Absage in Coburg Kein Markt und keine „Winterzaubernacht“

In Coburg wird es weder einen „Waren-“ noch einen „Spezialmarkt“ in der Vorweihnachtszeit geben. Auch die „Winterzaubernacht“ fällt aus. Die neue Corona-Verordnung macht der Stadt einen Strich durch die Rechnung.

Coburg - Die Stadt hatte die Nachricht noch nicht offiziell verkündet, da nahmen Händler am Mittwochnachmittag schon Dekoration ab und räumten ihre Buden aus, die sie in der Hoffnung auf einen Weihnachtsmarkt in Coburg angemietet hatten.

Die Enttäuschung unter den Anbietern war groß, dass sich die Stadt nicht damit durchsetzen konnte, in der Corona-Pandemie wenigstens einen „Waren- oder Spezialmarkt“ ohne alkoholische Getränke, dafür mit Einlasskontrolle, Besucherbeschränkung und Umzäunung genehmigen zu können. Viele Anbieter hatten auf den Markt gehofft. Er sei ihre letzte Chance gewesen, den Winter wirtschaftlich überstehen zu können. Deshalb hätten sie ihr Geld in Waren investiert, auf denen sie jetzt sitzenbleiben. Ob, wie viel und wann die Händler staatliche Hilfen erhalten, ist derzeit völlig unklar.

„Wir haben alle Möglichkeiten geprüft, den beliebten Weihnachtsmarkt auf unserem Marktplatz noch stattfinden zu lassen. Aber die seit heute Morgen geltende 15. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung lässt uns keinen Spielraum“, fasst Oberbürgermeister Dominik Sauerteig in einer am späten Mittwochnachmittag veröffentlichten Pressemitteilung das Ergebnis einer verwaltungsinternen Entscheidungsrunde zusammen. „Das Ergebnis bedauere ich sehr. Viele Coburgerinnen und Coburger haben sich auf den Markt gefreut.“ Auch die „Winterzaubernacht“ am Samstag muss entfallen.

Im Hinblick auf die Händler des Marktes fügt der OB an: „Ich finde es sehr schade, dass es keine wirklich umsetzbare Alternative gibt und ich weiß, dass es vor allem für die Schausteller, die bereits Waren eingekauft haben, eine wirklich schlimme Nachricht ist. Wir werden uns von Seiten der Stadt, sicher auch im Schulterschluss mit den kommunalen Spitzenverbänden und den Bayerischen Kolleginnen und Kollegen, dafür einsetzen, dass Ausgleichszahlungen und Hilfen von Bund und Freistaat jetzt schnell und möglichst unbürokratisch beantragt und ausgezahlt werden. Ein Schaustellersterben in der Region gilt es auf jeden Fall zu vermeiden“, so der Oberbürgermeister.

„Wir suchen zudem nach Lösungen, um den Händlern den Verkauf der Saisonwaren, wie etwa Christbaumschmuck oder Winterartikel, zu ermöglichen. Ich lasse deshalb gerade prüfen, wo und in welchem Umfang eine temporäre Nutzung von leerstehenden Einzelhandelsflächen nach dem Vorbild der Pop-Up-Stores möglich ist. Auch ein Verkauf von Waren über einen Online-Store wird geprüft“, so Sauerteig. Ob und wo eine solche Lösung grundsätzlich machbar ist, entscheidet sich in den nächsten Tagen. Eine Abfrage unter den Händlern des Weihnachtsmarktes, ob sie ein solches Angebot annehmen würden, laufe bereits.

Daneben bedeutet die Absage des traditionellen Weihnachtsmarkts auch das Aus für die beliebte „Winterzaubernacht“ in der Coburger Innenstadt, bei der die Einzelhändler am Eröffnungstag ihre Geschäfte bis in die Nacht geöffnet haben. Die Genehmigung der langen Einkaufsnacht ist an den Weihnachtsmarkt gekoppelt, teilte die Stadt mit.

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