Es hat eine lange Tradition, es zählt seit Kurzem ganz offiziell zum bayerischen Kulturerbe – und es ist leider aktueller denn je: Das Coburger Friedensdankfest feiert sein 370. Jubiläum in einem Jahr, in dem auch hierzulande spürbar wird, wie zerbrechlich der Frieden ist. Das war den Menschen sehr bewusst, die 1650 auf Geheiß des Coburger Herzogs Friedrich Wilhelm II. erstmals das Ende des Dreißigjährigen Krieges feierten: Sechs Millionen Tote waren zu beklagen, Plünderungen, Schlachten und Hunger fiel vielerorts die Hälfte der Bevölkerung zum Opfer, im Dorf Meeder sogar zwei Drittel. Alljährlich wird hier seither an den Westfälischen Frieden erinnert, der dem grausamen Religionskrieg 1648 ein Ende setzte – neben Meeder pflegt nur noch die Stadt Augsburg diese Tradition, die mehr ist als ein Brauch: „Der Coburger Friedensdank lädt ein, gemeinsam nachzudenken, wie Frieden weiter und immer wieder neu gebaut werden kann“, betonen die Organisatoren.