Franz Tautz landet als Zehnjähriger mit seiner Familie – nach der Vertreibung aus dem schlesischen Breslau – in Teuschnitz. Es ist das Jahr 1948. Das Städtchen hat damals etwa 1600 Einwohner. Ein Schwimmbad gibt es dort nicht. Wohl aber in Rothenkirchen. „Wir sind dorthin gelaufen, um ins Bad zu kommen“, erzählt der 87-Jährige. Er sitzt dabei am Schreibtisch im hinteren Bereich seines Schreib- und Spielwarenladens in der Arnika-Stadt und überlegt: „Da war man zwei Stunden unterwegs. Hin zwei Stunden, zurück zwei Stunden. Das waren harte Zeiten. Als ich dann irgendwann ein Rad hatte, fühlte ich mich wie ein König.“