Ohoho Tschernobyl, das letzte Signal vor dem Overkill.“ So sang es 1986 der Rockmusiker Wolf Maahn und er traf damit einen Nerv. Denn kurzzeitig war die Angst vor Atomkraft groß. Vor allem in Westdeutschland. Mit Verzögerung und häppchenweise erreichte die Nachricht von der Nuklearkatastrophe in der heutigen Ukraine das Land. Erst wurden in Schweden erhöhte Strahlenwerte gemessen, dann tauchten immer mehr Meldungen auf, der spätere sowjetische Staatschef Boris Jelzin zieh den Westen auf dem Hamburger DKP-Parteitag zunächst der Lüge, schließlich gab die sowjetische Führung unter Michail Gorbatschow doch zu, dass etwas passiert sei. In der DDR erklärte Erich Honecker man habe in seiner Familie Gemüse mit Wasser abgewaschen, der Regierende Bürgermeister von Westberlin, Eberhard Diepgen kaufte demonstrativ Salat, das berühmteste Radrennen des Ostens, die „Friedensfahrt“, startete in Kiew und der westdeutsche Innenminister Zimmermann (CSU) erklärte, es gebe keinen Grund zur Beunruhigung.
40 Jahre Tschernobyl Die langsam verhallende Mahnung
André Bochow 26.04.2026 - 10:00 Uhr