Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

NP

Greiner nennt "Freigeister-Party" am Karfreitag eine Provokation

Das Tanzverbot am Karfreitag ist in Bayern zwar gelockert. Aber die in München geplante Veranstaltung stößt nicht nur bei der evangelischen Regionalbischöfin auf Kritik.



Oberfranken/München - Die in München geplante "Freigeister-Party" verursacht Ärger. "Keiner verlangt von Menschen, dass sie die Inhalte des Karfreitags anerkennen. Doch ein wenig Respekt gegenüber den Menschen, denen diese Inhalte wichtig sind - das sollte doch erwartet werden können", sagte Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner unserer Zeitung. Der Karfreitag schaffe dem Thema Leiden und Sterben Raum. Kinder und Jugendliche erlebten heute kaum noch Gebrechlichkeit des Alters und das Sterben von Großmutter und Großvater im eigenen Haus.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sagte: "Wer Freiheit so versteht, dass jeder an jedem Tag feiern kann, wie er lustig ist, trägt zur Auflösung der Gesellschaft bei."

Assunta Tammelleo, stellvertretende Vorsitzende des Bundes für Geistesfreiheit (BfG) in München, hatte vor etwa zehn Jahren die Initiative gegen das Tanzverbot am Karfreitag ergriffen. Im vergangenen November hatte das Bundesverfassungsgericht den strengen bayerischen Schutz des Karfreitags für verfassungswidrig erklärt. Es müsse Ausnahmen von der Pflicht zur Stille geben; ein generelles Verbot sei unverhältnismäßig. Am diesjährigen Karfreitag will der BfG in München seine Party feiern. Tammelleo erklärt unserer Zeitung, eine Party am Karfreitag sei im Freistaat nur erlaubt, wenn sie nicht kommerziell organisiert sei und im geschlossenen Raum stattfinde. Sie müsse Ausdruck einer Weltanschauung sein. Die Stadt München hatte dem BfG seit 2007 das Feiern von "Heidenspaß"-Partys am Karfreitag untersagt.

Erzbischof Schick sagt dazu: "Am Karfreitag gehört es zur jahrhundertealten Tradition in Bayern, dass Stille herrscht und keine lauten Vergnügungen stattfinden. Die stillen Tage sind ein Segen in unseren hektischen und kommerzialisierten Zeiten." Ein Tanzverbot am Karfreitag schränke zunächst die Freiheit des Einzelnen zwar ein, es trage aber zur Förderung von Gesellschaft und Gemeinwohl bei. "Darum wollen wir, dass der Karfreitag als stiller Feiertag, an dem wir an den Tod Jesu am Kreuz erinnern, erhalten bleibt", betont der Erzbischof.

Das Tanzverbot am Karfreitag befürworten 52 Prozent der Deutschen, wie aus einer Umfrage des Instituts YouGov hervorgeht. 38 Prozent lehnen es ab. Vor allem ältere Menschen sind für das Tanzverbot.

Lade TED
 
Ted wird geladen, bitte warten...
 

Diese Umfrage ist nicht repräsentativ

Autor

Elmar Schatz
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
11. 04. 2017
14:29 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundesverfassungsgericht Erzbischöfe Evangelische Kirche Jesus Christus Karfreitag Kritik Regionalbischöfinnen und Regionalbischöfe
Oberfranken
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Die Schockbilder müssen nun auf alle Zigarettenpackungen aufgedruckt sein. Die Frist, in der neutrale Schachteln verkauft werden durften, endet heute.

18.05.2017

Gruselfotos nun auf allen Tabakschachteln

Sie sollen vor allem junge Menschen vom Rauchen abhalten - Gruselfotos und große Warnhinweise. Nun sollen sie auf allen Zigarettenschachteln stehen. » mehr

NPD Verbotsverfahren

17.01.2017

Länder scheitern in Karlsruhe mit NPD-Verbotsantrag

Für die Politik ist es ein Schlag: Auch im zweiten Anlauf gelingt es nicht, ein Verbot der NPD zu erstreiten. Das 300-Seiten-Urteil aus Karlsruhe stellt den Rechtsextremen aber keinen Persilschein aus. » mehr

Datenschützer: für Gesichtserkennung neues Gesetz nötig

31.01.2017

Bayerns Datenschützer warnen vor mehr Video-Überwachung

In Klassenzimmern und im Krankenhaus sollen Kameras nichts zu suchen haben. Auf Kritik stoßen auch Pläne, mehr Vorratsdaten zu speichern. » mehr

Wer in Bayern mit Haschisch - egal ob als Pflanze oder gedrehter Joint - erwischt wird, muss hohe Strafen fürchten.

21.04.2015

Grüne wollen Freiheit für Kiffer

Haschisch ist weniger suchtgefährdend als Tabak oder Alkohol. Trotzdem ist es verboten. Die Partei will das nun ändern. » mehr

Diskussion um Homo-Ehe

05.03.2013

FDP will CDU-Nein zur Homo-Gleichstellung nicht hinnehmen

Die FDP will sich mit dem Nein des Koalitionspartners CDU/CSU zur steuerlichen Gleichstellung von homosexuellen Lebenspartnerschaften nicht abfinden. » mehr

Debatte um NPD-Verbotsverfahren

25.02.2013

Friedrich kündigt NPD-Verbotsantrag der Regierung an

Die Bundesregierung wird aller Voraussicht nach mit einem eigenen Antrag vor dem Bundesverfassungsgericht an der Seite des Bundesrats für ein Verbot der rechtsextremen NPD kämpfen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Klima-Demo in Haßfurt Haßfurt

Klima-Demo in Haßfurt | 20.09.2019 Haßfurt
» 56 Bilder ansehen

Klima-Demo in Kronach

Klima-Demo in Kronach | 20.09.2019 Kronach
» 66 Bilder ansehen

Weltweiter Klimastreik - Fridays for future in Coburg

Klima-Demo in Coburg | 20.09.2019 Coburg
» 16 Bilder ansehen

Autor

Elmar Schatz

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
11. 04. 2017
14:29 Uhr



^