2. Handball-Bundesliga Der Gorr-Effekt beim HSC 2000

Der Handball-Zweitligist HSC Coburg gewinnt nach dem Trainerwechsel beim HC Elbflorenz Dresden. Das Team zeigt eine deutliche Reaktion. So ist der Krimi gelaufen.

 
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Der HSC 2000 Coburg hat am Sonntag das Auswärtsspiel in der 2. Handball-Bundesliga beim HC Elbflorenz Dresden mit 30:29 (17:14) gewonnen. Im ersten Spiel nach der Entlassung von Brian Ankersen und der Rückkehr von Geschäftsführer Jan Gorr auf die Trainerbank zeigte sich die Mannschaft um Kapitän Andreas Schröder deutlich verbessert. Sie überzeugte über weite Strecken der flotten Begegnung und beendete mit dem Erfolg ihre Negativserie von sechs Spielen ohne Sieg.

Beim HSC fehlte neben Felix Jaeger, Viktor Glatthard und Jan Kulhanek auch weiterhin Torjäger Florian Billek, der an einer hartnäckigen Muskelverletzung laboriert. Die Gastgeber um Chefcoach Rico Göde und den früheren Coburger Lukas Wucherpfennig hatten vor der Partie ganz klar einen Heimsieg als Ziel ausgegeben, um die Oberfranken zum Abschluss der Englischen Woche in der Tabelle zu überflügeln.

Verzögerung wegen defekter Bodenplatte

Das Spiel begann mit 45-minütiger Verspätung, nachdem eine defekte Bodenplatte in der Dresdner Ballsport-Arena ausgetauscht werden musste. Jan Gorr schickte zunächst Fabian Apfel im Tor, Jannes Krone und Max Jaeger auf den Außen, Tumi Steinn Runarsson, Andreas Schröder, Jan Schäffer und Jakob Knauer auf die Platte. Offensiv kam Fynn Herzig für Schröder.

Die Anfangsphase verlief ausgeglichen. Es ging gleich ordentlich zur Sache, sodass die Schiedsrichterinnen frühzeitig Zwei-Minuten-Strafen verteilten. Nach zwölf gespielten Minuten stand es 6:6. Allerdings lief es bei beiden Mannschaften noch nicht rund. Es gab etliche technische Fehler und vergebene Chancen auf beiden Seiten.

Der HSC 2000 kämpfte vorbildlich, kombinierte schnell und lag beim 9:7 erstmals mit zwei Toren vorne. Diesen Vorsprung behaupteten die mutig auftretenden Coburger, bei denen jetzt Jan Jochens zwischen den Pfosten stand, bis zum 15:13. Nach einer Jochens-Parade gelang Max Jaeger die erste Drei-Tore-Führung zum 16:13 für den HSC, der mit 17:14 verdientermaßen in Front lag zur Pause.

Selbstbewusstsein eingeimpft

Jan Gorr hatte den zuletzt stark verunsichert wirkenden Coburger Spielern offensichtlich im Schnellverfahren Selbstbewusstsein eingeimpft. Der Start in Hälfte zwei verlief aus HSC-Sicht zunächst nicht optimal, denn statt des 18:14 stand es nach einem Ballklau der Dresdner nur noch 17:15. Doch die Gäste blieben cool. Runarsson und Krone per Strafwurf erhöhten auf 19:15.

Die Sachsen hatten jetzt Probleme, die konzentriert arbeitende Abwehr der Coburger zu überwinden. Im Gegenzug zeigten sich die Oberfranken in der Offensive treffsicher und zogen auf 21:16 davon. Der HC Elbflorenz ließ aber nicht locker, verkürzte auf 18:21.

Der HSC hatte Pech bei einem Pfostentreffer des starken Jakob Knauer. Kurz darauf erhöhte Fynn Herzig dennoch auf 22:18 in der 40. Minute. Beide Mannschaften schenkten sich nichts und fighteten um jeden Zentimeter Boden.

Fünf-Tore -Vorsprung verspielt

Von der großen Verunsicherung der letzten Spielen war bei den Coburgern nichts mehr zu sehen. Sie präsentierten sich gegen die nun offensiver verteidigenden Hausherren abgeklärt und behaupteten nach 45 Minuten beim 26:21 einen Fünf-Tore-Vorsprung. Die Dresdner gaben richtig Gas und verkürzten auf 24:26.

HSC-Coach Jan Gorr nahm die erste Auszeit und versuchte den Lauf der Sachsen zu stoppen. Das gelang nicht, denn Wucherpfennig traf zum 25:26. Mit Glück gelang Max Jaeger im zweiten Versuch das wichtige 27:25 für Coburg. Die spannende Schlussphase begann mit dem Geschoss von Mindaugas Dumcius zum 26:27. Krones Siebenmetertor stellte den alten Abstand wieder her. Nach Schröders Fehlwurf glich Elbflorenz durch Wucherpfennig zum 28:28 aus. Die Partie schien zu kippen fünf Minuten vor dem Ende. Dann Riesenpech für Herzig, der an der Latte scheiterte. Doch Jan Jochens parierte und brachte Coburg wieder in Ballbesitz. Herzig erzielte das umjubelte 29:28 für den HSC gut 120 Sekunden vor der Sirene. Ivar Stavasts 29:29 ließ das Spiel endgültig zum Krimi werden.

Jannes Krone der Siebenmeter-König

Gorr nahm die nächste Auszeit und redete auf seine Spieler ein. 1:21 Minuten standen noch auf der Uhr. Beim folgenden HSC-Angriff wurde Herzig böse gefoult und blieb auf dem Boden liegen. Es gab Siebenmeter: Krone trat an und verwandelte zum 30:29. Die letzte Minute lief. Dresdens Trainer Rico Göde nahm die Auszeit 29 Sekunden vor Ende. Letztlich entschied ein Pfiff der Schiedsrichterinnen gegen den HC Elbflorenz wegen Zeitspiels das spannende Duell .

Statistik

Elbflorenz Dresden: Marino Mallwitz, Marius Noack, Max Mohs – Rene Zobel (2), Lukas Wucherpfennig (7/3), Maurice Niestroj, Jannik Dutschke, Mindaugas Dumcius (3), Nils Holger Kretschmer, Philip Jungemann (2), Ivar Stavast (3), Sebastian Greß (8), Marek Vanco, Vincent Klepp, Michael Schulz (2), Leon Wellner (2). – Trainer: Rico Göde.

HSC 2000 Coburg: Jan Jochens, Fabian Apfel – Max Preller, Tumi Steinn Runarsson (4), Max Jaeger (4), Felix Dettenthaler, Bartlomiej Bis (1), Noah Mund, Merlin Fuß, Arkadiusz Ossowski, Fynn Herzig (8), Jannes Krone (7/5), Jakob Knauer (5), Jan Schäffer (1), Andreas Schröder. – Trainer: Jan Gorr.

SR: Maria Ludwig/Jennifer Eckert (Leipzig). – Zuschauer: 1852. – Zeitstrafen: 6/6. – Siebenmeter: 3/3 – 5/6. – Spielfilm: 4:4 (10.), 7:7 (17.), 10:12 (24.), 14;17 (Halbzeit), 16:21 (36.), 21:26 (46.), 28:28 (55.), 29:29 (59.), 29:30 (Ende).

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