Absage der Junior-Soccer-Cups Vestekicker ziehen Reißleine

FC Bayern München gegen 1. FC Nürnberg – dieses bayerische Derby im Nachwuchsfußball wird in Coburg auch 2022 nicht zu sehen sein. Der FC Coburg hat nun die geplanten VR-Bank-Junior-Soccer-Cups wie schon im Vorjahr wegen der Corona-Beschränkungen abgesagt. Foto: FC Coburg

Der FC Coburg sagt seine Junior-Soccer-Cups ab. Die Organisatoren halten wie bereits im Vorjahr die Unwägbarkeiten durch die Corona-Pandemie für zu groß.

Coburg - Eigentlich hätten nun die Detailplanungen für die für Ende Januar 2022 terminierten VR-Bank-Soccer-Cups des FC Coburg losgehen sollen. Doch haben die Verantwortlichen wegen den neuerlichen Unwägbarkeiten infolge der Corona-Entwicklung entschieden, diesen bei Fußball-Fans beliebten Event mit Nachwuchsteams von Bundesligavereinen wie bereits im Vorjahr abzusagen.

Wie die Vorstandschaftsmitglieder des FC Coburg Wolfgang Gremmelmaier, Markus Fischer, Daniela Heitmann und Marcus Seiler in einer Pressemitteilung vom Freitag erläutern, hätte es ab jetzt noch viel zu tun gegeben, um die Soccer-Cups final zu organisieren. Angefangen von Warenbestellungen für den Verkauf, die Helfereinsatzplanung, Kauf der Zugfahrkarten für die Bundesligisten, Buchungen von Transferbussen, bis hin zur Organisation von rund 200 Übernachtungen bei Eltern von Spielern.

„Point of no Return“

Doch sei nun, wie Marcus Seiler betont, der „Point of no Return“ erreicht, die Vorstandschaft sei gezwungen gewesen, eine Entscheidung zu treffen, ob die Junioren-Bundesliga-Hallenturniere in der HUK-Arena für U13- und U15-Teams stattfinden können oder ob diese ebenso wie die anderen in der Pestalozzi-Halle geplanten zehn Turniere für den Nachwuchs abgesagt werden müssen. Ebenfalls wie bereits im Vorjahr.

Ein Blick auf die aktuell bis 12. Januar 2022 gültige 15. Bayerische Infektionsschutzverordnung (sofern diese bis dahin nicht wieder geändert werde) würde, so die FCC-Funktionäre, nachstehende Regularien bedeuten. Überregionale Sportveranstaltungen dürften nur ohne Zuschauer stattfinden, bei einer erfolgreichen Abstimmung mit den örtlichen Behörden könnten vielleicht Zuschauer erlaubt sein, allerdings wohl nur 500.“ In den letzten Jahren hatten wir pro Turniertag rund 800 bis 1000 Zuschauer“, berichtet Seiler.

Unwägbarkeiten

Wenn begrenzt Zuschauer erlaubt wären, würde dann 2G-plus gelten, es dürften also nach zu erfolgender Zugangskontrolle nur Geimpfte oder Genese eintreten, die dann auch einen tagesaktuellen Testnachweis erbringen müssen, falls sie keine Booster-Impfung vorweisen können. Zwar könnten Spieler, die Schüler sind – was bei U13 und U15 der Fall ist – zumindest bis 12. Januar 2022 auch als Ungeimpfte teilnehmen (Impfquote in dieser Altersklasse aktuell um die 50 Prozent, doch ob diese bereits mehrfach verlängerte Ausnahmegenehmigung, entgegen anderer politischer Aussagen, fortgeführt wird, stehe in den Sternen, meldet Marcus Seiler da seine Bedenken an.

Doch noch viele weitere Probleme wären für den Ausrichter nicht oder nur schwer lösbar gewesen. Beispielsweise könne in den Kabinen der gebotene Mindestabstand nicht eingehalten werden, da eine Kabinenbelegung kapazitätsbedingt mit zwei Mannschaften erfolgen müsste. Auch wäre fraglich, ob das Partnerhotel wieder die Trainer der Bundesligisten übernachten lassen könnte oder ob dann wieder „nur Geschäftsreisende“ zugelassen wären.

„Was nach dem 12. Januar gelten wird, ist nicht mal ansatzweise absehbar“, schätzt Marcus Seiler, speziell mit Blick auf die neue Virusvariante Omikron und was deren Ausbreitung an gesundheitlichen und regulatorischen Auswirkungen noch bringen kann.

„Können wir genug erforderliche Helfer wie in den Vorjahren auch rekrutieren, wenn viele nachvollziehbar sagen, das ist mir zu gefährlich? Finden wir für rund 200 Spieler der Bundesligisten wie in den Vorjahren auch genug Gasteltern für die Übernachtung, wenn es doch eigentlich heißt, Kontakte zu beschränken? Kommen die Bundesligisten, die bereits zugesagt haben, denn angesichts der Rahmenbedingungen überhaupt? – Fragen über Fragen, die in der Summe zu völliger Planungsunsicherheit geführt hätten und zum einzig möglichen Ergebnis, die Reißleine zu ziehen und die VR-Bank-Junior-Soccer-Cups abzusagen.

Schmerzliche Absage

„Für unsere U13- und U15-Spieler als auch Trainer wäre es wieder ein fußballerisches Highlight gewesen, gegen die Bundesligisten antreten zu dürfen, gewesen. Das zu nehmen, schmerzt uns sehr. Für die Coburger Region findet wieder eine bundesweit wirkende Leuchtturmveranstaltung nicht statt“, bedauert Marcus Seiler.

Dem Verein gingen dadurch wichtige Einnahmen, mit denen die ganzjährige Jugendarbeit finanziert werde, verloren. Zum Glück könne man diese durch Spendenzusagen bei Turnierabsage zum Teil kompensieren, dennoch verbleibe ein deutlich überwiegendes finanzielles Defizit, auf welches der Verein nun wohl durch das „Backen kleinerer Brötchen“ reagieren müsse. Besonderer Dank der Vorstandschaft gelte Christian Markus, der als Turnierorganisator nun erneut erleben müsse, dass die ganze bisherige Organisation rund um die Akquise der Bundesligisten umsonst war. red

Autor

 

Bilder