Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Wissenschaft

Europäische Weltraumorganisation Esa richtet sich neu aus

Es ist ein Milliardenmarkt mit wachsendem Wettbewerb: Raketenanbieter buhlen um neue Aufträge. Die europäische Arianespace stellt deshalb Forderungen. Und die zuständigen Minister machen sich mit der Europäischen Weltraumorganisation an die Arbeit.



Johann-Dietrich Wörner
Esa-Generaldirektor Johann-Dietrich Wörner bei einem Treffen der für Raumfahrt zuständigen Minister der 22 Mitgliedstaaten der Organisation.   Foto: Juan Carlos Rojas

Unter dem Druck stark wachsender Konkurrenz durch private US-Firmen hat die Europäische Weltraumorganisation Esa sich für die kommenden Jahre neu ausgerichtet.

«Ich bin sehr glücklich, wir haben einen klaren Kurs festgelegt», sagte Esa-Generaldirektor Johann-Dietrich Wörner nach einem Treffen mit vielen der für Raumfahrt zuständigen Minister der 22 Mitgliedstaaten der Organisation. Sie waren in Villanueva de la Cañada bei Madrid zusammengekommen.

Kurz zuvor hatte der Chef von Arianespace, Stéphane Israël, mit Blick auf die Tagung betont: «Wir werden billiger werden, aber wir brauchen die Unterstützung unserer Regierungen.» Hundert Prozent der europäischen Aufträge sollten an europäische Raketen vergeben werden, forderte er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Im französischen Evry - dem Sitz von Arianespace - bereitet vor allem der Aufstieg der US-Konkurrenzunternehmen SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk und Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos große Sorgen. Beide US-Raketenanbieter erhalten hoch dotierte Aufträge von der Regierung in Washington und können so die Preise auf dem kommerziellen Markt drücken.

Als Antwort lässt die Esa die neuen Trägerraketen Ariane 6 und Vega C entwickeln, die Fracht günstiger ins Weltall bringen können. Die Ariane 6, deren Oberstufe in Bremen montiert wird, soll im Juli 2020 erstmals vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana abheben. Bislang liegen Arianespace sechs Startaufträge für dieses Modell vor.

Wörner sprach vor seinem Treffen mit den Esa-Ministern von einer «dramatischen Marktveränderung». Nach der Tagung klang er optimistischer. Es seien zwei Beschlüsse verabschiedet worden - «und zwar beide einstimmig, das ist sehr wichtig». Mit der ersten Resolution werde er beauftragt, «zweckdienliche Verbindungen» zur EU herzustellen. Die zweite Resolution gebe ihm «strategische Leitlinien» für die Vorbereitung der Programme und Tätigkeiten.

Die Zwischenkonferenz diente der Vorbereitung der für November 2019 im spanischen Sevilla angesetzten nächsten Ministerratstagung der Esa, der «Space19+». Die Esa habe keine eigenen Etat und müsse daher bei den Ministerratstagungen Programme vorschlagen, erklärte Wörner im Europäischen Weltraum-Astronomiezentrum der Esa (Esac). «Die Mitgliedstaaten entscheiden dann, ob sie zahlen oder nicht zahlen.»

Wörner präsentierte den Ministern in Spanien einen «Fahrplan für die weitere nachhaltige und effiziente Finanzierung und Durchführung von Weltraumprogrammen in Europa (...) in Anbetracht des Paradigmenwechsels im Raumfahrtsektor sowie Anregungen für die nach 2019 von der Esa durchzuführenden Weltraumprogramme».

Einer der wichtigsten Punkte des Fahrplans ist nach Angaben der Esa unter anderem «die Positionierung Europas als Hauptakteur der neuen Ära des globalen Vorhabens zur Exploration des Weltraums - auf zum Mond und anschließend zum Mars - in Zusammenarbeit mit bestehenden (wie den USA) und neuen Partnern (wie etwa China)».

Am Rande der Tagung wurde eine Erklärung über den Einsatz der Trägerraketen Ariane-6 und Vega-C unterzeichnet. Fünf Staaten - Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und die Schweiz - bringen darin «ihren uneingeschränkten Rückhalt für die europäische Raumfahrzeugträger-Industrie» zum Ausdruck. Arainespace erhofft sich auch einen Auftrag aus Deutschland. «Aber natürlich ist das eine souveräne Entscheidung der deutschen Regierung», sagte Israël.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 10. 2018
19:15 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arianespace Deutsche Presseagentur Elon Musk Europäische Weltraumorganisation Jeff Bezos Johann-Dietrich Wörner Minister SpaceX Tagungen Trägerraketen Unternehmen in den USA
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Jan Wörner

27.11.2019

Esa-Chef warnt vor Dino-Schicksal und fordert mehr Geld

Europa stellt dieser Tage in Sevilla die Weichen für gemeinsame Weltraum-Projekte. Im Mittelpunkt steht ein Mann aus Kassel, der engagiert für mehr Aufmerksamkeit und Investitionen wirbt. Er bemüht dafür auch die Dinos, ... » mehr

Astronaut

28.05.2020

Schlechtes Wetter: «Crew Dragon»-Start zur ISS verschoben

Neun Jahre ist es her, dass zuletzt Astronauten von den USA aus zur Internationalen Raumstation starteten. Das sollte sich ändern - ein erster Teststart musste allerdings erstmal wieder verschoben werden. » mehr

Arianespace

25.10.2018

Ariane-Raketenbetreiber sieht Europa in der Pflicht

Es ist ein Milliardenmarkt mit wachsender Konkurrenz: Raketenanbieter wetteifern um private und öffentliche Aufträge. Die europäische Arianespace stellt jetzt starke Forderungen - auch an Deutschland. » mehr

Testflug gescheitert

26.05.2020

Testflug von Virgin-Orbit-Trägerrakete gescheitert

Der britische Milliardär Richard Branson will Flüge ins Weltall für Kunden durchführen. Der Testflug einer Trägerrakete seiner Firma ist nun jedoch gescheitert. Laut Branson habe man trotzdem einen großen Schritt vorwärt... » mehr

Lichterkette am Nachthimmel

21.04.2020

Perlenkette aus Satelliten am Himmel zu sehen

Ein kurioses Phänomen irritiert derzeit wieder viele Menschen beim Blick zum Firmament. Über den Nachthimmel ziehen einige helle Pünktchen. » mehr

Landung

02.08.2020

US-Astronauten nach historischer ISS-Mission wieder gelandet

Seit 2011 waren die USA für Reisen zur ISS auf Russland angewiesen - das war teuer und kratzte am Ego. Im Mai brachte das US-Unternehmen SpaceX Astronauten zur ISS. Nun sind sie wieder zurück auf der Erde. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

HSC Coburg: Training und Media Day

HSC Coburg: Training und Media Day | 12.08.2020 Coburg
» 25 Bilder ansehen

WG: HSC - mögliche Aufmacher

WG: HSC - mögliche Aufmacher | 12.08.2020 Coburg
» 26 Bilder ansehen

Großbrand in Tettau auf Bauernhof

Großbrand auf Tettauer Bauernhof | 09.08.2020 Tettau
» 50 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 10. 2018
19:15 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.