Blitzeis oder überfrierende Nässe war möglicherweise der Grund für den tödlichen Verkehrsunfall am Donnerstagnachmittag auf der A 73 zwischen Untersiemau und Ebersdorf. Bei dem Opfer handelt es sich um den Lastwagenfahrer, einen 41-jährigen Rumänen. Verursacher war ein 33-jähriger Audi-Fahrer, der mit hoher Geschwindigkeit in eine Gruppe von Fahrzeugen raste, nachdem eine 20-Jährige mit ihrem VW Lupo den Lkw zuvor seitlich gestreift hatte.
Der Kleinunfall ereignete sich nach Angaben von Christian Reithel, Pressesprecher des Polizeipräsidium Oberfranken, gegen 14.40 Uhr in Fahrtrichtung Coburg. Die Beteiligten hielten auf dem Standstreifen und verständigten die Polizei. Wenig später traf eine Streife ein. Zwei Beamte sicherten die Stelle mit Blaulicht und sogenannten Verkehrsleitkegeln ordnungsgemäß ab, die rechte Fahrbahn wurde gesperrt.
Um 15.30 Uhr kam ein 33-jähriger Audi-Fahrer nach bisherigen Erkenntnissen in einer lang gezogenen Rechtskurve in der Höhe von Buch am Forst mit seinem Fahrzeug nach links von der Fahrbahn ab, prallte gegen die Schutzplanke und kollidierte mit dem abgestellten Streifenwagen. Die Autofahrerin und der 41-jährige rumänische Lastwagenfahrer wurden dabei durch die Fahrzeuge getroffen. Ein alarmierter Notarzt konnte nur noch den Tod des Rumänen feststellen. Die Frau kam mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus.
Die beiden Polizisten, 20 und 40 Jahre alt, hatten Riesenglück. Der jüngere saß auf dem Beifahrersitz, als der Audi den Polizeiwagen traf. Der ältere brachte sich mit einem Sprung über die Leitplanke in Sicherheit. Beide wurden dabei nur leicht verletzt. Warum der Audi-Fahrer nahezu ungebremst in die Unfallstelle raste, ist laut Raithel unklar. Ein Gutachter sei eingeschaltet, um diese Frage zu klären. Auch ein Coburger Polizist begab sich vorsorglich in ärztliche Behandlung. Nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen kommt überhöhte Geschwindigkeit bei Blitzeis oder überfrierender Nässe in Frage. "Das wird sicherlich geprüft", sagte Raithel. Die Autobahn Richtung Coburg war bis 20.30 Uhr gesperrt, der Verkehr wurde von Polizei und Feuerwehr an der Anschlussstelle Untersiemau über die B 289 Richtung Coburg umgeleitet. Hier kam es teilweise zu erheblichen Behinderungen.
Zur Unglückszeit war es auch auf den Straßen in Coburg Stadt und Land spiegelglatt. Trotzdem kam es hier zu keinem einzigen Unfall. "Ein derartiges Blitzeis haben wir noch selten erlebt", sagt Stefan Probst, Pressesprecher der Polizeiinspektion Coburg. "Deshalb hat uns das schon sehr erstaunt". Offensichtlich hätten sich die Verkehrsteilnehmer aufgrund der Warnungen vorher darauf eingestellt. vof/pp