Topthemen: Globe TheaterHSC 2000 CoburgBBC CoburgStromtrasse

Wissenschaft

Nase gepanzerter Dinosaurier diente als Klimaanlage

Gepanzerte Dinosaurier konnten Wärme gut im Körper halten. Aber was machten sie, wenn es zu heiß wurde? Beim Abkühlen hat vermutlich die Nase eine wichtige Rolle gespielt.



Nase diente als Klimaanlage
Den Ergebnissen der Forscher zufolge führte die Wärmerückgewinnung beim Ausatmen zu Energieeinsparungen von 65 Prozent bei Panoplosaurus und von 84 Prozent bei Euoplocephalus.   Foto: Bourke et al/EurekAlert

Die gewundenen Nasengänge von Ankylosauriern ermöglichten vermutlich einen effizienten Wärmeaustausch zwischen Körper und Luft und sorgten so für eine Kühlung des Gehirns. Das schließen Wissenschaftler der Ohio University in Athens (Ohio, USA) aus entsprechenden Computersimulationen.

Jason Bourke und Kollegen rekonstruierten die Nasenhöhlen von Panoplosaurus mirus und Euoplocephalus tutus und simulierten das Fließen der Luft und den Wärmeaustausch. Ihre Studie ist in der Fachzeitschrift «PLOS ONE» veröffentlicht.

«Die riesigen Körper, die wir bei den meisten Dinosauriern sehen, müssen im warmen Erdmittelalter sehr heiß geworden sein», wird Bourke in einer Mitteilung der Ohio University zitiert. Gerade stark gepanzerte Tiere wie die Ankylosaurier konnten nach bisherigen Kenntnissen zwar gut Wärme im Körper halten - Abkühlung bei drohender Überhitzung war aber vermutlich schwierig. Vor etwa zehn Jahren entdeckte Ko-Autor Lawrence Witmer, dass Ankylosaurier stark gewundene Nasengänge haben. In der aktuellen Studie überprüften die Wissenschaftler, inwieweit diese Windungen bei einem Wärmeaustausch hilfreich sind.

Sie erstellten zunächst anhand von vorhandenen Fossilien ein dreidimensionales Computermodell des Naseninnenraums von Panoplosaurus und Euoplocephalus. Dann simulierten sie die Luftströmungen beim Ein- und Ausatmen und die Wärmeübertragung zwischen Nasenwänden und Luft. Während die Nase beim Einatmen die Luft bis in die Nähe der Körpertemperatur erwärmen muss, soll sie beim Ausatmen möglichst viel Wärme aus der Luft zurückgewinnen. Bei Säugetieren sorgen Einbauten in der Nasenhöhle, die Nasenmuscheln, für eine Vergrößerung der Oberfläche, an der der Wärmeaustausch stattfindet.

Die Gruppe um Bourke fand durch die Simulationen heraus, dass der gewundene Atemgang die Wärme ebenso effizient austauscht wie die Nasenmuscheln der Säugetiere. Dann simulierten sie eine Nase ohne Windungen. «Wenn wir eine kurze, einfache Nase in die Schnauze steckten, sanken die Wärmeübertragungsraten bei beiden Dinosauriern um über 50 Prozent», erklärt Bourke. Er und seine Kollegen rekonstruierten anhand von Rillen und Kanälen in den Knochen auch die Blutgefäße. Diese lagen so, dass das warme Blut aus dem Körperrumpf Wärme an die eingeatmete Luft abgeben konnte. Die Verdunstung von Feuchtigkeit in den langen Nasengänge kühlte gleichzeitig das Blut ab, das ins Gehirn strömte.

Den Ergebnissen der Forscher zufolge führte die Wärmerückgewinnung beim Ausatmen zu Energieeinsparungen von 65 Prozent bei Panoplosaurus und von 84 Prozent bei Euoplocephalus. Letzterer brauchte wohl auch einen effizienteren Wärmetausch, weil er größer war als Panoplosaurus.

«Wenn wir uns die Nasenhöhlen und die Atemwege von Dinosauriern anschauen, stellen wir fest, dass die ausgeprägtesten Nasen in den großen Dinosaurierarten gefunden werden», sagte Witmer laut Universitätsmitteilung. Dies deute darauf hin, dass die physiologischen Belastungen großer Körpergröße möglicherweise einige anatomische Neuerungen hervorgerufen haben, etwa um die Temperatur im Gehirn zu regulieren.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
28. 12. 2018
16:15 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Dinosaurier Klimaanlagen Körper
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Saturn

21.12.2018

Saturn verliert seine Ringe schneller als gedacht

Das auffällige Ringsystem ist wohl das charakteristischste Kennzeichen des Planeten Saturn. Bald - in kosmischen Maßstäben gedacht - könnten sie verschwunden sein. » mehr

Krater unter Eis

14.11.2018

Krater zeigt: Ein riesiger Meteorit traf einst Grönland

Der Einschlag eines Asteroiden in Nordamerika trug wahrscheinlich maßgeblich zum Aussterben der Dinosaurier bei. Auch Grönland wurde einst von einem Giganten aus dem All getroffen, haben Forscher nun entdeckt. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Melchior-Otto-Tag in Kronach

Melchior-Otto-Tag in Kronach | 20.01.2019 Kronach
» 14 Bilder ansehen

Prunksitzung der Coburger Narrhalla

Prunksitzung der Coburger Narrhalla | 20.01.2019 Coburg
» 40 Bilder ansehen

2. Coburger Fitnessnacht

2. Coburger Fitnessnacht | 20.01.2019 Coburg
» 80 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
28. 12. 2018
16:15 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".