Was Neues wagen: Unvermeidlich für die katholische Kirche in Zeiten höllisch hoher Kirchenaustrittszahlen und fehlenden Nachwuchses in den eigenen Reihen. Offen dafür zeigte sich schon vor einigen Jahren der Würzburger Bischof Franz Jung, der beispielsweise in seinem „Hirtenbrief 2.0“ auf Instagram mit den Menschen „talkt“, Predigten auf YouTube in die Welt schickt oder auf dem Instagram-Kanals des Bistums auch mal ganz privat Impressionen aus dem Urlaub postet. Auch Facebook nutzt das Bistum für die Öffentlichkeitsarbeit. Nur auf Kurzbeiträge auf X, vormals Twitter, müssen die Gläubigen und Follower von Bischof und Bistum künftig verzichten. Wie das Bistum Würzburg am Mittwoch – am Morgen nach Donald Trumps Wahlsieg in den USA – in einer Pressemitteilung verkündet, habe man nun das bistumeigene X-Profil endgültig gelöscht. Viele Jahre lang habe die katholische Kirche in Unterfranken dort aktuelle Informationen, Nachrichten und geistliche Inhalte veröffentlicht. Doch: „Seit der Übernahme des sozialen Netzwerks durch Elon Musk hat sich das Netzwerk massiv verändert. Twitter wurde als X zu einem Ort, der für uns keine stimmige Heimat mehr sein kann“, erklärt nun der verantwortliche Leiter der Onlineredaktion des Bistums Würzburg, Johannes Schenkel. Die Algorithmen des Dienstes würden mittlerweile als Werkzeug zur Verbreitung von Falschinformationen, populistischer und antidemokratischer Propaganda dienen.
Abschied von Twitter Bistum Würzburg kehrt Elon Musk den Rücken
Tanja Kaufmann 06.11.2024 - 12:58 Uhr