Abriss Brücke an der B 4 ist Geschichte

Innerhalb von zwei Tagen war sie weg: Die Brücke an der B 4 bei Haarbrücken wurde abgerissen. Der Neubau dauert dauert wesentlich länger.

Haarbrücken - Das Brückenbauwerk an der B4-Anschlussstelle Haarbrücken war in die Jahre gekommen. 45 an der Zahl stand es, allen Wetterwidrigkeiten und Belastungen vor allem durch den Schwerlastverkehr zum Trotz, solide seinen Mann. Doch die Zeit war reif für den Abbruch, ein Gutachten verwehrte eine Sanierung: zu teuer und nicht zielführend. So kam es also zum Abriss der Brücke, der in zwei Tagen von schwerem Gerät durchgeführt wurde.

„Das waren freilich nur die augenscheinlichen Arbeiten, denn es muss beispielsweise der Bauschutt getrennt werden und die Fundamente müssen auch raus“, erläutert Projektleiterin Anna-Lena Schuster vom Staatlichen Bauamt Bamberg. „Alles in allem wird die Anschlussstelle Haarbrücken wieder Ende 2022 befahrbar sein.“ Dass es so lange dauert, hat auch noch einen anderen Grund: „Wir befinden uns hier in der Wasserschutzzone drei“, erklärt Norbert Schmidt von der Bauaufsicht, „für die Zeit der Baumaßnahmen hat die SÜC ihre Tiefbrunnen sieben und acht abgeschaltet und wir haben einen Notbrunnen eingerichtet.“ Der wurde für Kontrollentnahmen gebaut, um im Falle einer Verunreinigung schnell eingreifen zu können.

Apropos Fundamente: „Natürlich müssen wieder neue rein“, erklärt Schuster, „was noch in diesem Jahr geschehen soll“. Dies sei allerdings wetterabhängig und „auch die Rohstofflage, beispielsweise von Stahl, ist entscheidend für den Baufortschritt“, so Schmidt, „alles in allem liegen wir aber im Soll.“ Zumal der Asphalt bereits im August abgetragen wurde.

Die neue Brücke, sie wird kleiner ausfallen als die alte: „Vom sogenannten Dreifeld-Bauwerk geht es zurück auf ein Einfeld-Bauwerk“, zeigen die beiden Fachleute auf, „das im Stahlverbundbau erstellt wird. Sogenannte Hohlkastenstahlträger sind das tragende Element.“ Große Vorteile bietet die Stahlverbundbauweise wegen ihrer einfachen und schnellen Montage. Das Bauwerk selbst wird nicht höhenbegrenzt, was auch dem geschuldet ist, dass der unterführende Ast tiefer gelegt wird, um die Differenz ausgleichen zu können, die der höher dimensionierte Überbau verbraucht.

Die Abrissarbeiten wurden vom Ordnungsamt lediglich bis 22 Uhr genehmigt, da man die Geräusche der Hydraulikhämmer noch bis Wildenheid hören konnte. „Wir nutzen für diese Baumaßnahme die bestehende Umfahrung, die wie ein Bypass wirkt“, erläutert Norbert Schmidt. Veranschlagt ist die Baumaßnahme an der Anschlussstelle mit Kosten von 3,8 Millionen Euro: „In dieser Summe ist auch der Knotenpunkt selbst eingebunden mit allen Asphaltarbeiten“, betont Anna-Lena Schuster. Wie und wann es weitergeht in Richtung Siemens-Kreisel geht, das wird das Planfeststellungsverfahren zeigen.

Für den B4-Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Haarbrücken und dem Kreisverkehrsplatz B4/CO11, dem sogenannten Siemens-Kreisel, werden derzeit die Planfeststellungsunterlagen erarbeitet. „In diesem Abschnitt mit einer Länge von circa 1,3 Kilometern werden umfangreiche Baumaßnahmen zur Ertüchtigung der hochbelasteten Bundesstraße 4 südlich von Neustadt, die in den 1970er-Jahren gebaut wurde, erforderlich“, blicken die beiden Fachleute nach vorne. pet

 

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