Weiter sei eine personelle Aufstockung des Bürgertelefons und anderer Informationsmöglichkeiten erforderlich, um den Druck von den Arztpraxen zu nehmen. Es sollten „Hybridstrukturen“ erarbeitet werden, um beispielsweise übergangsweise an Wochenenden Impfungen in Arztpraxen vorzunehmen, wobei die Terminierung vom Landratsamt übernommen werden müsse.
Gefordert wurde auch eine kreisweite Überlegung, in welcher Weise wenig informierte und daher wenig geimpfte Bevölkerungsgruppen erreicht werden können. Dafür, so war man sich einig, müsse ein Ansprechpartner gefunden werden.
Im Hinblick auf die Impfstoffe führte André Kuhn vom Landratsamt aus, dass Bestellungen eine Woche dauern würden. „Impfstoffe sind bisher in keiner Weise limitiert, wir können an die Gemeinden ausliefern und wir hoffen auf Unterstützung durch die Bundeswehr in der kommenden Woche und somit auf eine Entlastung unseres eigenen Personals“, so Kuhn. In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, dass eine Terminabsprache vieles erleichtere. Ohne diese gebe es an den Impfzentren lange Schlangen.
Herausgestellt wurde, dass die Arztpraxen teilweise an ihre Kapazitätsgrenzen gelangt seien beziehungsweise dass manche dieser sogar schon überschritten hätten. Dr. Schorscher: „Mehr geht nicht mehr.“ Ärzte und ihr Personal würden sich im permanenten „Beratungsmodus“ befinden und man hoffe auf eine Entlastung durch das Bürgertelefon. „Das muss passieren, sonst ist keine normale Praxisarbeit mehr möglich“, forderte Dr. Thomas Bolibruch aus Ebern. Landrat Wilhelm Schneider sicherte Bemühungen zu, das Bürgertelefon hochzufahren, um möglichst längere Warteschleifen zu vermeiden.
Das neu geplante Impfzentrum könne vermutlich zum 12. Dezember starten, führte André Kuhn weiter aus. Hier sei eine Kapazität von 180 Impfungen pro Tag vorgesehen. Landrat Schneider ergänzte, dass man sich „nach dem Gespräch heute“ bemühen wolle, mehr Impfungen pro Tag vorzunehmen. Bürgermeister Hennemann sieht die Möglichkeit, in den Gemeinden nicht nur sonntags, sondern von Freitag bis Sonntag Impftermine anzubieten. Dem pflichtete auch Stefan Paulus aus Knetzgau bei. „Das ist denkbar, wir sollten es probieren“, so der Landrat.
Dr. Schorscher blickte abschließend auch kritisch voraus: „Was wird sein, wenn die Möglichkeit kommt, dass wir Kinder ab fünf Jahre impfen können?“ Dann würden die Kapazitätsprobleme nicht leichter ...