2. Handball-Bundesliga HSC 2000 schenkt Dessau einen Punkt

Die Coburger Handballer verspielen beim Dessau-Roßlacher HV 06 eine Fünf-Tore-Führung. Eine unglückliche Aktion der Gäste in den Schlusssekunden nutzen die Gastgeber zum glücklichen 26:26-Ausgleich.

 
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Nur einen statt der erhofften zwei Punkte aus seinem vorletzten Spiel dieses Jahres in der 2. Handball-Bundesliga kann sich der HSC 2000 Coburg unter den Weihnachtsbaum legen. Das Team von Brian Ankersen gab am Samstagabend in der Anhalt Arena beim 26:26 gegen den gastgebenden Dessau-Roßlauer HV 06 mit einer ungeschickten Aktion in den Schlusssekunden den Sieg aus der Hand und beschenkte seinen Gastgeber zum Fest mit einem glücklichen Zähler.

Dessau-Roßlauer HV 06 – HSC 2000 Coburg. Tabellen-Dritter gegen -Achter lautete die Konstellation an diesem 17. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga in der Anhalt-Arena in Dessau. Sowohl der gastgebende Dessau-Roßlauer HV 06 als auch die Gäste vom HSC 2000 Coburg hatten sich unter der Woche mit Siegen warm geschossen. Allerdings lösten dabei die Sachsen-Anhaltiner ihre vergleichsweise anspruchsvollere Aufgabe beim 28:25-Auswärtserfolg beim VfL Potsdam souveräner als die Vestestädter beim glanzlosen 27:21-Heimsieg gegen das harmlose Tabellen-Schlusslicht Würzburg Wölfe. Fast wäre es den sichtbar hoch motivierten Gästen geglückt, die beiden Zähler mit nach Hause zu nehmen. Doch einer von erneut zu vielen technischen Fehlern in den letzten 20 Sekunden bescherte den Gastgebern, die kein einziges Mal in Führung lagen, den am Ende glücklichen Punktgewinn zu Weihnachten.

Rückkehrer

Bei beiden Teams standen mit dem Rückraum-Linken Yannick Danneberg (HV) und Linksaußen Max Preller (HSC) diesmal zwei wichtige Akteure wieder im Aufgebot, die zuletzt gefehlt hatten. Bei den Gästen noch nicht wieder eingreifen konnte hingegen Rechtsaußen und Toptorjäger Florian Billek wegen eines Infekts.

Coburgs dänischer Coach Brian Ankersen ließ Jan Kulhanek, der gegen Würzburg mit 50 Prozent an gehaltenen Bällen geglänzt hatte, im Tor beginnen, dazu Jannes Krone und Julius Siegler auf Außen, Merlin Fuß, Jan Schäffer, Andreas Schröder, Fynn Herzig sowie Ossowski im Wechsel für Schröder im Angriff.

Festival der Zeitstrafen

Beim Festival der Zeitstrafen – allein in der ersten Halbzeit wurden elf ausgesprochen, am Ende waren es zwölf – kassierte Max Emanuel gleich in der ersten Minute nach einem Foul die erste, was Tumi Steinn Runarsson per Siebenmeter zur Gästeführung nutzte. Quasi im Gegenzug auch der erste Siebenmeter für die Gastgeber, den Jakub Hrstka sicher verwandelte. Coburg agierte druckvoll, ging durch einen Rückraum-Kracher von Fynn Herzig, einen schönen Treffer von Rechtsaußen Jannes Krone und ein weiteres Tor von Kapitän Andreas Schröder mit 4:1 in Führung. Den Gästen gelang es anfangs gut, das gefürchtete Tempospiel der Dessauer zu unterbinden, Krone erhöhte mit seinem zweiten Treffer auf 2:5. Allerdings machte sich dann wieder die alte Krankheit Technische Fehler beim HSC wieder bemerkbar, sodass der HV wieder herankommen konnte. Timo Lösers 6:7-Anschlusstreffer im Nachwurf nach Parade von Kulhanek (16.) beantwortete Fynn Herzig mit einem Hammer ins rechte obere Eck 6:8. Als nach einer erneuten Kulhanek-Parade Sohmann daneben zielte und Viktor Glatthard zum 7:10 (21.) getroffen hatte, nahm HV-Coach Jungandreas seine erste Auszeit.

Trainer nehmen Auszeiten

Die Ansprache wirkte, Hrstka von Außen zum 9:11 (24.) bei Coburger Unterzahl und Leu zum 10:11 brachten Dessau heran, sodass Fünf Minuten vor der Halbzeit Brian Ankersen seinen Schützlingen erstmals in einer Auszeit die Meinung geigte. Nach dem 11:11 durch Sohmann und gleichzeitiger zwei Minuten-Strafe gegen Herzig verpasste der HV die Führung, stattdessen stellte Jan Schäffer nach einem Steal und Konter auf 11:12. Ab da stand Janik Patzwaldt für Philip Ambrosius im Tor der Hausherren und wurde im Verlauf der Partie zum mitentscheidenden Faktor. Nach weiteren Zeitstrafen gegen Schäffer, Leu und Schmidt waren derer elf in einer Halbzeit erreicht. Max Preller sorgte kurz vor der Pause für den 15. Coburger Treffer und die Zwei-Tore-Führung seines Teams zur Halbzeit.

HSC zieht auf fünf Tore weg

Mit einem Herzig-Treffer zum 13:16 startete der HSC in die zweite Hälfte, zog unter anderem mit zwei Treffern von Kapitän Andreas Schröder gar auf fünf Tore davon. HV-Coach Jungandreas versuchte in einer weiteren Auszeit die Notbremse zu ziehen. Beide Teams kämpften mit offenem Visier, es ging Schlag auf Schlag hin und her. Trotz weiterer technischer Unsauberkeiten verloren die Gäste nicht den Faden, sondern waren mit schnellem Umschalten erfolgreich, wie beim Konter über Viktor Glatthard und Jannes Krone zum 18:22. Aber auch ihre Chancen aus dem Rückraum wussten sie zu nutzen, so Felix Jaeger zum 18:23. Löser und Pust brachten die Gastgeber wieder auf drei Tore ran (20:23, 47.), woraufhin Brian Ankersen seine Spieler erneut zur Ansprache zitierte. Da auch die Gastgeber sich Fehler leisteten, konnten die Gäste ihre Führung wieder ausbauen, Schäffer am Kreis stellte mit seinem dritten Treffer im vierten Versuch auf 21:24. Mit dieser Drei-Tore-Führung für Coburg ging es in die letzten zehn Minuten. Dank starker Abwehrarbeit und Toren von durch Leu vom Kreis und Max Emanuel blieb Dessau dran (23:24, 54.), nach dem 24:24-Ausgleich durch Hrstka (55.) schien das Pendel zugunsten der Sachsen-Anhaltiner auszuschlagen, die Halle tobte. Umso wichtiger war der erste Treffer von Merlin Fuß an diesem Tag zum 24:25 beim Herzschlagfinale dieser Partie. Leu gelang im Nachsetzen der erneute Ausgleich, nach einem Foul an Herzig kassierte Leu eine Zwei-Minuten-Strafe und Jannes Krone brachte von Rechtsaußen die Gäste erneut in Front. Als Kulhanek 40 Sekunden vor Schluss einen Wurf von Pust pariert hatte, hätte der HSC den Sieg ins Ziel bringen können, doch einen letzten Ballverlust des HSC nutzte Haake mit seinem einzigen Tor im Spiel zum glücklichen 26:26-Endstand und Punktgewinn für die Hausherren.

Patzwaldt lachender Dritter

Das Duell der beiden aktuell besten Torhüter der Liga, Kulhanek und Ambrosius, ging übrigens an den lachenden Dritten: Janik Patzwaldt hatte am Ende mit 48,15 Prozent an gehaltenen Bällen die Nase vorn gegenüber dem ebenfalls gut parierenden Kulhanek (35 Prozent).

Ligaübergreifend haben beide Vereine nun elf Mal gegeneinander gespielt. Drei Erfolge stehen dabei auf der Habenseite der Dessauer „Biber“, zwei Mal trennte man sich mit einem Unentschieden und sechs Siege feierten die Coburger.

Dessau-Roßlauer HV 06: Janik Patzwaldt (13 Paraden; 48,15 Prozent an gehaltenen Bällen), Philip Ambrosius (2; 14,29) – Timo Löser (9), Jakub Hrstka (3/1 Siebenmeter), Carl Philipp Haake 1, Patrick Gempp (2), Vincent Sohmann (2), David Misovych (1), Daniel Schmidt, Malvin Haeske (1), Lennart Gliese, Paul Bones, Max Emanuel (2), Yannick-Marcos Pust (3), Tillman Leu (2), Yannick Danneberg. Trainer: Uwe Jungandreas.

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek (14; 35,00), Fabian Apfel (n.e.) – Max Preller (2), Tumi Steinn Runarsson (1/1), Bartlomiej Bis (2), Viktor Glatthard (1), Merlin Fuß (1), Julius Siegler, Arkadiusz Ossowski (2), Fynn Herzig (5), Jannes Krone (4), Jakob Knauer, Jan Schäffer (4), Felix Jaeger (1), Andreas Schröder (3). Trainer: Brian Ankersen.

SR: Marijo Zupanovic (Berlin)/Martin Thöne (Lilienthal).

2-Minuten-Strafen: 6 (Schmidt 2, Haeske, Emanuel 2, Leu – 6 (Bis 2, Herzig, Krone, Schäffer 2).

7-Meter: 1 – 1.

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