Mit den Menschen, die sie machen, hat sich auch diese Zeitung verändert wie kaum ein anderes Produkt, das so viele Jahre auf dem Buckel hat. Ja, Verlag und Redaktionen produzieren sie noch, diese „Zeitung“. Aber radikal anders als damals unter Peter Maslowski. Heute muss – auch aus wirtschaftlichen Gründen – zahlenbasiert und entsprechend den Bedürfnissen von Leserschaft und Zielgruppen agiert werden, die heute schon Stunden vor der Zeitungs-Zustellung Nachrichten übers Smartphone konsumiert haben. Und längst nicht mehr bis zum morgendlichen Gang zum Briefkasten warten wollen, um zu erfahren, was ist. Oder eben: was war.
„Wo Medien sterben, stirbt auch ein Stück weit Freiheit und Demokratie.“
Christian Holhut, NP-Redaktionsleiter
Geändert hat sich also, dass die NP-Redaktion „Zeitung macht“. Geblieben ist, dass sie relevante Inhalte macht – und das bleibt auch so. Die Zeitung ist das „Best of“ am Ende der digitalen NP-Nachrichtenwelt. Was wollen die Menschen in und um Coburg lesen, welche Themen bewegen sie? Wie können wir als Redaktion ihr Wegbegleiter sein, ihr Alltagshelfer? Nicht nur Bauchgefühl, sondern auch nackte Zahlen helfen uns dabei, ganz nah an unseren Lesern zu bleiben.
Schöne neue Welt? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Aber nicht zu ändern. Papier- und Energiekosten, fehlende Zusteller und Mindestlohn auf der einen, sinkende Auflagen auf der anderen: Viele Verlage und ihre Titel, die Stützen unserer Demokratie, geraten in Schieflage oder verschwinden ganz, wenn sie den Spagat, ja Wandel hin zum digitalen Lokaljournalismus nicht schaffen. Die NP jedoch steht weiterhin stabil – für Nachrichten aus Coburg, Kronach und den Haßbergen, für freie Berichterstattung und Meinungsäußerung, für eine gefestigte Demokratie und faire Debatten. Und sie steht für die Menschen in der Region, ihre Anliegen und Hoffnungen, ihre Sorgen und Nöte.
Abonnenten sind das höchste Gut einer Redaktion
Dass sich die NP inhaltlich auch weiterhin darum kümmern kann, zudem einem sich intensivierenden Wettbewerbsdruck stellen darf – dafür sorgen neben Werbetreibenden allein die Abonnenten, die ihrer NP auf allen Kanälen die Treue halten. Mit ihrem monatlichen Scherflein tragen sie dazu bei, dass Lokaljournalismus in und um Coburg Zukunft hat. Egal, ob gedruckt oder digital. Denn wo Medien sterben, stirbt auch ein Stück weit Freiheit und Demokratie. Um das zu konstatieren, braucht es keinen Blick in die USA – es reicht der Blick nach Ostdeutschland.
Ob mit guten Geschichten und aufsehenerregenden Recherchen, vielleicht aber auch einfach nur brandaktuellen Neuigkeiten oder Service wie Veranstaltungshinweisen: Auch im hohen Alter von 80 Jahren freut es uns, wenn wir unseren Abonnenten das Leben ein Stück weit besser machen dürfen. Mittlerweile nicht mehr nur zwei Mal die Woche wie in der Anfangszeit, sondern nahezu rund um die Uhr. Frei. Unabhängig. Ohne Druck von Staat, Parteien, Verlag oder eben irgendwelchen Dritten. Das dürfte mehr sein, als sich der Coburger Peter Maslowski je hat erträumen können - mit seiner Druckmaschine damals, kurz nach dem Krieg.
Über den Autor
Christian Holhut ist Redaktionsleiter der Neuen Presse Coburg, Kronach und Haßberge. Aus 30-jähriger Erfahrung im Lokaljournalismus in Nordbayern schöpft er den Optimismus, dass gut recherchierte Inhalte Zukunft haben – egal auf welchem Kanal. Sein Ziel ist erreicht, wenn die Menschen in der Region auf der Arbeit, am Mittagstisch oder am Stammtisch so manchen Satz beginnen mit: „Hast Du bei der NP gelesen, dass...?“ Und er ist doppelt zuversichtlich: Zum einen, dass er dieses Ziel dank seines engagierten Redaktionsteams immer öfter erreicht. Und zum anderen, dass auch seine jüngsten Kolleginnen und Kollegen im Lokaljournalismus eine hervorragende Zukunft haben – trotz oder wegen der Digitalisierung.