Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 30 Jahre WiedervereinigungCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Wissenschaft

Saturn verliert seine Ringe schneller als gedacht

Das auffällige Ringsystem ist wohl das charakteristischste Kennzeichen des Planeten Saturn. Bald - in kosmischen Maßstäben gedacht - könnten sie verschwunden sein.



Saturn
Bereits die beiden «Voyager»-Sonden hatten bei ihrem Vorbeiflug in den 1980er Jahren Belege dafür gefunden, dass die Eisteilchen der Saturnringe auf den Planeten herabregnen.   Foto: NASA/JPL/ESA

Der Planet Saturn verliert seine majestätischen Ringe, und zwar in höherem Tempo als gedacht. Das schließen Astronomen um James O'Donoghue von der US-Weltraumbehörde Nasa aus einer Analyse der Saturnatmosphäre.

Die Eisteilchen der Ringe werden demnach in vergleichsweise großer Menge von der Schwerkraft des Gasriesen abgesaugt. In 100 Millionen Jahren könnten die Ringe verschwunden sein, erläuterte O'Donoghue in einer Mitteilung der Universität Leicester. Die Forscher stellen ihre Analyse im US-Fachblatt «Icarus» vor.

Bereits die beiden «Voyager»-Sonden der Nasa hatten bei ihrem Vorbeiflug in den frühen 1980er Jahren Belege dafür gefunden, dass die Eisteilchen der Saturnringe auf den Planeten herabregnen und dabei dunkle Bänder in der Atmosphäre des Gasriesen bilden. «Wir schätzen, dass dieser "Ring-Regen" den Saturnringen in einer halben Stunde die Entsprechung eines Olympia-Schwimmbeckens entzieht», berichtete O'Donoghue. In diesem Tempo werde das Ringsystem spätestens in 300 Millionen Jahren komplett verschwunden sein.

Es könnte allerdings noch wesentlich schneller gehen, denn hinzu kommt ein weiterer Verlust: Die europäisch-amerikanische Saturnsonde «Cassini», die 2004 bei dem Ringplaneten eingetroffen war, hatte zudem beobachtet, das der Ring-Regen auch auf den Saturn-Äquator prasselt. «Addiert man das von der Raumsonde "Cassini" nachgewiesene Ring-Material, das auf den Saturn-Äquator fällt, haben die Saturnringe weniger als 100 Millionen Jahre zu leben», erläuterte O'Donoghue. Verglichen mit dem Alter des Planeten von mehr als 4000 Millionen Jahren sei das eine vergleichsweise kurze Zeit.

Weil sie so schnell verschwinden, gehen Forscher davon aus, dass die Ringe - in kosmischen Maßstäben - noch nicht sehr lange existieren. «Das geringe Alter der Ringe hat einige wirklich erstaunliche Konsequenzen», ergänzte Ko-Autor Tom Stallard von der Universität Leicester. «Es ist möglich, dass die Saturnringe zur Zeit der Dinosaurier sogar noch größer und heller waren als wir sie heute sehen. Irgendetwas Dramatisches muss sich bei Saturn ereignet haben, lange nachdem der Planet selbst sich gebildet hat.» Die Forscher wollen das Phänomen nun weiter beobachten und dabei unter anderem untersuchen, wie sich die Ringe mit den Jahreszeiten auf Saturn verändern.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 12. 2018
13:41 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Allgemeine (nicht fachgebundene) Universitäten Astronomen Bänder Cassini Dinosaurier NASA Planeten Raumsonden Ringe Saturn Sonden
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Nasa-Roboter schickt Proben in die Mars-Umlaufbahn

11.11.2020

Nasa bereit für Zurückschicken von Mars-Probe zur Erde

Gerade erst hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa eine Probe von einem Asteroiden entnommen, jetzt geht es schon an die nächste große Herausforderung: Eine Probe vom Mars. Das wäre zwar noch lange hin - gut aufgestellt sei di... » mehr

Nasa-Sonde

20.10.2020

Nasa-Sonde soll Probe vom Asteroiden Bennu nehmen

Eines Tages könnte Bennu der Erde gefährlich nahe kommen. Das Risiko ist gering, trotzdem will die Nasa den Asteroiden genau erforschen. Die Sonde «Osiris Rex» soll deswegen nun eine Probe von Bennu nehmen - mit einem ko... » mehr

Merkur-Sonde «BepiColombo»

13.10.2020

Merkur-Sonde vor Rendezvous mit der Venus

Nach der Erde besucht die Sonde «BepiColombo» nun auch die Venus. Auf ihrem Flug zum Merkur soll sie mit dem Manöver ihre Geschwindigkeit reduzieren. Für die Wissenschaft wird es aber auch spannend. Sieben der elf Instru... » mehr

Mars

18.09.2020

Sonne, Mond und Sterne im Oktober 2020

Die Erde zieht auf der Innenspur an Mars vorbei. Doch besonders nahe sind sie sich schon ein paar Tage zuvor. Am 25. Oktober werden die Uhren wieder auf Winterzeit und somit um eine Stunde zurückgestellt. » mehr

Start in Cape Canaveral

30.07.2020

«Perseverance» auf dem Weg zum Mars

Hubschrauber fliegen auf dem Mars? Das soll ab nächstem Jahr möglich werden. Eine am Donnerstag gestartete Nasa-Mission zum Roten Planeten macht sich zudem auf die Suche nach Leben und den Ursprüngen des Universums. » mehr

Sonde Richtung Mars

20.07.2020

Vereinigte Arabische Emirate starten Mars-Mission

Die Vereinigten Arabischen Emirate investieren massiv in die Raumfahrt. Nach einem ersten Astronauten im All schicken sie jetzt von Japan aus eine Sonde zum Mars. Dahinter steckt mehr als reine PR. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Schulbus kollidiert mit Lkw Rügheim

Schulbus kollidiert mit Lastwagen | 23.11.2020 Rügheim
» 12 Bilder ansehen

THW Kiel - HSC 2000 Coburg 41:26 (22:13) Kiel

THW Kiel - HSC 2000 Coburg 41:26 (22:13) | 21.11.2020 Kiel
» 78 Bilder ansehen

Nutzfahrzeug auf Flugplatz fängt Feuer

Nutzfahrzeug fängt auf Flugplatz Feuer |
» 7 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 12. 2018
13:41 Uhr



^