Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 30 Jahre WiedervereinigungCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Wissenschaft

Das Bett teilende Paare schlafen besser

Der gemeinsame Schlaf mit dem Partner kann einen Schub für die geistige Gesundheit und die kreativen Fähigkeiten bringen, vermuten Forscher.



Paare
Wer das Bett dauerhaft mit dem Partner teilt, hat anscheinend einen besseren und längeren Traumschlaf.   Foto: picture alliance / dpa

Wer das Bett dauerhaft mit dem Partner teilt, hat anscheinend einen besseren und längeren Traumschlaf. Das berichten Forscher um Henning Johannes Drews vom Universitätsklinikum Kiel nach einer kleinen Studie im Journal «Frontiers of Psychiatry».

«Durch gute REM-Phasen kann die mentale Gesundheit erhalten bleiben», sagte Erstautor Drews vom Zentrum für Integrative Psychiatrie (ZIP) der Deutschen Presse-Agentur. Die Abkürzung REM steht für Rapid Eye Movement - rege Augenbewegungen, wie sie für den Traumschlaf typisch sind.

Das deutsch-dänische Forscherteam hatte für die Studie den Schlaf von zwölf jungen und gesunden Paaren untersucht. Die 24 Teilnehmer verbrachten dafür vier Nächte im Schlaflabor und schliefen teils allein, teils mit Partner oder Partnerin. Die Wissenschaftler analysierten dabei ihren Schlaf - von Gehirnwellen über die Atmung und Muskelverspannungen bis zu Körperbewegungen. Zudem befragten sie die Probanden unter anderem zu ihrer Beziehung.

Seit langem sei bekannt, dass es im Paarschlaf mehr Körperbewegungen geben könne, sagt Drews. «Das Mehr an Bewegungen darf man aber nicht mit schlechterem Schlaf verwechseln. Das Gehirn schläft dabei trotzdem gut.»

Die Forscher stellten fest, dass die REM-Phasen bei den schlafenden Paaren sowohl verlängert als auch weniger gestört waren als bei den einzeln Schlafenden. «Die Vermutung liegt nahe, dass man dadurch emotional ausgeglichener wird», sagt Drews. Kreativität, soziale Interaktionen und kreative Problemlösungen könnten möglicherweise gestärkt werden. «Je besser der REM-Schlaf ist, desto besser kann man sozial interagieren.»

Zudem zeige die Studie, dass Partner ihre Schlafmuster einander anpassen. «Paare, die eine eher oberflächliche Beziehung haben, stimmen ihren Schlaf nicht so aufeinander ab», sagt Drews. Werde der Beziehung dagegen tiefere Bedeutung beigemessen, dann werde der Schlaf stärker synchronisiert.

Für Drews sind viele Fragen zum Paarschlaf noch unbeantwortet, etwa ob die bei jungen Paaren festgestellten Effekte auch bei älteren Menschen zum Tragen kommen oder was passiert, wenn ein Partner an einer ernsthaften Erkrankung leidet oder schlicht schnarcht. Beides war bei den untersuchten Paaren nicht der Fall.

© dpa-infocom, dpa:200625-99-556313/2

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 06. 2020
07:29 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Deutsche Presseagentur Ernsthafte Erkrankungen Forscherteams Kreativität Psychiatrie Schlaflabors Universitätskliniken Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Zeitschriften
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Schlaf

02.10.2020

Wenn die Umarmung zum Alptraum wird

Was lange normal war, gilt sei Corona als Gefahr. Das hinterlässt Spuren bei vielen Menschen - sogar bis ins Schlafzimmer. Forscher wissen jetzt immer mehr darüber, wie sich die Pandemie auch auf unsere Träume auswirkt. » mehr

Coronavirus - Corona-Impfstoff «Sputnik V»

16.09.2020

Kritik an russischer Studie zu Corona-Impfstoff

Die Studie zu dem russischen Corona-Impfstoff wirft international unter Forschern mehr Fragen auf als sie Antworten gibt. Die Darstellung der Daten zu «Sputnik V» wecken Zweifel. » mehr

Blutuntersuchung

24.08.2020

Schützt überstandene Corona-Infektion vor Neuansteckung?

Bei vielen Infektionskrankheiten gilt: Hat ein Patient die Erkrankung hinter sich, ist er einige Zeit vor dem Erreger geschützt. Bei Corona gibt es dazu zwar viel Forschung, aber kein klares Ergebnis. Zuletzt gaben einig... » mehr

Murmeltiere in Kasachstan

22.05.2020

Murmeltier-Forschung nutzt Bilder alter Spionagesatelliten

Mit Hilfe von Spionagesatelliten beobachteten die USA in der Hochzeit des Kalten Krieges das Gebiet der damaligen Sowjetunion. Heute erfüllen die jahrzehntealten Aufnahmen wieder eine Aufgabe: Bei der Studie von Murmelti... » mehr

Eisbären

21.07.2020

Eisbären könnten bis 2100 aus Arktis verschwinden

Infolge des schmelzenden Eis in der Arktis ist das Überleben von Eisbären bis 2100 nach Berechnungen von Forschern gefährdet. » mehr

Kind beim Zahnarzt

18.09.2020

Kreidezähne: Eine Krankheit mit noch vielen Rätseln

Bei manchen Kindern zerbröseln die Zähne regelrecht im Mund. Die Ursachen für die Krankheit MIH sind noch immer nicht bekannt. Eltern können trotzdem etwas tun. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Lastwagen-Unfall auf der B 303 bei Ebersdorf Ebersdorf

Lastwagen-Unfall auf der B 303 bei Ebersdorf | 20.10.2020 Ebersdorf
» 9 Bilder ansehen

Unfall bei Eschenau

Unfall bei Eschenau | 20.10.2020 Ebern
» 6 Bilder ansehen

HSC 2000 Coburg - Nordhorn-Lingen 26:29 Coburg

HSC 2000 Coburg - Nordhorn-Lingen 26:29 | 18.10.2020 Coburg
» 94 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 06. 2020
07:29 Uhr



^