2. Handball-Bundesliga HSC Coburg macht kurzen Prozess

Michael Hager

Die Handballer von Trainer Jan Gorr gewinnen das Freitagspiel in der 2. Bundesliga in Vinnhorst klar. Der Aufsteiger ist chancenlos beim 37:19-Sieg der Oberfranken.

HSC-Rechtsaußen Florian Billek nimmt Maß und trifft ins Vinnhorster Tor. Der Ex-Coburger Marcel Timm (rechts) hat das Nachsehen. Foto: Iris Bilek

Der HSC 2000 Coburg hat am Freitag kurzen Prozess gemacht mit Aufsteiger TuS Vinnhorst. Die Handballer von Trainer Jan Gorr gewannen das Zweitligaspiel in der niedersächsischen Metropole nach einer überzeugenden Leistung mit 37:19 (19:11). Die Vestestädter agierten von Anfang an vor allem in der Deckung hochkonzentriert und ließen dem Stadtteilklub letztlich keine Chance.

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Die Hausherren gingen nach dem Gewinn der ersten drei Punkte in dieser Saison mit breiter Brust in die Begegnung mit dem HSC. Vinnhorsts Chefcoach Trainer Davor Dominiković hoffte erneut auf die Unterstützung der Fans, die ihr Team vor der Länderspielpause zum Sieg über Dresden und zum Remis gegen Essen getrieben hatten. Der Ex-Coburger Marcel Timm versprach seinem früheren Verein zudem einen heißen Tanz im Sportzentrum des TuS Vinnhorst.

Während bei den Niedersachsen Nils Schröder nach zweimonatiger Verletzungspause wieder im Kader stand, fehlten bei den Coburgern Felix Jaeger (Steißbeinprellung), Jakob Knauer (krank) und Janis Pavels Valkovskis (Rückenprobleme), dessen jüngerer Bruder Leonards ins Aufgebot rückte. Für den gebürtigen Hildesheimer Jannes Krone im HSC-Trikot war es indessen eine Rückkehr zu den Wurzeln. Der 26-jährige Rechtsaußen spielte von 2014 bis 2022 beim Ortsrivalen TSV Hannover-Burgdorf und musste im Vorfeld etliche Eintrittskarten für Freunde und Familie organisieren.

Auftakt nach Maß für Coburg

Die Partie begann aus Coburger Sicht sehr gut. Hinten parierte Kristian van der Merwe zwei Mal, vorne trafen Merlin Fuß (2) und Max Jaeger zum 3:0. Nach dem ersten Tor für Vinnhorst erhöhten Arkadiusz Ossowski und Florian Billek auf 5:1, sodass TuS-Coach Dominiković schon in der sechsten Minute eine Auszeit nehmen musste. Die Hausherren taten sich schwer im Angriff und Fynn Herzig stellte auf 1:6.

Konzentrierte Leistung

In der Folge fanden die Niedersachsen zwar ein wenig besser ins Spiel, der HSC blieb aber hochkonzentriert in der Defensive und absolut fokussiert in der Offensive. Nach dem 4:9 in der 13. Minute machte der Vinnhorster Trainer in der nächsten Auszeit seinem Ärger richtig Luft, forderte mehr Einsatz von seinen Spielern vor allem in der Abwehr. Dem wieder genesenen Tumi Steinn Runarsson gelang das 5:10 und mit dem 5:11 von Bartlomiej Bis gab es den ersten Sechs-Tore-Vorsprung des HSC. Ein toller Treffer von Florian Billek zum 8:13 leitete die Schlussphase der ersten Halbzeit ein. Jannes Krone erzielte das 15:9 für den fast fehlerfrei agierenden HSC 2000, der nicht nachließ, die Schwächen der Niedersachsen konsequent ausnutzte und verdient mit plus acht Toren in die Halbzeit ging.

Die Vorentscheidung?

War mit dem 19:11 zur Pause bereits die Vorentscheidung gefallen oder würden die bis dahin stark enttäuschenden Gastgeber noch einmal ins Spiel zurückfinden? Die zweite Hälfte startete zunächst unruhig, dann aber nahmen die Coburger das Heft wieder in die Hand und bauten ihre Führung beim 12:22 nach 35 Minuten erstmals auf zehn Tore aus.

Überragender Kristian van der Merwe

Vinnhorst kämpfte mit dem Mut der Verzweiflung, doch zeigte der routiniert auftretende HSC mit seinem überragenden Torhüter van der Merwe im Rücken kaum Schwächen. Das Gorr-Team lag nach 42 Minuten mit 27:14 vorn, womit den Hausherren der Zahn endgültig gezogen war.

Am Ende stand ein auch in der Höhe verdienter Kantersieg der wie aus einem Guss spielenden Vestestädter, die ihrem Gegner die Grenzen deutlich aufzeigten.

Statistik

TuS Vinnhorst: Thomas Langerud Kristoffersen (4 Paraden; 23,53 Prozent gehaltene Bälle), Stefan Hanemann (5; 19,23) – Fran Mileta (2), Knut-Friedemann Stasch (1), Falk Kolodziej, Marko Bundic, Elias Ruddat (2), Maurice Lungela (4/1), Milan Mazic (3), Jonas Gertges (2), Melf Hagen (1), Marcel Timm (2), Yannik Mussner (2), Nils Schröder, Tolga Turmaz, Matthias Hild. – Trainer: Davor Dominiković.

HSC 2000 Coburg: Kristian van der Merwe (18; 51,43), Fabian Apfel (4; 66,67), Glenn-Louis Eggert – Tumi Steinn Runarsson (4), Max Jaeger (4), Felix Dettenthaler, Bartlomiej Bis (3), Viktor Glatthard (1), Merlin Fuß (5), Andrej Obranovic, Arkadiusz Ossowski (1), Florian Billek (2), Fynn Herzig (7), Jannes Krone (6/1), Leonards Valkovskis (1), Jan Schäffer (2). – Trainer: Jan Gorr.

SR: Leon Bärmann/Nico Bärmann (Graben-Neudorf). – Zuschauer: 600.

Zeitstrafen: 2 (Mazic, zweimal Timm)/2 (Fuß, Schäffer).

Siebenmeter: 2/2 – 1/2.

Spielfilm: 0:3 (3.), 1:6 (8.), 3:7 (10.), 4:9 (13.), 5:11 (17.), 6:12 (19.), 8:14 (24.), 9:15 (26.), 11:17 (28.), 11:19 (Halbzeit), 12:20 (34.), 12:22 (36.), 14:26 (42.), 15:29 (46.), 17:33 (54.), 19:37 (Endstand).