3D-Druck in Coburg Oberbürgermeister zum Mitnehmen

46 Stunden rattert der 3D-Drucker der Hochschule Coburg. Herauskommt ein feuerrotes Modell des Stadtoberhauptes. Was dahintersteckt.

Dominik Sauerteig mit seinem Abbild. Foto: Cindy Dötschel/Hochschule Coburg

Coburgs Oberbürgermeister Dominik Sauerteig ist ein viel beschäftigter Mann. Wenn es ihm nun jedoch der Terminplan einmal mehr verwehrt, bei einem Event dabei zu sein, dann kann er künftig einfach seinen neuesten Stellvertreter vorbeischicken. Gestatten: Dominik Sauerteig, die Mini-Edition. 30 Zentimeter groß, aus Ökowerkstoff und hergestellt mit dem 3D-Drucker von Creapolis, dem Makerspace der Hochschule Coburg. Was zunächst als Scherz bei der Klausurtagung von SPD-Stadtratsfpolis raktion und -Bürgermeistern ausgeheckt wurde, hat jetzt tatsächlich Gestalt angenommen.

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Bei dem Treffen wurde nämlich beschlossen, dass die Sozialdemokraten künftig in verschiedenen Coburger Gastronomiebetrieben – sowohl im Zentrum als auch in den Stadtteilen – jeden Monat einen offenen Stammtisch anbieten. Ähnlich der Stadtteilspaziergänge, bei denen der Oberbürgermeister alle Teile der Stadt besucht und ein offenes Ohr hat für die Anliegen der Bürger. „Weil mein Terminkalender ja doch ziemlich voll ist, haben wir überlegt, wie wir mich tatsächlich in Präsenz immer beim Stammtisch dabeihaben können. Scherzhaft wurde dann ein ‚Roter Dominik’ vorgeschlagen, weil ich ja schon nach der OB-Wahl einen roten Creapolis-Albert geschenkt bekommen habe“, erklärt Dominik Sauerteig. „Zunächst haben wir herzhaft darüber gelacht. Und es nun in die Tat umgesetzt“, fügt er hinzu. Dass die Figur rot ist, passt freilich bestens, engagiert sich der heute 36-Jährige doch schon seit Jugendzeiten in der SPD.

Spontan wurde mit den Werkstattbetreuern der Coburger Hochschule ein Termin vereinbart, bei dem der Oberbürgermeister mit einem handgeführten 3D-Scanner gescannt wurde. Für den offenen Stammtisch der SPD wurde ihm zunächst eine Büste ausgehändigt. Jetzt ist die komplette Skulptur fertig. Der Druck hat rund 46 Stunden gedauert. „Sofern man ein druckbares 3D-Modell von sich hat, ist das kein Problem“, sagt Lorenz Raab, Leiter des Creapolis Makerspace. Um den 3D-Drucker im Makerspace zu nutzen, sei ein Einführungskurs im Vorfeld verpflichtend. Die Kurse werden monatlich angeboten und können nur mit Voranmeldung besucht werden. Eine Terminübersicht und das Anmeldeformular gibt es auf der Website der Hochschule. Dominik Sauerteig jedenfalls ist begeistert von der Technik. „Ich bin beeindruckt. Das war, glaube ich, vor allem für den Scanner tatsächlich schweißtreibende Arbeit“, meint er scherzhaft. Großartig sei, dass jeder Interessent den Makerspace nutzen und kreative Dinge herstellen kann.

Der Mini-OB besteht aus Polyactid, einem Werkstoff, der aus Milchsäurebakterien aufgebaut ist. Er basiert auf nachwachsenden Rohstoffen wie Zuckerrohr oder Mais. Zu Kaufen wird es die Skulptur des Stadtoberhauptes vorerst nicht geben: die Rechte für die Druckvorlage liegen bei Dominik Sauerteig persönlich, für eine Vervielfältigung müsste er sie freigeben. „Schauen wir mal“, meint er auf die Frage, ob er das womöglich vorhat.