700 Jahre Edelbrunn Besonderes Geburtstagsgeschenk

Blick auf Edelbrunn, den Ortsteil der Gemeinde Breitbrunn, der auf sein 700-jähriges Bestehen zurückblicken kann. Foto: /Günther Geiling

Seit rund 700 Jahren gibt es den kleinen Gemeindeteil Edelbrunn nun schon. Aus diesem Anlass hat Josef Weigmann nun eine besondere Chronik verfasst.

Edelbrunn/Breitbrunn - Wer kann schon mit „Godwicz“ oder „Göbitzen“ etwas anfangen? Besser bekannt im Volksmund ist schon „Gewitzen“ oder noch mehr „Edelbrunn“ als kleiner Ortsteil der Gemeinde Breitbrunn unterhalb des Rennweges in den Haßbergen. Dabei ist dieser Ort schon 700 Jahre alt und aus diesem Grunde schrieb ein ehemaliger Bürger eine Ortschronik mit 152 Seiten, die am kommenden Sonntag im Gemeindezentrum in einer Art nachgeholten 700-Jahr-Feier vorgestellt wird.

Verfasser dieser Ortschronik ist Josef Weigmann, ein gebürtiger Edelbrunner, der hier auch seine Jugend verbrachte und heute in der nahe liegenden Gemeinde Lauter im Landkreis Bamberg wohnt. Der 61-jährige „Hobby-Heimatforscher“ hatte sich schon längere Zeit vorgenommen, eine Dokumentation der geschichtlichen Zusammenhänge und Hintergründe zu seinem Geburtsort zu erstellen und sie auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dies wird am Sonntag 19. September um 14 Uhr im Gemeindezentrum in Breitbrunn erfolgen.

Josef Weigmann hat umfangreiche Nachforschungen zur Herleitung und dem Ursprung des Flur- und Siedlungsnamens angestellt mit der Wüstung „Godwicz“ und der späteren Namensgebung Edelbrunn, die auch aus einem „Edelhof“ entstanden sein könnte. Auch der ehemalige Diözesan-Archivar Dr. Norbert Kandler machte einmal Aussagen zu dem ursprünglichen Namen und leitete den Namen aus dem slawischen „god“ ab, was so viel bedeutet wie „geeignetes, gutes, ertragreiches Land“. „Es kann davon ausgegangen werden, dass die ehemalige Siedlung Godwicz nach einer längeren Wüstungsperiode, die vermutlich vor 1319/20 begann und längstens bis 1599 andauerte, unter dem neuen Namen Edelbrunn wieder entstanden ist“, schreibt Josef Weigmann. In der gesamten Gebitzer Flur gebe es nämlich nur an einer Stelle eine entsprechend ergiebige Quelle, was eine der Grundvoraussetzungen für eine Besiedlung und Ortsgründen gewesen war. Diese Quelle versorgte die Edelbrunner tatsächlich bis vor einigen Jahrzehnten mit Wasser.

Interessant auch, dass der Chronist nahezu auf eine Parallele zu heutigen Klimavorgängen stößt. „So herrschten nachweislich besonders in den Jahren 1313 bis 1317 fürchterliche klimatische Bedingungen in Form einer besonders nassen Periode mit einem Höhepunkt im Jahre 1315. In diesem Jahr regnete es von April bis November beinahe ununterbrochen und zwar großflächig im Bereich des heutigen Mitteleuropas.“ In einer Chronik aus Bad Windsheim spricht man im Jahr 1315 über „sintflutartige Regenfälle“.

Ortschronist Josef Weigmann geht in seinem Buch auf die ersten Erwähnungen des heutigen „Edelbrunn“ ein, das dann zum „Rittergut Hermannsberg“ und den „Rotenhan’schen Gütern“ gehörte.

Er beschreibt dann auch den Ort im 19. Jahrhundert mit seinen Gebäuden und Höfen und dem Leben im Weiler Edelbrunn mit den Kirchenbesuchen in anderen Dörfern, der Problematik des Schulbesuchs und der Wasserversorgung. Lange Zeit war nämlich Edelbrunn nur über unbefestigte Flur- und Feldwege zu erreichen, bevor dann 1957 die erste Gemeindeverbindungsstraße über den „Grünen Plan“ geschaffen wurde.

 

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