2. Handball-Bundesliga HSC holt Punkt in Aue

Tankt sich durch die Aue-Abwehr: HSC-Spielmacher Tobias Varvne (am Ball). Foto: Iris Bilek

Die Coburger Handballer trennen sich vom EHV Aue 27:27. Die Sachsen treffen mit der Schlusssirene der Zweitligapartie zum Endstand.

Der HSC 2000 Coburg hat am Sonntagabend einen Zähler geholt. Die abstiegsbedrohten Vestestädter trennten sich mit 27:27 vom EHV Aue. Die Zuschauer in der Erzgebirgshalle in Lößnitz sahen über 60 Minuten eine meist ausgeglichene Partie, die mit einer verdienten Punkteteilung endete.

Für die Coburger geht es am kommenden Freitag mit dem Auswärtsspiel in Bietigheim weiter. Die SG BBM ist der Ex-Klub von HSC-Coach Brian Ankersen. Zudem wird es ein Wiedersehen mit dem früheren Publikumsliebling Konstantin Poltrum geben, der bei den Baden-Württembergern im Kasten steht.

EHV Aue – HSC 2000 Coburg 27:27 (13:13). Die schlechte Nachricht aus Sicht der Gäste gab es schon weit vor Anwurf: Florian Billek hatte seine Oberschenkelprobleme noch nicht überwunden und musste passen. Seinen Part auf Rechtsaußen übernahm der nach überstandener Corona-Infektion zurückgekehrte Paul Schikora. Milos Grozdanic wirbelte auf Links, den Rückraum bildeten Andreas Schröder, Merlin Fuß und Tobias Varvne (in der Abwehr Jan Schäffer), Justin Kurch ackerte zunächst am Kreis. Im Kasten stand Jan Kulhanek und konnte die Führung der Gäste nicht verhindern (1:0, 3. Minute).

Vom Siebenmeterstrich gelang den Coburgern in der 8. Minute die erste Führung (2:3). Absetzen konnte sich in der Anfangsphase kein Team, Kevin Lux schloss nach Überzahlspiel ins leere Gästetor zur erneuten Führung für die Sachsen ab. Wenig später lagen die Gäste wieder vorn 5:6 (15.). Aue war nun das präsentere Team, agierte bissig und fest entschlossen. So erarbeitete sich die Mannschaft des EHV ein Drei-Tore-Polster (9:6, 19. Minute), was Coburgs Coach Brian Ankersen zu einer Auszeit veranlasste.

Grozdanic sicher

Keine drei Minuten später war aus HSC-Sicht der Rückstand aufgeholt und die Gelb-Schwarzen lagen wieder vorn. Auch, weil Milos Grozdanic vom Siebenmeterstrich extrem sicher zu Werke ging und alle seine bis zu diesem Zeitpunkt fünf Versuche ihr Ziel fanden.

Mit einem 13:13 ging es in die Kabinen. Hochklassiger Handball wurde den Zuschauern in der Erzgebirgshalle in Lößnitz nicht geboten, der Kampf und der Einsatz standen mehr im Mittelpunkt als außergewöhnlich gut herausgespielte Angriffe. Das war aber auch nicht wirklich zu erwarten gewesen in Anbetracht der kniffligen Tabellensituation beider Klubs. EHV-Trainer Stephan Swat sagte in der Halbzeit am Mikrofon von Sportdeutschland.tv: „Wir brauchen einen dreckigen Sieg und darauf arbeiten wir hin.“

Die Sachsen erwischten den besseren Start in Hälfte zwei und erkämpften sich wieder eine Führung. Grozdanic hielt seine Mannschaft mit zwei Treffern von Außen im Spiel (18:17, 39. Minute). Aue brachte sich immer wieder selbst unnötig in Gefahr. Leichte Fehler im Spiel des EHV sorgten öfter dafür, dass Coburg dranbleiben konnte. Tumi Steinn Runarsson donnerte einen Ball in den Torwinkel und sorgte zum wiederholten Male an diesem Sonntagabend für den Ausgleich (20:20, 44. Minute). Alles war offen.

Ankersen-Ansprache

Beim 24:22 für die Gastgeber schien es, als würde Aue dem „dreckigen Sieg“ entgegensteuern, den sich Coach Swat gewünscht hatte. Brian Ankersen reagierte mit einer Auszeit, um seine Schützlinge für die letzten zehn Minuten neu einzustellen. Und die Ansprache fruchtete zunächst: Der HSC blieb dran und hatte durch Grozdanic die Chance auf den Ausgleich, kassierte aber durch Adrian Kammlodt den 26. Gegentreffer (26:24, 54. Minute). Als Merlin Fuß im Gegenstoß das leere Aue-Tor verfehlte, schien die Niederlage kaum mehr abzuwenden. Vier Minuten vor Schluss rief Ankersen sein Team erneut zusammen.

Die letzten Minuten waren sehr spannend: Sieg, Niederlage, Unentschieden – alles schien denkbar. Karl Toom brachte den HSC kurz vor dem Ende wieder in Front, doch mit der Schlusssirene gelang dem aufopferungsvoll kämpfenden EHV Aue durch Sebastian Paraschiv der verdiente Ausgleich zum 27:27.

Die Statistik

EHV Aue: Sveinbjörn Petursson (3 Paraden, 23,08 Prozent gehaltene Bälle), Erik Töpfer (7; 29,17) – Kevin Roch (3), Bengt Bornhorn (3/2), Aki Egilsnes (4), Maximilian Lux (3), Elias Bombelka, Jannik Dutschke, Petr Slachta (1), Franz Schauer, Adrian Kammlodt (4), Julian Ernest Jerebie (1), Kevin Lux (1), Sebastian Paraschiv (1), Arnar Birkir Halfdansson, Goncalo Ribeiro (6/2). – Trainer: Stephan Swat.

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek (5; 23,81), Jan Jochens (3; 25) – Max Preller, Tumi Steinn Runarsson (2), Merlin Fuß (3), Karl Toom (4), Dieudonné Mubenzem, Lukas Juskenas, Jakob Knauer, Tobias Varvne (2), Jan Schäffer, Paul Schikora, Justin Kurch (2), Milos Grozdanic (8/7), Andreas Schröder (3), Stefan Bauer (3). – Trainer: Brian Ankersen.

Schiedsrichter: Thomas Hörath (Zirndorf)/Timo Hofmann (Bamberg).

Zuschauer: 940.

Siebenmeter: 4/5 – 7/7.

Zeitstrafen: 4 (jeweils zweimal Julian Ernest Jerebie und Kevin Lux) – 2 (Merlin Fuß, Jan Schäffer).

Spielfilm: 1:1 (4.), 2:2 (6.), 3:3 (10.), 4:4 (12.), 5:5 (13.), 6:6 (16.), 9:6 (19.), 9:9 (22.), 9:10 (23.), 10:11 (24.), 10:12 (26.), 12:12 (28.), 13:13 (Halbzeit), 14:14 (33.), 15:15 (34.), 17:15 (37.), 18:16 (38.), 18:18 (41.), 19:19 (42.), 20:20 (44.), 21:21 (46.), 22:22 (47.), 24:22 (50.), 25:23 (51.), 26:24 (54.), 26:25 (57.), 26:26 (59.), 27:27 (Endstand).

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