Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: CoronavirusVideosCotubeBlitzerwarner

Wissenschaft

Mehr als 500 Landwirbeltier-Arten vor dem Aussterben

Nach Ansicht mexikanischer Forscher erlebt die Erde derzeit ein Massenaussterben. Dabei stehen Hunderte Arten vor dem Aus. Schuld sei vor allem eine Spezies.



Rucervus duvacelli
Auch das Rucervus duvacelli ist akut vom Aussterben bedroht.   Foto: Gerardo Ceballo/dpa

Mehr als 500 Arten von Landwirbeltieren stehen nach einer Analyse derzeit am Rande des Aussterbens.

Dies sei wahrscheinlich größtenteils auf menschliches Handeln zurückzuführen, berichten Forscher um Gerardo Ceballos von der Nationalen Autonomen Universität Mexikos (Unam) in den «Proceedings» der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA (PNAS).

Ceballos und seine zwei US-amerikanischen Co-Autoren erfassten für 515 Arten, dass es bei ihnen jeweils nur noch weniger als 1000 Individuen gibt. Dies seien rund 1,7 Prozent der 29.400 untersuchten Landwirbeltier-Arten. Unter den akut gefährdeten Spezies sind demnach etwa das Sumatra-Nashorn (Dicerorhinus sumatrensis), der Stummelfußfrosch Atelopus varius, der Clariónzaunkönig (Troglodytes tanneri) und der Buntbock (Damaliscus pygargus). 335 der stark bedrohten Arten sind Vogelspezies.

Die 515 Arten leben laut der Studie hauptsächlich in tropischen und subtropischen Gebieten, die stark von menschlichen Aktivitäten betroffen sind - die meisten mit 30 Prozent in Südamerika, ein Prozent in Europa. In denselben Gegenden lebe auch die überwiegende Mehrheit der 388 Arten von Landwirbeltieren, von denen es weniger als 5000, aber mindestens 1000 Individuen gebe.

Nach Ansicht der Forscher erlebt die Erde derzeit ein sechstes Massenaussterben. Dieses beschleunige sich. Zu den menschlichen Aktivitäten, die dabei eine Rolle spielten, gehörten unter anderem die Übernutzung von Ressourcen, die Umweltverschmutzung und der illegale Wildtierhandel.

Seit 1900 seien geschätzt mehr als 540 Landwirbelspezies ausgestorben, so die Forscher. Allein in den kommenden zwei Jahrzehnten könne eine ebenso hohe Zahl folgen. Schätzungen, wonach ein Fünftel aller Arten bis 2050 vom Aussterben bedroht sein könnten, ergäben allmählich Sinn. Dies sei auch für die menschliche Zivilisation eine existenzielle Bedrohung, da Ökosysteme, von denen die Menschheit abhänge, stark verändert würden.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 06. 2020
04:35 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Akademien Artenschwund Menschheit Südamerika Umweltverschmutzung Wissenschaftsakademien Zivilisation Ökosysteme
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Röntgensatellit XMM-Newton

10.06.2020

Signale an Schwarzem Loch wiederentdeckt

Über Jahre hat die Sonne den Kontakt versperrt, nun entdecken Astronomen den «Herzschlag» eines 600 Millionen Lichtjahre entfernten Schwarzen Lochs wieder. » mehr

Entenküken

23.06.2020

Forscher wollen Lockdown-Auswirkungen auf Tiere untersuchen

Der Corona-Lockdown könnte auch das Verhalten von Wildtieren verändert haben. Dieser Annahme möchten Forscher aus Konstanz nun nachgehen. Der Direktor spricht von einem «unfassbaren wissenschaftlichen Geschenk». » mehr

Eisbär

01.03.2020

Forscher beobachten mehr Kannibalismus unter Eisbären

Normalerweise stehen Robben auf der Speisekarte von Eisbären. Zuletzt näherten sich die Tiere aber immer öfter auch menschlichen Siedlungen. Nun melden Forscher eine weitere Beobachtung. » mehr

Hitze

15.01.2020

2019 zweitwärmstes Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen

Die weltweite Erderwärmung hält an: 2019 war nach Angaben mehrerer Wetterorganisationen das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen - nur ganz knapp hinter dem bisherigen Rekordhalter. » mehr

Gletscher in Island

05.11.2019

Mehr als 11.000 Wissenschaftler erklären «Klima-Notfall»

Mehr als 11.000 Wissenschaftler aus 153 Ländern, darunter 871 Forscher deutscher Universitäten und Institute, warnen in einer gemeinsamen Erklärung vor einem weltweiten «Klima-Notfall». » mehr

Fischkutter

vor 3 Stunden

Zustand von Nord- und Ostsee schlechter denn je

Deutschland hat beim Schutz der Meere versagt - dieses Fazit zieht ein neuer Greenpeace-Report. Die Umweltschützer zeigen drastische Folgen auf. Kritiker werfen ihnen verzerrende Aussagen vor. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Lkw bleibt in Unterführung stecken

Lkw bleibt in Unterführung stecken | 09.07.2020 Coburg
» 13 Bilder ansehen

Lagerhalle in Geiselwind brennt völlig aus Geiselwind

Lagerhalle brennt völlig aus | 23.06.2020 Geiselwind
» 31 Bilder ansehen

BMW und Motorrad stoßen auf der B 173 zusammen Redwitz an der Rodach

BMW und Motorrad stoßen auf der B 173 zusammen | 23.06.2020 Redwitz an der Rodach
» 8 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 06. 2020
04:35 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.