-Äquators. Bisherige Mars-Missionen haben das Gebiet noch nicht vom Boden aus erkundet. Die insgesamt rund 650 Millionen Euro teure «InSight»-Mission ist auf zwei Jahre angelegt.

Es war die erste Mars-Landung der Nasa seit «Curiosity» 2012. Ein außerordentlich schwieriges Manöver: Nur rund 40 Prozent aller bisher weltweit gestarteten Mars-Missionen waren der Nasa zufolge erfolgreich. Ziel des «InSight»-Projekts ist es, mehr über den Aufbau des Planeten und über die Dynamik unter seiner Oberfläche zu erfahren. Die gemessenen Werte für Temperatur und Leitfähigkeit des Bodens sollen helfen, die Rechenmodelle zur Entstehung des Planeten zu verbessern.

Ein Nachfolger für «InSight» steht auch schon in den Startlöchern: 2020 soll der Rover «Mars 2020» auf den Weg gebracht werden, eine Art überarbeitete Version von «Curiosity».

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 03. 2019
16:27 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
DLR Mars Mars-Missionen NASA Roboter Temperatursensoren
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Geschafft

27.11.2018

Nasa-Roboter «InSight» sicher auf dem Mars gelandet

Jubel und Freudentränen bei der Nasa: Nach dem Rover «Curiosity» 2012 ist nun auch der Roboter «InSight» erfolgreich auf dem Mars gelandet. Mit an Bord ist ein deutscher «Marsmaulwurf». Ersten Anzeichen nach funktioniert... » mehr

Roboter-Maulwurf

06.03.2019

Aus nach 30 Zentimetern: Deutscher Marsmaulwurf hängt fest

Bei seinem Einsatz hat sich der deutsche Marsmaulwurf rasch in den Boden gebohrt - kam aber nur 30 Zentimeter tief. Nun macht er wegen eines Hindernisses erstmal Pause. » mehr

Starhopper

28.08.2019

SpaceX testet erfolgreich Prototyp für Mars-Rakete

Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk hat erfolgreich einen Prototypen für seine Schwerlastrakete getestet, die dereinst Menschen und Fracht zum Mond und zum Mars bringen soll. » mehr

Marssonde

03.09.2018

Ein «Maulwurf» gräbt sich in den Mars

Wie sind die riesigen Vulkane auf dem Mars entstanden? Was ist mit dem Magnetfeld passiert? Der Rote Planet birgt viele Geheimnisse. Einige soll der Lander «InSight» lüften. An Bord: ein «Maulwurf» aus Deutschland. » mehr

Mars-Rover «Opportunity»

14.02.2019

Nasa gibt Mars-Rover «Opportunity» auf

Eigentlich sollte «Opportunity» nur 90 Tage auf dem Mars aktiv sein. Am Ende wurden es fast 15 Jahre. Der ausdauernde Roboter hat den Roten Planeten erkundet und Unmengen an kostbaren Daten geliefert. Doch ein Staubsturm... » mehr

Mars-Vase

27.01.2019

Berliner Forscher stellen Mars-Vasen her

Vor Kurzem ließen chinesische Forscher das erste Mal eine Pflanze auf dem Mond wachsen, in Berlin entwerfen Wissenschaftler Vasen aus Mars-Sand. Werden wir bald heimisch auf Nachbarplaneten? » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Schwäne werden in die Freiheit entlassen

Schwäne werden in Freiheit entlassen | 11.11.2019 Ebersdorf
» 10 Bilder ansehen

30 Jahre Mauerfall

30 Jahre Mauerfall | 10.11.2019
» 13 Bilder ansehen

Faschingsauftakt in Gehülz

Faschingsauftakt in Gehülz | 10.11.2019 Gehülz
» 13 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 03. 2019
16:27 Uhr



^