Abschied Ein Hochtalentierter nimmt Abschied

Martin Rebhan

Nach 44 Jahren im Dienst der Diakonie geht der Diakon nun. Wie Dekan Kirchberger sagt, hinterlässt Schön ein bestelltes Haus.

Mit seiner Frau Christine an der Seite wurde Diakon und Vorstand der Diakonie Coburg, Franz K. Schön (rechts) durch den Rektor der Diakone, Reiner Schübel, und Dekan Stefan Kirchberger (v.l.) offiziell aus dem aktiven Dienst „entpflichtet“. Foto:  

Coburg - Er ist ein Diakon mit hoher unternehmerischer Verantwortung: Franz K. Schön. Einen unauslöschlichen Namen hat er sich als Vorstand der Diakonie Coburg und Geschäftsführer deren Tochtergesellschaften gemacht. Nach 44-jährigem Wirken als Diakon in der evangelischen Kirche wurde er am vergangenen Freitag mit einem Gottesdienst offiziell in den Ruhestand verabschiedet. In die Ägide von Franz K. Schön fielen unter anderem der Neubau am Ernst-Faber-Haus und die Sanierung des barrierefreien Wohnens, die organisatorische Zusammenführung des Diakonischen Werkes und deren Tochtergesellschaften mit dem gemeinsamen Verwaltungssitz in Ahorn, der Bezug des neuen Produktionsstandortes der nova GmbH in Niederfüllbach, der Neubau einer Großküche und die Generalsanierung des Werkstandortes Kronach.

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Bei all seinem Wirken war Franz K. Schön vor allem eines wichtig: die Teilhabe von Menschen in besonderen Lebenssituationen. Franz K. Schön hinterlässt nach Worten von Dekan Stefan Kirchberger als Vorsitzender des Verwaltungsrates ein bestelltes Haus. Dass dies dem nun ehemaligen Vorstand gelungen ist, führte Stefan Kirchberger auf einen Umstand zurück: „Franz Schön ist ein Hochtalentierter“. Nach seinen Worten hat kein Talent sich selbst hervorgebracht, es ist eine Gabe Gottes“. Daraus zieht Stefan Kirchberger den Schluss: „Talent verpflichtet“.

Um Franz K. Schön in dessen Gesamtheit zu beschreiben zog Dekan Kirchberger ein Gleichnis aus dem Matthäus Evangelium heran. Für ihn sei Franz K. Schön der Knecht, der aus den ihm anvertrauten fünf Zentner Silber zehn Zentner gemacht hat. „Wir alle müssen Gott danken, dass er Franz Schön Talent gegeben hat“, betonte Kirchberger.

Seine letzte Predigt als „Chef“ stellte Schön unter das Bibelwort aus Evangelium nach Matthäus (25, 31-46): „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“. Franz K. Schön gelang es auf seine eigene theologische Entwicklung zu reflektieren.

Er berichtete, dass es in seinem jungen Leben Strömungen gab, die ihm von einer „schrecklichen theologischen Irrlehre“ fernhalten wollten. Mit zwölf Jahren war es nach eigenem Bekunden die Frage nach Gott, die um umtrieb. Franz K. Schön fand die Antwort zu seiner Frage an Gott: „Wer bist du für mich?“. Nach seinem Dafürhalten kehrt Gott die Frage um: „Wer bin ich, wer soll ich für dich sein“. Diese elementare Erkenntnis führte schließlich dazu, dass Frank K. Schön 1972 in die Brüderschaft der Rummelsberger Diakonie eintrat. Dass sich Schön genau diese Bibelstelle für seine Predigt ausgesucht hat, ist kein Zufall. In Rummelsberg prägte ihn das Altarbild der Philippuskirche, das von den sieben Werken der Barmherzigkeit erzählt. „Es ist notwendig Barmherzigkeit immer wieder neu zu denken“, betonte Franz K. Schön abschließend.

Im Namen der Stadt Coburg und des Landkreises Coburg dankte Coburgs dritter Bürgermeister Thomas Nowak (SPD) Franz K. Schön für dessen Wirken. „Du hast vieles angestoßen und auf den Weg gebracht und bei Vorträgen und Andachten nicht nur den Verstand, sondern vielmehr die Herzen der Zuhörer erreicht“, stellte Nowak fest.

Michael Bammessel, Präsident des Diakonischen Werkes Bayern, zollte Franz K. Schön den höchsten Respekt der bayerischen Diakonie. Besonders stellte Bammessel heraus, dass Franz K. Schön der Spagat zwischen unternehmerischem Handeln und christlichen Geist gelungen sei. Dass dies nicht immer einfach war, beschrieb der Präsident mit den Worten: „Bei manchen Entscheidungen ist man sehr einsam.“